Kanalisation in Böhmenkirch: „Betroffene Bürger dürfen nicht hingehalten werden“

Bei den derzeit laufenden Sanierungsarbeiten in der Baierstraße tritt die massive Geruchsbelästigung seit Monaten besonders zu Tage - die Anwohner beklagen sich jedoch schon seit mehr als einem Jahr über Gestank aus der Kanalisation.
Rainer Lauschke- Anwohner in Böhmenkirch klagen seit über einem Jahr über starken Kanalgestank in der Baierstraße.
- SPD-Abgeordneter Sascha Binder fordert Regierungspräsidium und Umweltministerium zum Handeln auf.
- Messungen ergaben teils hohe Werte des giftigen Gases Schwefelwasserstoff (H₂S) im Abwasser.
- Trotz Maßnahmen bei der Firma Fysam bleibt die Geruchsbelästigung ein ungelöstes Problem.
- Binder verlangt Transparenz und konkrete Maßnahmen, um die Gesundheit der Anwohner zu schützen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit Monaten klagen die Anwohner der Baierstraße in Böhmenkirch über Gestank aus der Kanalisation. Nach kurzer Ruhepause traten die Geruchsbelästigungen seit August wieder auf. Eine Interessengemeinschaft der Anwohner wandte sich mit einem Schreiben auch an die Landtagsabgeordneten Nicole Razavi (CDU) und Sascha Binder (SPD).
Binder beklagt fehlende Unterstützung durch RP und Umweltministerium
Binder hat nun auf den Brief der Bürger mit einer Pressemitteilung reagiert. In dieser fordert der SPD-Politiker von Regierungspräsidium (RP) und Landesumweltministerium in Stuttgart „umgehende Maßnahmen, um die Geruchsbelästigungen zu stoppen“. Binder habe an Regierungspräsidentin Susanne Bay und Landesumweltministerin Thekla Walker geschrieben und deutlich gemacht, dass die Beschwerde der Anwohner über den Gestank aus der Kanalisation bereits seit Wochen den Behörden vorliege, heißt es in der Pressemitteilung. Weder gebe es dazu bislang eine Rückmeldung, noch sei dem Problem gar abgeholfen worden.
Sascha Binder verweist in der Pressemitteilung auf die Berichterstattung der GZ über die Vorkommnisse der vergangenen Monate und schildert unter anderem den Einsatz des Gefahrenstoffzuges des Landkreises Göppingen im Juli. Damals ergaben Messungen zum Teil erheblich erhöhte Konzentrationen des hochgiftigen Gases Schwefelwasserstoff (H2S) im Abwasser der Firma Fysam auf den Heidhöfen, das nach Böhmenkirch und durch die Baierstraße fließt. Am 1. September stellten Bauarbeiter in der Baierstraße wie berichtet erneut einen stark erhöhten H2S-Wert fest.
Bereits Ende März 2025 erstatteten die Anlieger der Baierstraße bei der Staatsanwaltschaft Ulm Anzeige gegen unbekannt und gaben eine Umweltmeldung beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ab. „Nach meinen Informationen hat es zu dieser Eingabe bislang leider keine konkrete Rückmeldung des Ministeriums gegeben“, moniert Sascha Binder. Nach dem Vorfall im Juli sei das RP tätig geworden. Fysam legte damals eine Anlage still, woraufhin die Schadstoffbelastung zurückging. Offensichtlich sei der Behörde dann zugesichert worden, schreibt Binder, bei Wiederinbetriebnahme der Anlage das dort anfallende Abwasser anderweitig zu entsorgen, Teile der Abwasseranlage auf dem Betriebsgelände zu reinigen und die eigene Überwachung zu intensivieren. „Offensicht haben diese Zusagen die Situation nicht verbessert“, schreibt Binder.
Der Landtagsabgeordnete fordert die Behörden auf, „das endgültige Ergebnis der Probenahmen vom Juli mitzuteilen und endlich Maßnahmen zu ergreifen, um die gesundheitsgefährdenden Geruchsbelästigungen zu beenden“. Auch wenn jetzt von der Gemeinde Böhmenkirch ein externer Gutachter hinzugezogen werden solle, stünden Regierungspräsidium und Umweltministerium weiter in der Verantwortung, meint Binder: „Die Aufsichtsbehörden müssen Transparenz in der Sache schaffen und endlich tätig werden. Die Anwohner dürfen an dieser Stelle nicht weiter hingehalten werden.“

