GZ-Weihnachtsaktion 2024: Beistand für trauernde Kinder und Familien

Beim Zirkus „Hoppla Hopp“ erfahren die Kinder, die ein Familienmitglied verloren haben, dass sie mit ihrer Trauer nicht allein dastehen und dass es einen Weg zurück ins Leben gibt.
Malteser- Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser erweitert Trauerarbeit mit Zirkus-Projekt und Stationenwanderung.
- Dorothe Heidgreß, Trauerbegleiterin, betont die Bedeutung von Trauergruppen und Ritualen.
- Zirkus „Hoppla Hopp“ stärkt Selbstbewusstsein kleiner Kinder.
- Stationenwanderung soll Familien unterstützen.
- GZ-Weihnachtsaktion sammelt Spenden für Trauerprojekte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie sehr Trauergruppen den Hinterbliebenen helfen, hat Dorothe Heidgreß vor 13 Jahren selbst erfahren. Damals war ihr Mann gestorben. „Die Trauergruppe hat mich sehr gestärkt, die Treffen waren elementare Steine auf meinem Trauerweg“, berichtet sie. Heute ist Heidgreß hauptamtliche qualifizierte Trauerbegleiterin beim Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser im Landkreis Göppingen.
Seit fünf Jahren ist sie dort verantwortlich für alles, was mit Trauer zu tun hat. „Wir haben relativ schnell gemerkt, dass man die Menschen nicht nur während der Krankheit eines Familienmitglieds begleiten kann, sondern man begleitet sie bis in den Tod hinein“, sagt sie. Deshalb gibt es neben der Begleitung von Kindern mit lebensbedrohlicher oder lebensverkürzender Erkrankung, der Begleitung ihrer Eltern und Geschwister oder auch der Begleitung von Kindern, deren Eltern schwerst erkrankt sind, seit einigen Jahren bereits Trauergruppen beim Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser.
Dabei, so drückt sich Dorothe Heidgreß aus, versucht der Kinder- und Jugendhospizdienst das gesamte Spektrum der Trauernden zu erfassen und ihnen Hilfe anzubieten. Eine dieser Trauergruppen bietet Kindern im Grundschulalter bis plus/minus 13 Jahren – je nach Kind – die Möglichkeit, sich einmal im Monat zu treffen. Mit unterschiedlichen Ansätzen wird den Kindern dabei geholfen, ihre Trauer zu verarbeiten. Also beispielsweise mit diversen kreativen Projekten, mit einer Tröst-Ecke oder mit dem Erzählen von Erinnerungen an den verstorbenen Papa, die Mama oder das Geschwisterkind.
Kinderzirkus macht Mut und stärkt Selbstvertrauen
Ganz kleine Kinder, die noch nicht mal das Grundschulalter erreicht haben, können mit dieser Art der Trauerbewältigung jedoch nicht erreicht werden. Für sie hat sich Heidgreß etwas Neues ausgedacht: Rituale in Kombination mit einem Kinderzirkus. Der heißt „Hoppla Hopp“, wobei Hoppla darauf hinweist, dass etwas Schlimmes, der Tod, plötzlich passiert ist. „Und Hopp soll zeigen, dass es auch möglich ist, wieder zurück ins Leben zu kommen“, erklärt die Trauerbegleiterin. Die Gruppe der ganz kleinen Kinder beginnt immer mit einem wichtigen Ritual: Die Kinder zünden für die verstorbene Person eine Kerze an. Wenn viele Kerzen brennen, merken sie, dass sie nicht alleine sind. „Dadurch verlieren sie das Gefühl, abseits von allen zu stehen mit dem, was sie erlebt haben“, erläutert Heidgreß.
Danach geht es mit dem Zirkus los. Dafür ist der Zirkuspädagoge und Trauerbegleiter Martin Bucovsek alias „Carismo“ mit im Boot. Im Turnraum des Kinderhauses „Im Horben“ in Rechberghausen lernen sie Kunststücke wie Luftakrobatik, Slacklinen oder sogar Kartentricks. Wenn nach zwei Stunden – inklusive Verpflegungspause – die Mütter oder Väter kommen, um die Kinder abzuholen, präsentieren die Kleinen ihnen das Gelernte in einer kleinen Vorstellung. „Sie wachsen einen Zentimeter über sich hinaus, weil sie gezeigt haben, dass sie was können und dass sie nicht alleine sind. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein.“
Für Dorothe Heidgreß ist die Zirkus-Gruppe ein Herzensprojekt, das sie gerne ausweiten will, indem sie den Kindern ab kommendem Jahr sechs statt der bisher vier Termine pro Jahr anbietet. „Der Kurs ist mit acht bis zehn Kindern immer voll“, macht sie die Notwendigkeit deutlich.
Wanderung mit Stationen hilft, sich auszutauschen
Neben dem Zirkusprojekt plant die Trauerbegleiterin noch etwas anderes: eine Stationenwanderung bei Rechberghausen. „Das ist dann ein Angebot, um die hinterbliebene Familie als Gesamtkomplex zu stärken.“ Eine solche Stationenwanderung habe es bereits während der Corona-Pandemie gegeben und sei bei betroffenen Familien sehr gut angekommen. „Dabei setzen sich die Familienmitglieder bei jeder Station auf andere Weise mit ihren Gefühlen und ihrer Trauer auseinander und tauschen sich aus darüber, was über sie hereingebrochen ist.“
Im Gegensatz zur Aktion während der Corona-Zeit soll die Stationenwanderung mit einem gemeinsamen Event am Ende abgeschlossen werden. „Eventuell mit Grillen und einem Feuerspucker oder einem anderen Artisten“, überlegt Heidgreß laut. Und hofft auf viele Spender im Rahmen der GZ-Weihnachtsaktion, die diese beiden Projekte zur Trauerbewältigung unterstützen.
Trauerangebote Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Der Kinder- und Jugendhospizdienst bietet Einzelbegleitungen für trauernde Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an sowie Wochenendfreizeiten für trauernde Jugendliche und Familien. Weitere Angebote: eine monatliche Trauergruppe für verwitwete Mütter und Väter, bei denen Kinder und/oder Jugendliche im Haushalt leben; eine Jugendtrauergruppe für Jugendliche ab etwa 13 bis etwa 18 Jahren; eine Kindertrauergruppe für Kinder ab etwa sechs bis etwa 13 Jahren; die im Text beschriebene Trauergruppe mit dem Zirkus „Hoppla Hopp“ für Kinder, die noch nicht in die Grundschule gehen. Alle Gruppenangebote werden von erfahrenen Trauerbegleiterinnen geleitet. Sie sind für die Teilnehmer kostenfrei und unabhängig von Nationalität, Konfessions- und Religionszugehörigkeit.
GZ-Weihnachtsaktion: Wie Sie helfen und spenden können
Die GZ-Aktion unterstützt dieses Jahr folgende Projekte: Pferdegestützte Therapie der Bodelschwingh-Schule Geislingen; Beleuchtung für Einsätze des DRK-Ortsvereins Geislingen-Oberes Filstal; Projekte zur Trauerbewältigung des ambulanten Kinder- und Jugendhospizes der Malteser im Kreis Göppingen; Ausstattung des Hospizes im Oberen Filstal; Psychomotorik-Angebot für Geislinger Förder- und Betreuungsbereich der Lebenshilfe Göppingen; Unterstützung von Veranstaltungen der „Sorgenden Gemeinschaft“ der Seniorengemeinschaft Obere Fils (Segofils).
Mit Veranstaltungen können Sie die Projekte der GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht‘s besser“ unterstützen. Möglich sind beispielsweise Konzerte, Kabarett-Abende, Benefiz-Essen, Basare, Partys oder Tombolas – zum Beispiel im Betrieb oder im Verein.
Sie können entscheiden, ob Sie für alle Projekte spenden möchten oder für einzelne (bitte auf der Überweisung vermerken). Die Spendenkonten: Kreissparkasse Göppingen IBAN: DE24 6105 0000 0006 0770 99, Volksbank Göppingen IBAN: DE14 6106 0500 0608 0000 00.
Jeder Spender wird in der GZ genannt und erhält auf Wunsch eine Spendenbescheinigung (bitte Adresse angeben). Anonyme Spenden sind auch möglich (dies bitte auf der Überweisung vermerken). Wer eine Spende bei der GZ abgeben möchte, wird gebeten, vorab einen Termin zu vereinbaren. Das GZ-Team kommt gerne auch zu Ihnen, um Ihre Spende abzuholen.
Bei allen Fragen und Ideen zur GZ-Weihnachtsaktion können Sie sich gerne an GZ-Volontärin Sarah Quaas wenden unter Telefon (07331) 202-59 oder per E-Mail an
s.quaas@swp.de
