GZ-Weihnachtsaktion 2023: Wie eine Amstetterin in Kenia helfen will

Etwa 30 Patienten pro Tag behandeln Sabine Museve und ihr Team täglich im Gesundheitszentrum. Das Personal arbeitet meist mit Maske, weil manche Patienten Lungentuberkulose haben.⇥
Sabine MuseveVor 25 Jahren, direkt nach ihrem Abitur, war die Amstetterin Sabine Museve für ein soziales Jahr zum ersten Mal in Kenia. Dort lernte sie Patrick Museve kennen und lieben. Das Paar heiratete fünf Jahre später. Seitdem leben die beiden etwa 70 Kilometer von Patrick Museves Heimat entfernt, im Ort Kapsokwony am Mount Elgon in Westkenia an der Grenze zu Uganda. Seit zehn Jahren bereichert Töchterchen Zoe die Familie. „Ich lebe mehr als mein halbes Leben hier in Kenia. Die Zeit hat mich geprägt und die Fremde ist mir zur Heimat geworden“, schreibt die 44-jährige gelernte Kinderkrankenschwester per E-Mail. Die Familie wohnt in einem Mietshaus im Ort Kapsokwony, das der „Afrika Inland Kirche“ gehört.
Aber ihr Lebensmittelpunkt befindet sich im etwa zehn Kilometer entfernten Ort Sambocho. Dort haben sie im Lauf der vergangenen 17 Jahre gemeinsam das Gesundheitszentrum „Sambocho Health Center“ der deutschen Missionsorganisation „Christian Mission International“ (CMI) aufgebaut, für die sie seit 2006 arbeiten (siehe Info).
Einfach war – und ist – das nicht. Vor allem in den ersten Jahren gab es kriegerische Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Stämmen aus der Umgebung, immer wieder wurden Dörfer überfallen. „Mittlerweile ist es überwiegend friedlich“, schreibt Sabine Museve, aber vor allem nachts halte sich die Familie möglichst im Haus auf und vermeide es, nach draußen zu gehen.
GZ-Weihnachtsaktion hat schon einmal geholfen
Im Jahr 2007 erwarb die CMI einen Hektar Land in Sambocho; wegen der Kämpfe dauerte es aber bis 2009, bis das erste Ambulanzgebäude mit sechs Räumen und einem überdachten Wartebereich gebaut war. 2012 folgte der Bau eines weiteren Gebäudes mit drei Krankenstationen, einem Labor, einer Apotheke, einem Lagerraum und einem Stationszimmer für die Pflegekräfte, 2015 eine Geburtenstation mit sanitären Anlagen, seit 2016 gibt es Wasser direkt am Gesundheitszentrum. Dieses hat durchgehend Tag und Nacht das ganze Jahr über geöffnet.
Im Durchschnitt untersuchen und behandeln Sabine Museve und ihre zehn einheimischen Mitarbeiter etwa 30 Patienten am Tag, wobei Sabine Museve die Leitung des Gesundheitszentrums innehat und inzwischen vorwiegend administrative Aufgaben erledigt. „Ich habe eigentlich nur noch Patientenkontakt, wenn ein Notfall ist und man jede Hand braucht oder ich mit meiner Ausbildung als Kinderkrankenschwester etwas zur Behandlung eines kleinen Patienten beitragen kann“, schreibt sie.
Immer wieder arbeitet das Sambocho-Team mit anderen Einrichtungen zusammen, um neben der Basis-Gesundheitsversorgung auch spezialisierte Versorgung anzubieten. Dann kommen Augenarztteams, Chirurgenteams oder Teams eines Krebszentrums nach Sambocho. „Zu solchen Screenings kommen dann zirka Hundert Patienten am Tag.“ 2016 hat die GZ-Weihnachtsaktion bereits Unterstützung geleistet – dank der GZ-Leser konnte damals ein spezielles Blutbild-Gerät angeschafft werden.
Mit dem Analysegerät besser messen und vorbeugen
Ein großes Ziel für die CMI ist es, die Diagnostik im Gesundheitszentrum weiter zu verbessern, um zahlreiche Krankheiten und mögliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen, bevor sie schlimme Folgen zeigen. Das gilt auch für Bluthochdruck- und Diabetespatienten. Deshalb hofft Sabine Museve auf die Unterstützung der GZ-Leser im Rahmen der GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“ zum Kauf eines speziellen chemischen Analysegerätes. „In unserem näheren Umfeld erleben wir es leider immer wieder, dass Patienten aufgrund eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts plötzlich sterben. Manchmal sind das leider auch Mütter, die noch kleine Kinder versorgen“, begründet sie ihren Wunsch.
Mit dem Analysegerät können Leber-, Nieren- und Blutfettwerte durch eine Blutprobe gemessen und so Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes schneller erkannt werden. „Eine mögliche Komplikation bei Diabetespatienten ist Nierenversagen. Dialyse gibt es am Mount Elgon im größeren Umkreis keine. Daher ist es so wichtig, eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion rechtzeitig zu erkennen“, betont Sabine Museve.
Alles zur GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“
Mit Veranstaltungen können Sie die Projekte der diesjährigen GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht‘s besser“ unterstützen. Möglich sind beispielsweise Konzerte, Kabarett-Abende, Benefiz-Essen, Basare, Partys oder Tombolas – zum Beispiel im Betrieb oder im Verein.
Sie können entscheiden, ob Sie für alle Projekte spenden möchten oder für einzelne (bitte auf der Überweisung vermerken). Die Spendenkonten: Kreissparkasse Göppingen, IBAN: DE24 6105 0000 0006 0770 99 Volksbank Göppingen, IBAN: DE14 6106 0500 0608 0000 00
Jeder Spender wird in der GZ genannt und erhält auf Wunsch eine Spendenbescheinigung (bitte Adresse angeben). Anonyme Spenden sind auch möglich (dies bitte auf der Überweisung vermerken).
Die diesjährigen Projektpartner sind das ökumenische Projekt „Aktion Rückenwind“ von Caritas und Diakonie; der Förderverein der Bodelschwinghschule Geislingen; die Organisation „Christliche Mission International“ mit ihrem Gesundheitszentrum in Kenia; der Förderverein Freibad Geislingen; der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser; die Fahrradwerkstatt der SAB; der Tagestreff „Lichtblick“ des Vereins Viadukt.
Wer eine Spende bei der GZ abgeben möchte, wird gebeten, vorab einen Termin zu vereinbaren. Das GZ-Team kommt gerne auch zu Ihnen, um Ihre Spende abzuholen.
Bei allen Fragen und Ideen zur GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“ können Sie sich an GZ-Redakteurin Rebecca Hummler wenden – unter Telefon (07331) 202 48 oder per E-Mail an r.hummler@swp.de
Über das Gesundheitszentrum
Patrick Museve leitet die Gesamtarbeit von CMI. Dazu gehört neben dem Gesundheitszentrum ein Patenschaftsprogramm, durch das 56 Waisen und bedürftige Kinder unterstützt werden. Außerdem gibt es seit 2022 ein Gemeinde-Gründungs- und Entwicklungs-Projekt unter dem „Pokot“-Stamm. Als gelernter Automechaniker ist der 51-Jährige auch für die Werkstatt, die zum Sambocho-Projekt gehört, verantwortlich. Mehr auf cmi-online.info

