Amok-Alarm an Schule
: Polizeieinsätze an zwei Schulen in Kirchheim/Teck – und in Gaggenau

Am Dienstagmorgen gab es gleich zwei Alarme an Schulen in Kirchheim/Teck sowie einen weiteren Amok-Alarm im Kreis Rastatt. Die Polizei war mit Großaufgeboten vor Ort, hat die Schulen geräumt – und nennt Details.
Von
Christian Wille
Kirchheim Teck
Jetzt in der App anhören
Kirchheim: Amokalarm an Gymnasium - Schueler Werden evakuiert - Spezialkraefte im Einsatz: Aktuell laeuft im Ludwig Uhland Gymnasium in Kirchheim Teck in groesserer Polizeieinsatz. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich hierbei um einen Amokalarm. Die Schueler werden evakuiert. Die Polizei ist mit einem grossaufgebot und Spezial Kraeften vor Ort .

Erst Ende Oktober hatte es einen Amok-Alarm an einer Hagener Förderschule gegebene und keine zwei Wochen später bereits der nächste Amok-Alarm – diesmal am Ludwig-Uhland-Gymnasium in Kirchheim/Teck.

SDMG / Kaczor
  • Amok-Alarm am Ludwig-Uhland-Gymnasium in Kirchheim/Teck am Dienstagmorgen (11.11.2025) um 7.55 Uhr.
  • Polizei mit Großaufgebot vor Ort, Schule wird komplett geräumt und Klassenzimmer evakuiert.
  • Keine Gefahrenlage festgestellt, Alarm-Knopf wurde gefunden, Ursache wird noch geprüft.
  • Keine Verletzten, aber psychologische Betreuung für Kinder und Eltern vor Ort eingerichtet.
  • Unklar, ob am selben Tag noch Unterricht stattfindet – Entscheidung liegt bei der Schulleitung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schock für die Eltern der Schulkinder am Ludwig-Uhland-Gymnasium in Kirchheim/Teck: Amok-Alarm. Am Dienstagmorgen (11.11.2025) um 7.55 Uhr wird der Amok-Alarm an der Schule ausgelöst. Die Polizei ist kurz darauf mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Eltern wurden von der Schulleitung informiert. Was ist passiert und wie geht es den Kindern und Lehrkräften?

Auslöser für Amok-Alarm gefunden

Wie der zuständige Polizeisprecher auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE bestätigt, ist aktuell (Stand 9.40 Uhr) nicht von einer Gefahrenlage, sondern eher von einem Fehlalarm auszugehen. Die Beamten konnten den ausgelösten Alarm-Knopf bereits finden. Derzeit werde noch geprüft, wie es zu dem Alarm kommen konnte und wer den Melder ausgelöst hat.

Die Polizeikräfte durchsuchen das komplette Schulgebäude und evakuieren es. Dabei wird Klassenzimmer für Klassenzimmer geräumt und die Schulkinder und Lehrkräfte in Sicherheit gebracht. Die Schulkinder können direkt zu ihren Eltern, wenn sie das möchten. Vor Ort ist ein Kriseninterventionsteam eingerichtet. Ebenso gibt es an einer nahegelegenen Schule eine Anlaufstelle für Eltern.

Keine Verletzten bei Amok-Alarm an Kirchheimer Schule

Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Verletzten – lediglich manche Schulkinder und Eltern müssen durch den Rettungsdienst betreut werden. Am späten Vormittag kann die Polizei dann Entwarnung geben.

Ob heute noch ein Unterricht an der Schule stattfinden kann oder wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Darüber entscheiden muss schlussendlich die Schulleitung. Doch erst müssen alle polizeilichen Maßnahmen abgeschlossen sein.

Polizei nennt Details zum Amok-Alarm

Zu dem größeren Einsatz von Polizei und Rettungsdienst am Dienstag an einer Kirchheimer Schule in der Hahnweidstraße ist es gekommen, weil ein bislang Unbekannter gegen 7.55 Uhr missbräuchlich die Amok-Alarmanlage in einem der Schulgebäude ausgelöst hatte. Daraufhin rückten starke Polizeikräfte, darunter auch Beamte des Polizeipräsidiums Einsatz, an die Schule aus.

Einsatzkräfte begleiteten die knapp 900 Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte des Gymnasiums aus den verschiedenen Schulgebäuden klassenweise heraus und führten sie zu einer Sammelstelle in der Sporthalle einer benachbarten Schule. Für die Eltern wurde ebenfalls eine Sammelstelle in der Nähe eingerichtet.

Ein Kind in Behandlung - Kein Unterricht mehr am Dienstag

Der Rettungsdienst kümmerte sich im Anschluss um die Kinder und ihre Angehörigen. Eine Schülerin musste aufgrund einer Kreislaufschwäche vor Ort behandelt werden. Ersten Erkenntnissen nach hatte es keine sonstigen Verletzten gegeben. Gegen elf Uhr konnten die Schulgebäude wieder an die Lehrkräfte und die Schulleitung übergeben werden. Unterricht fand jedoch keiner mehr statt.

Das Polizeirevier Kirchheim hat Ermittlungen wegen Missbrauchs von Notrufeinrichtungen aufgenommen. Ob es einen Tatzusammenhang zwischen den beiden missbräuchlichen Alarmauslösungen gibt, ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

Amok-Alarm an Hagener Förderschule: 29.10.2025, Nordrhein-Westfalen, Hagen: RECROP - Polizei ist unweit einer Förderschule im Einsatz, in der ein Amok-Alarm ausgelöst wurde. Foto: Alex Talash/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Erst Ende Oktober gab es einen Amok-Alarm an einer Hagener Förderschule, wo die Polizei ebenfalls mit einem Großaufgebot ausrückte.

Alex Talash/dpa

Weiterer Alarm an Kirchheimer Schule

Nur kurze Zeit nach dem Amok-Alarm am Ludwig-Uhland-Gymnasium gab es einen weiteren Alarm an einer Schule in Kirchheim. Wie der SWR unter Berufung auf Polizeiinformationen vermeldet, löste am Kirchheimer Schlossgymnasium nur rund zwei Stunden später ebenfalls ein Alarm aus: ein Feuermelder.

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, wurde gegen 9.50 Uhr ein Brandmeldealarm an der Schule in der Jesinger Halde missbräuchlich benutzt. Daraufhin wurde auch dieses Gebäude geräumt und nach Überprüfung durch die Feuerwehr kurz darauf wieder freigegeben. Hier konnte der Unterricht nach einer halben Stunde fortgesetzt werden.

Amok-Alarm in Hans-Thoma-Schule in Gaggenau

Ein weiterer Amok-Alarm läuft an der Hans-Thoma-Schule in Gaggenau, im Landkreis Rastatt. Hier wurde nach Information der Polizei das Schulgebäude geräumt. Das meldet der SWR. Mehrere Polizeistreifen sind vor Ort in Einsatz. Nach den Durchsuchungen der Räumlichkeiten in der Schule hätten die Beamten keine Besonderheiten feststellen können.

Polizei Bayern übt für Amok-Alarm an Schulen

Auf vielen bayerischen Schulhöfen waren während der Herbstferien Polizei und Rettungsdienst im Einsatz – allerdings nur bei Übungen: Die Polizei trainierte während der Ferien in ganz Bayern für sogenannte lebensbedrohliche Einsatzlagen wie Amokläufe. Dabei wurde „das koordinierte Zusammenwirken zahlreicher Einsatzkräfte geübt“, teilte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Übungen fanden an insgesamt 17 Schulen statt und dauerten von Montag bis Freitag.

Die Polizei übe zwar das ganze Jahr über an verschiedenen Standorten, Übungen an Orten wie Schulen bedürften jedoch besonderer Planungen. In den Herbstferien seien die Auswirkungen auf den Schulbetrieb minimal. An den Trainings seien neben der Polizei auch andere Sicherheitsbehörden wie Rettungsdienst und Feuerwehr beteiligt.