Rehakliniken Bad Ditzenbach und Bad Überkingen
: Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH stellt Insolvenzantrag

Die Insolvenz erstreckt sich auf alle drei Einrichtungen des Unternehmens: die Vinzenz Klinik und die Vinzenz Therme in Bad Ditzenbach, die Luise von Marillac Klinik in Bad Überkingen sowie das Marienhospital Stuttgart.
Von
GZ
Bad Ditzenbach/Bad Überkingen
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Die Vinzenz-Klinik in Bad Ditzenbach könnte in ein Reservekrankenhaus umgewandelt werden. Ein entsprechender Antrag ist beim Sozialministerium des Landes gestellt.⇥

Bad Ditzenbach - Vinzenz-Klinik

Die Vinzenz-Klinik in Bad Ditzenbach gehört zur Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH, die Antrag auf Insolvenz gestellt hat.

Markus Sontheimer
  • Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH stellt beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz in Eigenverwaltung.
  • Betroffen sind alle Einrichtungen: Marienhospital Stuttgart, beide Rehakliniken in Bad Ditzenbach und Bad Überkingen und die Therme in Bad Ditzenbach.
  • Klinikbetrieb läuft weiter – Löhne drei Monate über Insolvenzgeld, danach wieder regulär.
  • Interims-Geschäftsführung bleibt im Amt und plant Restrukturierung unter Aufsicht eines Sachwalters.
  • Schwestergesellschaften in Göppingen sind nicht betroffen, Beratung übernimmt ein Insolvenzrechtler.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH hat am Mittwoch (17. Juni 2026) beim Amtsgericht Stuttgart Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Darüber informiert das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Demnach erstrecke sich die Insolvenz auf alle Einrichtungen der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH: also auf die Vinzenz Klinik und die Vinzenz Therme in Bad Ditzenbach, die Luise von Marillac Klinik in Bad Überkingen sowie das Marienhospital Stuttgart.

Das Amtsgericht Stuttgart habe auf Antrag die vorläufige Eigenverwaltung unter der bisherigen Geschäftsführung angeordnet. Die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH plane eine Neuaufstellung mittels Sanierungsverfahren. Der Klinikbetrieb laufe in allen Einrichtungen „uneingeschränkt weiter“. Die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH habe sich zu diesem Schritt entschieden, „um erforderliche Sanierungsmaßnahmen und eine Neuaufstellung anzugehen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Geschäftsführung informiere die Mitarbeiter, Patienten und weitere Betroffene. Die Gehälter der Beschäftigten würden für drei Monate durch das von der Bundesagentur für Arbeit gezahlte Insolvenzgeld sichergestellt - danach wieder durch das Unternehmen selbst.

„Bewusste Entscheidung des Managements“

Bei dem Schritt, Insolvenz zu beantragen, handle es sich um eine bewusste Entscheidung des Managements. So solle die Restrukturierung des Unternehmens „unter Nutzung des spezifischen Sanierungsverfahrens“ realisiert werden. Der seit Mitte April bestellte Interims-Geschäftsführer Dr. Jan Schlenker, der mit seinem Kollegen Michael Kilb von der Borchers & Kollegen Interim Managementberatung, die Geschäfte führe, sagt: „Wir haben uns entschieden, unsere Restrukturierung in Form einer Eigenverwaltung anzugehen. Unter diesen rechtlichen Bedingungen sehen wir deutlich bessere Voraussetzungen, um notwendige Restrukturierungen konsequent und zugleich geordnet voranzubringen.“

Schlenker betont, dass die Anordnung der Eigenverwaltung keinerlei Auswirkungen auf die laufenden Klinikbetriebe hat. „Es ist sichergestellt, dass wir unsere Patientinnen und Patienten auch weiterhin vollumfänglich an allen Standorten behandeln und wir unseren Versorgungsauftrag unverändert und in gewohnter Qualität erfüllen.“ Außerdem werde man weiterhin „für sämtliche Lieferanten und Dienstleister ein zuverlässiger Geschäftspartner bleiben“.

„Wir sehen eine gute Basis für den Restrukturierungsprozess“

Laut Pressemitteilung bleibe im Zuge des Verfahrens die Interims-Geschäftsführung im Amt und führe die Geschäfte fort, begleitet durch einen Restrukturierungsbevollmächtigten. Die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH werde dabei von Dr. Claus-Peter Kruth, Rechts- und Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht der Kanzlei AndresPartner, beraten. Kruth betont, dass das Marienhospital auch in Verbindung mit den beiden Rehakliniken „sehr gut aufgestellt“ sei. „Hier sehen wir eine gute Basis für den anstehenden Restrukturierungsprozess.“

Die insgesamt rund 3.000 Mitarbeiter der Vinzenz Klinik, der Luise von Marillac Klinik und des Marienhospitals seien über die Situation und das weitere Vorgehen informiert worden und „werden künftig über alle Schritte auf dem Laufenden gehalten“. Wie aus der Pressemitteilung weiter hervorgeht, sind die Schwestergesellschaften Vinzenz von Paul gGmbH Soziale Dienste und Einrichtungen in Göppingen und ihre Tochtergesellschaften nicht von dem Eigenverwaltungsverfahren betroffen.

Als vorläufiger Sachwalter sei vom Gericht Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von der Kanzlei Grub Brugger mit Sitz in Stuttgart bestellt worden. Aufgabe des Sachwalters sei es, das Verfahren zu überwachen und den Sanierungsprozess zu unterstützen.

Die GZ ergänzt diesen Artikel in Kürze um weitere Informationen.

Über die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH

Zur Gesellschaft der Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH gehören neben dem Marienhospital Stuttgart die Vinzenz Klinik und die Vinzenz Therme in Bad Ditzenbach sowie die Luise von Marillac Klinik in Bad Überkingen. Die gemeinnützige Gesellschaft wurde 1997 von den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal gegründet. Ziel war laut Pressemitteilung, die klinischen Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern in einer Gruppe zusammenzuführen, sie gemeinsam zu leiten und weiterzuentwickeln.