Streichpläne im Kreis Göppingen
: Geislinger OB: „Soziale Infrastruktur der Stadt gefährdet“

Oberbürgermeister Ignazio Ceffalia warnt den Kreistag vor Einsparungen im Sozialbereich: Geislingen müsste eine halbe Million Euro zusätzlich aufbringen, um alle Angebote zu erhalten
Von
GZ
Geislingen
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Geislingens Oberbürgermeister Ignazio Ceffalia betont, dass die angespannte finanzielle Lage nicht allein ein hausgemachtes Problem sei, sondern ein strukturelles Defizit auf höherer Ebene zeige.

Geislingens Oberbürgermeister Ignazio Ceffalia richtet einen „eindringlichen Appell“ an die Kreisrätinnen und Kreisräte, die geplanten Einsparungen zu überdenken.

Markus Sontheimer
  • Geislingens OB Ceffalia warnt vor Einsparungen im Sozialbereich – soziale Infrastruktur gefährdet.
  • Kürzungen bei Schulsozialarbeit, Jugendarbeit und Familientreffs treffen die Stadt stark.
  • Geislingen müsste 500.000 Euro mehr aufbringen, um soziale Angebote zu erhalten.
  • Städtischer Haushalt unter Druck: Kreisumlage steigt bis 2026 auf fast 20 Millionen Euro.
  • Ceffalia fordert Kreisräte auf, Kürzungen zu überdenken – „Kinder und Familien entlasten“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In einer Pressmitteilung warnt Geislingens Oberbürgermeister Ignazio Ceffalia vor den geplanten Einsparungen des Landkreises im Sozialbereich. Die angekündigten Kürzungen bei den sogenannten Freiwilligkeitsleistungen würden die Fünftälerstadt erheblich treffen: „Sie gefährden die soziale Infrastruktur unserer Stadt, die mit der höchsten Migrationsquote im Landkreis besonders gefordert ist.“  Er erkenne die Notwendigkeit von Sparmaßnahmen grundsätzlich an, mahnt jedoch zu einer ausgewogenen Verteilung, hebt der OB hervor: „Es müssen Wege gesucht werden, die Kinder, Jugendliche und Familien möglichst wenig belasten.“ Von den Kürzungen betroffen wären insbesondere die Bereiche Schulsozialarbeit, Jugendarbeit und Familientreffs. „Wenn der Landkreis seine Förderung einstellt, müssten wir rund eine halbe Million Euro zusätzlich aufbringen, um diese wichtigen Angebote fortzuführen. Diese Summe belastet uns enorm“, erklärt Ceffalia.

Schon jetzt übernehme die Stadt deutlich mehr Kosten, als ursprünglich vorgesehen. Ein Beispiel sei die Schulsozialarbeit:  Vereinbart sei,  dass Stadt, Kreis und Land jeweils ein Drittel tragen. Inzwischen übernehme die Stadt bereits rund zwei Drittel, weil die Kosten – etwa für Personal – stark gestiegen seien. Auch die jüngsten Entwicklungen im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) im Gesundheitszentrum Helfenstein bereiten dem Oberbürgermeister Sorge: „Die Reduzierung der Öffnungszeiten wirkt sich spürbar auf die medizinische Versorgung vor Ort aus.“

Kreisumlage belastet städtischen Haushalt

Zusätzlich stehe der städtische Haushalt unter Druck durch die stetig steigende Kreisumlage. Zwar wolle die Landkreisverwaltung den Hebesatz stabil bei 36 Prozent halten, dennoch steige die absolute Summe für Geislingen erheblich: Im Jahr 2020 habe die Stadt noch 13,9 Millionen Euro gezahlt, 2025 seien es 18,2 Millionen Euro – und 2026 sogar fast 20 Millionen Euro. „Die Belastung wächst stetig, während gleichzeitig Förderungen zurückgehen sollen. Das stellt uns vor große Herausforderungen“, erklärt Ceffalia.

Der Geislinger Oberbürgermeister richtet einen „eindringlichen Appell“ an die Kreisräte, die geplanten Einsparungen zu überdenken: „Einer bunten Stadt wie Geislingen tut ein solcher Kahlschlag nicht gut“, warnt er. Die Landkreisverwaltung unterschätze die langfristigen Folgen – insbesondere für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen: „Wir dürfen die Fehler der Corona-Zeit nicht wiederholen.“

Weg suchen, den alle mittragen können

Zugleich betont Ceffalia, dass er sich der schwierigen Haushaltslage bewusst sei: „Ja, wir stehen alle vor großen Herausforderungen. Aber wir haben auch eine Verantwortung.“ Gerade deshalb sei es wichtig, im Dialog zu bleiben und nach Wegen zu suchen, die alle Seiten mittragen können. Ein starkes Geislingen stärke auch den Landkreis.  Noch bestehe die Chance, den Kurs zu korrigieren: „Ich bitte die Kreisrätinnen und Kreisräte, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass die sozialen Angebote erhalten bleiben – im Interesse der Kinder, Jugendlichen und Familien in unserem Landkreis“, so Ceffalia abschließend.