Großeinsatz auf der A8
: „Erster Vorfall in über 30 Jahren“ – was die Firma zur Gefahrgut-Lage sagt

Wie knapp war die Gefahrgut-Lage auf der Autobahn bei Wiesensteig vor der Katastrophe? Die beteiligte Chemiefirma hat sich nun geäußert.
Von
Roland Müller
Wiesensteig
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Gefahrgut legt A8 lahm - Evakuierungen und Waldbrandgefahr

Dieser Gefahrgut-Lkw legte am Montag stundenlang die A8 lahm, 300 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.

Jason Tschepljakow/dpa
  • Gefahrgut-Lkw legte die A8 bei Wiesensteig stundenlang lahm – 300 Anwohner evakuiert.
  • Lage galt zeitweise als unbeherrschbar, doch der Einsatz wurde ohne Explosion beendet.
  • Der Lkw transportierte organisches Peroxid, die Kühlung und der Auflieger fielen aus.
  • Firma Arkema prüft den Vorfall intern: erster Zwischenfall im Straßentransport in über 30 Jahren.
  • Laut Arkema stand eine Explosion „zu keinem Zeitpunkt“ als theoretisches Szenario im Raum.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Stundenlanger Großeinsatz, Evakuierung, Angst vor einer verheerenden Explosion: Die Gefahrenlage auf der A8 bei Wiesensteig im Kreis Göppingen hat Rettungskräfte und Behörden am Montag auf Trab gehalten. Zwischenzeitlich sei man in der nicht mehr beherrschbaren Situation an dem Punkt gewesen, aufzugeben und die Situation zu akzeptieren, „dass das Ding explodieren wird“, wie Kreisbrandmeister Michael Reick unserer Redaktion in Geislingen berichtete.

Dazu kam es am Ende doch nicht, die Lage mit dem gestrandeten Gefahrgut-Lkw, der unter anderem den instabilen und explosiven Stoff organisches Peroxid geladen hatte, konnte doch noch entschärft werden.

Explosion war laut Unternehmen kein Szenario

Die beteiligte Chemiefirma will den Vorfall nun intern prüfen und aufarbeiten, wie der Günzburger Niederlassungsleiter Christian Wille dem SWR sagte. Die genaue Ursache dafür, dass sowohl die Kühleinheit des Gefahrguttransporters als auch der Lkw-Auflieger ausgefallen waren, könne man noch nicht nennen. Es sei „der erste Zwischenfall auf dem Straßentransport in über 30 Jahren Geschäft“, sagte Wille weiter; die Unannehmlichkeiten für Autofahrer und Anwohner bedauere man.

Ähnliche Transporte führe Arkema, ein international tätiges Chemieunternehmen mit Hauptsitz in Frankreich, auch in wesentlich heißeren Regionen wie etwa im Mittleren Osten durch. Der Fahrer habe zudem „vollkommen richtig reagiert“, indem er zuerst nach Ausfall der Kühlung auf der Strecke umkehrte und dann die Behörden informierte, nachdem sein Auflieger nicht mehr fuhr.

Allerdings sagte Wille dem SWR auch, dass eine Explosion des Transports „zu keinem Zeitpunkt“ als theoretisches Szenario zur Auswahl gestanden habe. Durch die Lkw-Havarie war die A8 am Montagabend stundenlang gesperrt, es bildeten sich lange Staus. Gegen 23.30 Uhr konnte der Lkw-Fahrer seine Fahrt nach Günzburg fortsetzen, nach Mitternacht wurde die Sperrung schließlich aufgehoben.