Das Polizeirevier Geislingen, zuständig für zwölf Kommunen, liegt bei einer Größe von 253 Quadratkilometern und einer Einwohnerzahl von rund 65 000 Bürgern bei der Häufigkeit von Delikten statistisch klar unter dem Landesdurchschnitt, aber etwas über dem Durchschnitt des Landkreises. Bei den Taten herrschen laut Polizeioberrat Jens Rügner, Leiter des Geislinger Polizeireviers, einfacher Diebstahl und Sachbeschädigung vor. Straftaten gegen das Leben gab es im vergangenen Jahr nur ein einziges Mal im Revierbereich.
Zwei große Probleme, mit denen die Polizei in Geislingen konfrontiert ist, sind laut Rügner die Raser- und Tuning-Szene sowie die Jugend- und Szenetreffs. Die Polizei lege hierauf aktuell Schwerpunkte ihrer Arbeit und kontrolliere verstärkt. Einhergehend würden vermehrt auch Strafen ausgesprochen. Rügner berichtete beim Stammtisch des Grünen-Ortsverbands Helfensteiner Land in der Seemühle über die Sicherheitslage in Geislingen.
Vertreter aller Geislinger Jugendtreffs, der Jugendarbeit, der Stadt sowie viele Jugendliche selbst waren beim Stammtisch und nutzten die Gelegenheit, um mit Rügner zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, dass mancher Jugendliche das Auftreten der Polizei als zu hart empfindet. Oft würden Jugendliche kontrolliert, die nichts mit der beschriebenen Szene zu tun hätten. Wenn diese sich beispielsweise gegen eine Durchsuchung wehren, würden sie von den Beamten festgesetzt.
„Wir versuchen unseren Job zu machen, mit euch zum Wohl der Bürger der Stadt“, umriss Rügner das Vorgehen der Polizei, der den Jugendlichen anbot, jedem Vorwurf gegen Beamte nachzugehen.
Der Revierleiter verteidigte jedoch die erteilten Platzverweise an Jugendliche in städtischen Gebäuden. Diese Jugendlichen seien für Belehrungen „nicht mehr empfänglich“. Rügner zeigte sich aber offen, zusammen mit dem Ordnungsamt über die Länge von Verboten nachzudenken, wenn die Jugendlichen Einsicht zeigen. „Aber“, so der Familienvater, „wir fordern ein Verhalten ein, mit dem jeder leben kann“.