Rehakliniken in Bad Ditzenbach: Insolvenzverfahren über Vinzen-von-Paul-Kliniken eröffnet

Die Vinzenz-Therme ist eine Einrichtung der Vinzenz-von-Paul-Kliniken gGmbH.
Region Stuttgart- Amtsgericht Stuttgart ordnet Insolvenz in Eigenverwaltung für Vinzenz-von-Paul-Kliniken an.
- Versorgung bleibt bestehen: Alle medizinischen Leistungen laufen an allen Standorten weiter.
- Geschäftsführung führt operativ weiter, Sachwalter Jochen Sedlitz überwacht und unterstützt.
- Löhne zahlt das Unternehmen ab September wieder selbst, Insolvenzgeldzeitraum endete planmäßig.
- Parallel zur Sanierung läuft die Suche nach einem neuen Träger – auch Investorenlösung möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Insolvenzverfahren über die Vinzenz-von-Paul-Kliniken gGmbH ist eröffnet. Das Amtsgericht Stuttgart hat am 1. September wie beantragt die Eigenverwaltung angeordnet, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung informiert. Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Jochen Sedlitz bestellt. Damit beginnt die nächste Phase des Sanierungsprozesses.
Wie die gemeinnützige Gesellschaft weiter mitteilt, arbeitet die Geschäftsführung weiter daran, das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren und langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Für Patientinnen und Patienten bedeute die Verfahrenseröffnung keine Veränderung in der Versorgung. Die medizinischen und pflegerischen Leistungen sollen unverändert an allen Standorten fortgeführt werden.
Zu den Einrichtungen der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH gehören das Marienhospital Stuttgart, die Vinzenz Klinik und die Vinzenz Therme in Bad Ditzenbach sowie die Luise-von-Marillac-Klinik in Bad Überkingen. Den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung hatte das Unternehmen im Juni gestellt. Seitdem habe es laut Mitteilung intensiv daran gearbeitet, sein Konzept weiter auszuarbeiten. „Mit dem Stand der Entwicklung bin ich im Moment sehr zufrieden. Wir haben wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht und werden diesen Weg konsequent weitergehen. Dabei bleibt unser Fokus klar: Wir wollen die wirtschaftliche Grundlage unserer Kliniken stärken und gleichzeitig die medizinische und pflegerische Versorgung für die uns anvertrauten Menschen verlässlich fortführen“, sagt Dr. Claus Peter Kruth, Generalbevollmächtigter im Verfahren und Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht.
Geschäftsführung bleibt verantwortlich
Mit der Verfahrenseröffnung geht der Sanierungsprozess in den nächsten Abschnitt über. Die Geschäftsführung bleibt im Rahmen der Eigenverwaltung für die operative Führung des Unternehmens verantwortlich. Dabei wird sie durch den Sachwalter überwacht und unterstützt. Die Gehaltszahlungen werden ab September wieder durch das Unternehmen selbst geleistet, nachdem die Mitarbeitenden ihre Gehälter in den Monaten Juni bis August über eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes erhalten haben. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens endet der Insolvenzgeldzeitraum planmäßig.
Ziel des Sanierungsprozesses ist es, die Vinzenz-von-Paul-Kliniken nachhaltig zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen. Die dafür notwendigen Maßnahmen habe das Unternehmen in den vergangenen Monaten eingeleitet, diese würden nun fortgeführt. Dazu gehört auch, Leistungen und Personal in bestimmten Bereichen weiter aufeinander abzustimmen und bei den Sachkosten Einsparungen umzusetzen.
Suche nach möglichem neuen Träger
Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die wirtschaftliche Grundlage des Unternehmens langfristig zu sichern. Das Unternehmen bemühe sich, seine Einrichtungen nachhaltig zu stabilisieren und ihre Zukunft zu sichern. „Dafür müssen wir an einigen Stellen Veränderungen vornehmen und wirtschaftliche Strukturen weiterentwickeln. Gleichzeitig bleibt unser Versorgungsauftrag unverändert bestehen. Die Kompetenz und das Engagement unserer Mitarbeitenden sind dabei eine wesentliche Grundlage für den weiteren Weg“, lässt sich Dr. Jan Schlenker, Geschäftsführer des Marienhospitals Stuttgart, zitieren.
Neben der laufenden Sanierung sucht die Klinik auch nach einem möglichen neuen Träger. „In diesem Verfahren stellen wir ein starkes Interesse anderer etablierter Krankenhausträger fest, was bestätigt, dass das Haus sehr gut aufgestellt ist“, berichtet Kruth. Damit seien aktuell zwei Varianten denkbar: Die Klinik bleibt beim bisherigen Träger oder es kommt zu einer Investorenlösung mit einem weiteren Träger. „Damit sind gute Voraussetzungen für die Zukunft geschaffen“, setzt Kruth fort. „Wir gehen davon aus, hier in den kommenden Monaten Klarheit über den weiteren Weg zu erhalten.“ Das Verfahren in Eigenverwaltung schaffe den Rahmen, den Sanierungsprozess weiterhin aktiv aus dem Unternehmen heraus zu gestalten. Die Geschäftsführung wird dabei durch den Sachwalter und Berater begleitet. Zu den Hintergründen der Insolvenz hatte das Unternehmen auf eine Anfrage der GZ im Juni nicht geantwortet.

