Nachnutzung Helfenstein-Klinik
: FDP im Kreistag fordert, Vertrag mit Optimedis zu kündigen

Die FDP im Kreistag sieht den Verkauf der ehemaligen Helfenstein-Klinik in Geislingen als fehlgeschlagen an. Jetzt fordert sie, den Vertrag mit dem Projektentwickler zu kündigen, da die Gutachten bislang Unsummen gekostet hätten.
Von
Ruben Wolff
Kreis Göppingen
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Die FDP im Kreistag kritisiert, dass "bereits Unsummen für Gutachten und Beraterleistungen ausgegeben wurden".

Die FDP im Kreistag kritisiert, dass "bereits Unsummen für Gutachten und Beraterleistungen ausgegeben wurden".

Markus Sontheimer
  • FDP fordert die Kündigung des Vertrags mit Optimedis wegen hoher Kosten für Gutachten.
  • Kein Käufer für die ehemalige Helfenstein-Klinik in Geislingen in Sicht, weitere Ausgaben kritisiert.
  • FDP schlägt die HfWU als potenziellen Standort für eine Hochschule für Pflegeberufe vor.
  • Gelände soll sinnvoll nachgenutzt werden, Fokus auf Gesundheitszentrum und Quartiersentwicklung.
  • Schließung der Klinik wird als richtige Entscheidung bezeichnet, um weitere Defizite zu vermeiden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In einem Offenen Brief an Landrat Markus Möller fordert die FDP-Kreistagsfraktion Göppingen, den laufenden Vertrag mit Optimedis schnellstmöglich zu kündigen. Es seien bereits „Unsummen für Gutachten und Beratungsleistungen ausgegeben worden“, argumentieren Oliver Strommer, Georg Gallus, Heinz Frey und Martin Gansloser. Sie hätten schon im März gewusst, dass sich kein Käufer der ehemaligen Helfenstein-Klinik finden wird. „Die nunmehr offenbar vorgesehene Kontaktierung angeblicher Interessenten, die es irgendwann einmal gegeben haben soll, halten wir für völlig abwegig.“ Das Quartett wählt deutliche Worte: „Alle wohlwollenden Versprechungen der Optimedis  AG sind bislang kläglich gescheitert.“ Laut Wolfgang Schmid, Kaufmännischer Geschäftsführer des Alb-Fils-Klinikums, gibt es aber potenzielle Interessenten, die man tatsächlich kontaktieren wolle – elf an der Zahl.

Die FDP sieht aber geringe Erfolgsaussichten und dafür dürfe nicht noch mehr Geld ausgegeben werden. Das würde dem Landkreis und der Stadt Geislingen schaden, so die FDP, die einen Schlussstrich fordert. Das Gelände der früheren Klinik müsse bestmöglich – insbesondere im Sinne der Stadt Geislingen – nachgenutzt werden. Es gebe anderweitige Nutzungsmöglichkeiten. „Völlig klar ist für uns, dass hierbei das Gesundheitszentrum Helfenstein mit seinem bestehenden Angebot an medizinischen und pflegerischen Leistungen gestärkt und bestenfalls erweitert werden muss“, schreiben sie.

FDP sieht Chance zur Entwicklung dank HfWU

Im Übrigen dürfe es aber für das gesamte Gelände der alten Klinik keine Tabus mehr geben. Erneut bringt die FDP dabei die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) ins Gespräch. Insbesondere Georg Gallus hatte sich schon früher im Kreistag dafür stark gemacht. Die FDP sieht die Chance, dass dort eine landeseigene Hochschule für Pflege- und Gesundheitsfachberufe zur akademischen Ausbildung und Forschung entstehen könnte. Der Landkreis und die Stadt müssten auf die zuständigen Landesministerien zu gehen. „Die Idee des Hochschulstandorts muss auf landespolitischer Ebene diskutiert werden“, betonen sie.

Sollte dies nicht gelingen, wäre vielleicht eine qualifizierte Quartiersentwicklung möglich. Zuletzt betont die FDP, dass es „die Schließung der Helfenstein-Klinik in ihrer damaligen Form die einzig richtige Entscheidung gewesen ist, mit der weitere Millionendefizite für den Landkreis Göppingen verhindert werden konnten“.