Legionellen im Kreis Göppingen
: Kein gemeinsamer Ursprung der Fälle im August und September nachweisbar

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat seine Untersuchungen abgeschlossen. Die Erkrankungsfälle stehen in keinem Zusammenhang miteinander. Dennoch wird zur Vorsicht geraten.
Von
GZ
Kreis Göppingen
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Die Werneuchener wissen immer noch nicht, welche Gebühren sie für Wasser und Abwasser zahlen müssen – ein Beschluss wurde vertagt. (Symbolbild)

ILLUSTRATION - Ein Mann steht Zuhause in der Dusche und wäscht sich die Haare (gestellte Szene). Die tägliche Dusche gehört für viele Menschen dazu - zur Körperhygiene, aber auch als Wohlfühlritual, in das man sich ungern reinreden lässt. (Zu dpa: "Warm oder kalt, kurz oder lang? - Duschen als Statement") +++ dpa-Bildfunk +++

Im August und September dieses Jahres waren die Fälle der Legionärskrankheit im Landkreis Göppingen angestiegen. Nun ist klar: Es besteht untereinander kein Zusammenhang.

Annette Riedl/dpa
  • Im Kreis Göppingen gab es im August und September 2023 vermehrt Legionellen-Erkrankungen.
  • Untersuchungen zeigen: Kein Zusammenhang zwischen den Fällen, Quelle bleibt unklar.
  • Gesundheitsamt betont die Bedeutung regelmäßiger Wartung und Hygiene in Haushalten.
  • Legionellen vermehren sich in warmem, stehendem Wasser – regelmäßiger Wasserfluss ist wichtig.
  • Gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Lungenerkrankungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem im August und September registrierten Anstieg von Legionellose-Fällen im Landkreis Göppingen war die Ursache lange unklar. Nun liegen die Ergebnisse der weiterführenden Untersuchungen des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg vor. Die Auswertung zeigt, dass die Erkrankungsfälle in keinem Zusammenhang miteinander stehen. Auch die mikrobiologischen Untersuchungen von Wasserproben aus möglicherweise relevanten technischen Anlagen ergaben keine Übereinstimmung mit den Patientenproben. Das teilt das Gesundheitsamt des Landkreises Göppingen in einer Pressemeldung mit. Damit handele es sich – nach aktuellem Erkenntnisstand – um ein diffuses, nicht auf eine gemeinsame Quelle zurückzuführendes Geschehen. Aktuell liege auch keine Häufung von Erkrankungen mehr vor.

„Trotz umfangreicher Recherchen ließ sich keine Quelle oder Anlage als Ursache identifizieren“, heißt es von Seiten des Gesundheitsamts. „Der Fall zeigt daher, wie wichtig es ist, die regelmäßige Wartung und Hygiene gerade auch im eigenen häuslichen Bereich ernst zu nehmen.“

Das Gesundheitsamt ruft trotz der Entwarnung weiterhin zur Aufmerksamkeit und Eigenvorsorge auf und wird die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen. Gleichzeitig steht das Amt für Rückfragen der Bevölkerung zur Verfügung.

Was sind Legionellen überhaupt?

Legionellen sind Bakterien, die im Wasser vorkommen und sich dort vor allem in warmem Wasser vermehren können. Eine Ansteckung erfolgt nicht durch das Trinken von Wasser, sondern durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen (Aerosole), etwa beim Duschen. Gefährdet sind vor allem ältere Personen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen der Lunge.

Hinweise zur Vorbeugung

Da sich Legionellen insbesondere in warmem, stehendem Wasser vermehren, empfiehlt das Gesundheitsamt Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Mieterinnen und Mietern, auf folgende Maßnahmen zu achten:

  • Wasser regelmäßig durchfließen lassen: Nach längerer Abwesenheit, beispielsweise nach dem Urlaub, alle Wasserhähne und Duschen einige Minuten laufen lassen.
  • Warmwasser ausreichend erhitzen: Warmwasserspeicher sollten dauerhaft auf mindestens 60 Grad eingestellt sein.
  • Duschköpfe und Perlatoren reinigen: Regelmäßiges Entkalken und Säubern verhindert Biofilmbildung.
  • Vor dem Duschen spülen: Vor allem nach Stillstand des Wassers in den Leitungen zunächst heißes Wasser laufen lassen, ohne direkt darunter zu stehen.
  • Regelmäßige Nutzung: Möglichst alle Wasserentnahmestellen regelmäßig benutzen, um stehendes Wasser zu vermeiden.