Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillstand
: Rotes Kreuz will Übersicht über Defis im Landkreis Göppingen anlegen

Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes will in einem Verzeichnis alle Defibrillatoren erfassen, die es im Landkreis Göppingen gibt. Dafür bittet er die Bevölkerung um Hilfe.
Von
Kathrin Bulling
Kreis Göppingen
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Die Björn-Steiger-Stiftung hat das Ziel, Deutschland „herzsicher“ zu machen.

AED, Defibrillator, Raimund Matosic zeigt ein Gerät, das in der Kapellmühle Geislingen hängt

Im Geislinger Kapellmühlsaal hängt ein Defibrillator. In dem Gebäude ist die Stadtbücherei untergebracht und tagt der Gemeinderat, nebenan befindet sich die Volkshochschule – ein Ort also mit viel Publikumsverkehr. Doch wie viele Menschen wissen, dass sich dort ein Defi befindet, der im Notfall Leben retten kann? Der DRK-Kreisverband Göppingen will ein Verzeichnis all dieser Geräte im Landkreis Göppingen erstellen und bittet für die Katalogisierung die Bürger um Mithilfe.

Markus Sontheimer
  • DRK Göppingen will alle Defibrillatoren im Landkreis erfassen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.
  • Derzeit sind 89 Standorte bekannt, tatsächliche Zahl wird auf das Dreifache geschätzt.
  • Ersthelfer sollen bei Notrufen über die Standorte informiert werden.
  • Standorte können über die DRK-Website oder die Ersthelfer-App gemeldet werden.
  • Die Daten werden regelmäßig aktualisiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zehn in Bad Boll, gar 16 in Geislingen, fünf in Göppingen. In Lauterstein und Dürnau oder in Salach – ein Defibrillator? Fehlanzeige! Zumindest weiß Andreas Bachmann nicht verbindlich, ob, wo und wie viele des lebensrettenden medizinischen Hilfsmittels sich in den einzelnen Kommunen des Landkreises befinden.

Leitstelle soll künftig Ersthelfer auf Defi-Standorte aufmerksam machen

Von insgesamt 89 Defis kennt der Leiter des Rettungsdienstes des DRK-Kreisverbandes Göppingen die Standorte und auch ihre Zugänglichkeit. Er geht indes davon aus, dass es tatsächlich etwa dreimal so viele gibt. Sie sollen nun katalogisiert werden, wie das Rote Kreuz in einer Pressemitteilung schreibt. Immer, wenn dann einer der Disponenten der Integrierten Leitstelle (ILS) einen Notruf durch einen Ersthelfer entgegennimmt, kann er auch auf den Standort des nächstgelegenen Defibrillators hinweisen und so die Helfer bei der Reanimation eines Herz-Kreislauf-Stillstandes unterstützen.

„Dieses Defi-Map-Verzeichnis, das wir erstellen wollen, stellt also eine weitere Verbesserung der Versorgung der Menschen im Notfall dar“, betont Peter Welsch, der Leiter der ILS, in der Pressemitteilung. Die Initiative geht aus einem Projekt zur Verbesserung der Reanimationsversorgung hervor, an dem neben neun weiteren Rettungsdienstbetreibern aus ganz Deutschland auch der DRK-Kreisverband Göppingen teilgenommen hatte. Die entsprechende Software wurde Ende vergangenen Jahres beschafft und von ILS-Systemadministrator Stefan Wilk programmiert.

Jetzt bitten er, Andreas Bachmann und Peter Welsch um die Mithilfe der Kreisbevölkerung: Wer kennt Standorte von Defibrillatoren? In Unternehmen, Schulen oder Sportstätten? In Arztpraxen, Rathäusern oder Einkaufsmärkten? „Melden Sie uns diese Standorte“, bittet Andreas Bachmann. „Wir werden sie verifizieren und können, wenn sie in unser System eingespeist sind, künftig bei Alarmierungen auch auf diese Defibrillatoren zurückgreifen.“

„Wir sind für jede Meldung dankbar“, ergänzt Peter Welsch. Die Daten sollen künftig ständig aktualisiert werden – neue Standorte aufgenommen und Defis, die demontiert werden, entfernt werden. Stefan Wilk betont, dass das Online-Formular zur Meldung von Defis übersichtlich gestaltet sei. „Wer will, kann sich auch als Ansprechpartner registrieren lassen“, ergänzt Andreas Bachmann. Er verweist darauf, dass diese Defi-Map auf Initiative des Roten Kreuzes realisiert werde. „In Norwegen übernimmt dies eine staatliche Stelle“, weiß er.

Info Standorte von Defibrillatoren können über die Homepage des DRK-Kreisverbandes auf www.drk-goeppingen.de oder über die Ersthelfer-App (www.ersthelfer-gp.de) eingesehen werden. Auf einer Karte des Landkreises sollen dort alle Standorte ersichtlich sein.