Alb-Fils-Klinikum in Göppingen
: Neubau bis zu 20 Millionen Euro teurer?

Neue Hiobsbotschaft für den Landkreis Göppingen: Die Projektsteuerer des Klinikneubaus rechnen mit Mehrkosten von fünf bis zehn Millionen Euro. Im ungünstigsten Fall könnten es sogar 20 Millionen Euro mehr werden. Die Prüfung von Regressansprüchen läuft.
Von
red/sas
Kreis Göppingen
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Klinik am Eichert Alb Fils Klinikum Neubau

Die Kosten für den Klinikneubau gehen laut einer neuen Prognose weiter in die Höhe.

Giacinto Carlucci
  • Klinikneubau Göppingen wird teurer – realistisch plus 5 bis 10 Millionen Euro.
  • Worst Case laut Prognose: zusätzliche 12 bis 20 Millionen Euro über 500 Millionen.
  • Schlussrechnungen fehlen bei zentralen Gewerken, daher Kalkulation mit Spanne.
  • Finanzierung deckt aktuell 6 Millionen mehr ab, Mehrkosten belasten Landkreis.
  • Klinik prüft Regress: Bauversicherung und Auftragnehmer im Fokus, Verfahren dauern Jahre.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Projektsteuerung der Klinik-Bauprojekte in Göppingen hat eine aktualisierte Kostenprognose zum Klinikneubau und des Bildungszentrums „Lern.Punkt“ erstellt. Darüber wurden der Aufsichtsrat und der Beirat des Alb-Fils-Klinikums informiert, heißt es am Dienstag (07.07.2026) in einer Pressemitteilung der Klinik. In der Betrachtung wurden demnach mehrere Szenarien hochgerechnet, sodass die Projektsteuerung derzeit im realistischen Fall (Real Case) von einer Kostensteigerung mit einer Spanne von fünf bis zehn Millionen Euro über der bisherigen Prognose von 500 Millionen Euro ausgeht.

Die juristischen Vorgänge dauern Jahre

Bei elementaren Gewerken lägen die Schlussrechnungen noch nicht vor, sodass die Bezifferung der Gesamtkosten noch nicht vollumfänglich möglich sei und mit einer möglichen Spanne kalkuliert werde, heißt es in der Mitteilung. Die ebenfalls aktualisierte derzeitige Finanzierungsprognose sehe eine Kostendeckung von sechs Millionen Euro über der bisherigen Annahme vor. Weitere Kostensteigerungen würden zu einer zusätzlichen Belastung des Alb-Fils-Klinikums und schlussendlich des Landkreises führen, heißt es weiter. Im ungünstigsten Fall (Worst Case) werde mit Mehrkosten von 12 bis 20 Millionen Euro kalkuliert. In den zuständigen Gremien sei diese jüngste Preisexplosion intensiv beraten worden, teilt das Klinikum mit.

Wolfgang Schmid, Kaufmännischer Geschäftsführer des Alb-Fils-Klinikums, kommentiert die Entwicklung: „Die Kostenmehrung ist generell, aber insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt sehr ärgerlich.“ Schmid betont jedoch, dass das Klinikum aktiv gegensteuere: „Schon bislang machen wir Ansprüche aus Planungsfehlern und diversen Schäden während der Errichtung des Klinikneubaus gegenüber der Bauversicherung geltend. Weitere Ansprüche gegenüber Auftragnehmern, die zu einer Entlastung der Prognose führen können, werden mit juristischer Unterstützung verfolgt. Diese Effekte sind aktuell noch nicht absehbar. Die juristischen Vorgänge werden sich sicher nach Einschätzung der Klinik-Geschäftsführung noch über mehrere Jahre hinziehen.“

Die gestiegenen Preise beim Bau des Bildungszentrums seien durch Mehraufwände beim Hochbau entstanden und der technischen Gebäudeausrüstung sowie durch Verzögerungen im Bauablauf. Für den Neubau resultierten die Mehrkosten primär aus zusätzlichem Materialverbrauch „sowie nach Umzug festgestellten, notwendigen Ergänzungen in verschiedenen technischen Gewerken“. Ergänzend seien zusätzliche Maßnahmen am Trinkwassernetz notwendig geworden, „um die hohen Qualitätsstandards des Klinikbetriebs zu erfüllen“.