Arbeitslosigkeit Kreis Göppingen: Quote steigt deutlich – Wirtschaftliche Lage bereitet Sorgen

Die Industrie leidet derzeit und baut Personal ab. Andere Branchen suchen händeringend Arbeitskräfte, vor allem in der Pflege, Gesundheit, Handwerk oder Energie- und Klimatechnik. (Symbolfoto)
Rolf Vennenbernd/dpa- Arbeitslosenquote im Bezirk Göppingen-Esslingen steigt im August auf 5,6 % – Höchststand seit 2010.
- 8142 Menschen im Kreis Göppingen ohne Job – 5,4 % mehr als im Juli, 7 % mehr als im Vorjahr.
- Wirtschaftliche Schwäche führt zu mehr Entlassungen, betroffen sind zunehmend Ältere und Akademiker.
- Chancen auf Jobs vor allem in Pflege, Gesundheit, Handwerk sowie Energie- und Klimatechnik.
- Arbeitsagentur rät zu Flexibilität: Branchen- und Ortswechsel sowie Quereinstieg als Optionen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Arbeitslosigkeit habe im August einen Höchststand erreicht, berichtet die Agentur für Arbeit. Im gesamten Bezirk der Arbeitsagentur, der die Landkreise Göppingen und Esslingen umfasst, stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 999 Menschen (plus 4,6 Prozent) auf 22.929. „Die Arbeitslosenquote ist so hoch wie seit Jahren nicht. Zuletzt war sie im August 2010 höher“, berichtet Regina Paulitz, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit Göppingen, in einer Pressemitteilung.
Im Kreis Göppingen liegt die Arbeitslosenquote bei 5,6 Prozent
Die Zahlen im Kreis Göppingen lesen sich wie folgt: Im August waren 8142 Menschen ohne Arbeit – 419 mehr (plus 5,4 Prozent) als im Juli und 536 mehr als im Vorjahr (plus 7,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt auf 5,6 Prozent (siehe Infokasten).
„Arbeitslosigkeit ist nicht nur mehr ein Thema der Unqualifizierten“
Regina Paulitz nennt mehrere Gründe für diese Entwicklung. Zum einen habe es nicht die übliche Frühjahrsbelebung gegeben. Zum anderen gebe es dafür den typischen saisonalen Anstieg bei überwiegend jungen Menschen, die nach der Ausbildung nicht übernommen worden seien. Hinzukomme die wirtschaftliche Schwäche auf dem Arbeitsmarkt, weswegen es mehr Entlassungen gebe, mittlerweile auch bei der Stammbelegschaft. „Jobverlust und Arbeitslosigkeit betrifft nun zunehmend auch ältere Arbeitnehmer über 50 Jahre und Akademiker.“ In früheren Jahren traf es bei konjunkturellen Talfahrten vor allem Ungelernte und Zeitarbeitnehmer. „Arbeitslosigkeit ist nicht mehr nur ein Thema der Unqualifizierten“, sagt Paulitz deutlich.
Arbeitsagentur rät Jobsuchenden flexibel zu sein
Arbeitnehmer auf Jobsuche müssten flexibel sein – „Nicht nur regional, sondern auch bei der Branche. Denn Beschäftigungsmöglichkeiten sind da, aber eben in anderen Branchen als bisher“, so Paulitz. Erfolgschancen gebe es vor allem in der Pflege, Gesundheit, Handwerk oder Energie- und Klimatechnik nach Arbeitskräften. Auch ein Quereinstieg könne gelingen, wenn man erforderliche Qualifikationen erwirbt.

