Alb-Fils-Klinikum Göppingen
: Seltenes Verfahren rettet Patienten mit akutem Herzversagen das Leben

Ein sehr seltenes Verfahren in der Herzmedizin hat einem Patienten das Leben gerettet. Eine spezielle Pumpe wurde auf direktem Weg per Taxi aus Crailsheim geliefert.
Von
SWP
Kreis Göppingen
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Seltenes Verfahren rettet Patienten am Alb-Fils-Klinikum das Leben, Kardiologie, Patient und Oberarzt  Elton Gjoka

Oberarzt Elton Gjoka mit dem Patienten: Ein seltenes Verfahren hat dem Mann, der an einem schweren, akuten Herzversagen litt, das Leben gerettet.

Alb-Fils-Klinikum
  • Alb-Fils-Klinikum setzte erstmals ein beidseitiges Herzunterstützungssystem (BiPella) ein.
  • Der Patient hatte ein schweres, akutes Herzversagen – seine Chancen galten als sehr gering.
  • Zwei Impella-Pumpen entlasteten beide Herzkammern, stabilisierten den Kreislauf und besserten die Funktion.
  • Die rechte Pumpe kam per Taxi kurzfristig aus Crailsheim; das Verfahren ist sehr selten.
  • Nach präziser Teamkoordination im Katheterlabor und auf Intensiv wurde der Patient nach Tagen entlassen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am 4. April hat das Team der Klinik für Kardiologie und Internistische Gefäßmedizin am Alb-Fils-Klinikum erstmals ein beidseitiges Herzunterstützungssystem (BiPella) eingesetzt – und damit einem Patienten das Leben gerettet. Der Patient litt an einem schweren, akuten Herzversagen, seine Überlebenschancen waren sehr gering, teilt die Klinik mit. Durch die gleichzeitige mechanische Entlastung beider Herzkammern konnte das Team den Kreislauf stabilisieren und die Herzfunktion wieder verbessern.

„Dass wir dieses Verfahren erfolgreich anwenden konnten, ist nicht nur der technischen Ausstattung zu verdanken, sondern auch der innovativen Vorgehensweise des behandelnden Teams“, erläutert Oberarzt Elton Gjoka, der den über dreistündigen Eingriff vornahm. „Die Behandlung eines akuten Herzversagens der linken Herzkammer gehört bei uns schon lange zum Standard. Die spezielle Pumpe für die rechte Herzkammer und die kombinierte „BiPella“-Lösung haben wir am Alb-Fils-Klinikum bisher aber noch nicht eingesetzt. Das Verfahren ist sogar so selten, dass die spezielle Pumpe nicht auf Lager gehalten wird“, sagt er.

Die Beteiligten setzten alle Hebel in Bewegung

Um den Patienten bestmöglich zu versorgen, setzten die Beteiligten alle Hebel in Bewegung. Die Pumpe wurde kurzfristig vom Hersteller aus Crailsheim organisiert und auf direktem Weg – per Taxi – in die Klinik gebracht. Die Impella-Systeme gelten als die kleinste Herzpumpe der Welt.  Sie werden minimal-invasiv per Katheter über die Leistengefäße in die Herzkammern eingeführt. Während eine Pumpe die linke Kammer unterstützt, stabilisiert die zweite Pumpe zeitgleich den rechten Herzteil. Durch diese kombinierte Entlastung wird der gesamte Kreislauf stabilisiert, die Organe werden weiterhin mit Sauerstoff versorgt und der Herzmuskel erhält die notwendige Zeit zur Regeneration.

Die erfolgreiche Erstimplantation erforderte eine präzise Koordination zwischen verschiedenen medizinischen Fachbereichen, heißt es in der Mitteilung. Neben der interventionellen Kardiologie, die den Eingriff im Herzkatheterlabor durchführt, ist die spezialisierte kardiologische Intensivmedizin für die anschließende Überwachung der komplexen Systeme verantwortlich. Der Patient konnte nach wenigen Tagen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.