Glasfaserausbau Amstetten
: Projekt für NetCom BW „wirtschaftlich nicht realisierbar“

Nach der Absage des Glasfaserausbaus in allen fünf Amstetter Teilorten herrscht Aufregung. Jetzt bezieht der Netzbetreiber Stellung, begründet die Entscheidung – und lässt ein Hintertürchen offen.
Von
Felix Feyock
Amstetten
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Ausbau des Glasfasernetzes: ARCHIV - 08.04.2021, Niedersachsen, Leer: Glasfaserkabel liegen auf einer Baustelle. (zu dpa: «Zwei von drei Haushalten könnten Glasfaser nutzen») Foto: Sina Schuldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In den Boden der Amstetter Teilorte werden von der NetCom BW entgegen erster Pläne nun doch keine modernen Breitbandkabel verlegt. Das bestätigte das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Sina Schuldt/dpa
  • NetCom BW stoppt eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in fünf Amstetter Teilorten.
  • Gründe: Verschärfte Finanzierungskonditionen und gestiegene Tiefbaupreise.
  • Ausbau könnte künftig durch geförderte Breitbandprogramme realisiert werden.
  • Bürgermeister kritisiert kurzfristige Absage und mangelnde Kommunikation.
  • Andere Glasfaserprojekte im Alb-Donau-Kreis bleiben laut NetCom BW unberührt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die NetCom BW GmbH wird den geplanten eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in den Amstetter Teilorten Bräunisheim, Schalkstetten, Reutti, Hofstett-Emerbuch und Stubersheim nicht umsetzen, das bestätigte das Unternehmen in einer Pressemitteilung am Donnerstag (11.09.2025). Trotz einer erfolgreichen Vorvermarktung sei das Projekt für die EnBW-Tochter unter den aktuellen Rahmenbedingungen „wirtschaftlich nicht realisierbar“.

Breitbandausbau nicht 100 Prozent vom Tisch

„Wir wissen, dass viele Bürgerinnen und Bürger in Amstetten auf diesen Ausbau gehofft haben. Umso mehr bedauern wir, dass wir den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau trotz der großen Nachfrage nicht wie geplant umsetzen können“, erklärt NetCom BW Geschäftsführer Nicholas Prinz. Wie das Ellwanger Unternehmen mitteilt, beruhe die Entscheidung, das Projekt abzusagen, vorwiegend auf den folgenden zwei Punkten: Zum einen hätten sich die Finanzierungskonditionen seit dem Abschluss der Kooperationsvereinbarung mit der Gemeinde Amstetten signifikant verschärft, zum anderen seien auch die Tiefbaupreise zuletzt weiter gestiegen. Trotz intensiver Bemühungen hätten in den Ausschreibungen für dieses Projekt dadurch keine wirtschaftlich tragfähigen Angebote eingeholt werden können.

„Obwohl uns die schwierigen Rahmenbedingungen, zu denen auch die geringe Dichte der Haushalte und relativ lange Straßentrassen in Amstetten zählten, bereits vor Beginn der Vorvermarktung bewusst waren, hatten wir die Hoffnung, den Ausbau vor Ort wie vorgesehen umsetzen zu können. Wir haben deswegen bis zuletzt alles versucht, um das Projekt möglich zu machen. Leider war insbesondere bei den Tiefbaukosten die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Angeboten und den ursprünglichen Planungen zu groß“, so Nicholas Prinz weiter.

Dass die Absage des Projekts gerade jetzt und für Bürger sowie Gemeindeverwaltung überraschend erfolgte, habe allerdings noch eine weitere Ursache, so NetCom BW: Die Ankündigung zur Glasfasererschließung der fünf Amstetter Teilorte sei im Rahmen des Markterkundungsverfahrens erfolgt. Dieses habe für alle Ortsteile einen geförderten Ausbau vorgesehen. Um das Vorhaben nicht zu gefährden, habe der Rückzug daher bis zum Stichtag am 31.08.2025 erfolgen müssen.

Durch die Absage werde nun geprüft, das Ausbaugebiet in die Planung zum geförderten Ausbau aufzunehmen. Eine Glasfasererschließung der betroffenen Orte sei damit trotz allem noch möglich, schreibt das Unternehmen: Statt eigenwirtschaftlich durch die NetCom BW, solle der Ausbau nun im Rahmen des geförderten Breitbandausbaus erfolgen.

NetCom BW ist zuversichtlich, der Bürgermeister enttäuscht

Der Amstetter Bürgermeister Johannes Raab war in der vergangenen Woche alles andere als erfreut darüber, als er von der Absage seitens NetCom BW erfuhr (wir berichteten). Vor allem die Kurzfristigkeit und die fehlende Kommunikation stieß ihm dabei sauer auf. Dafür entschuldigt sich das Unternehmen nun indirekt: „Gerade die Kritik an unserer Kommunikation nehmen wir sehr ernst. Dass sich die Gemeindeverwaltung und auch die vielen Interessentinnen und Interessenten von unserer Entscheidung überrumpelt fühlten, bedauern wir sehr. Wir sind allerdings zuversichtlich, dass die Glasfasererschließung von Bräunisheim, Schalkstetten, Reutti, Hofstett-Emerbuch und Stubersheim im Rahmen der Förderung möglich gemacht werden kann.“

Für die übrigen eigenwirtschaftlichen Projekte im Alb-Donau-Kreis gibt die NetCom BW derweil Entwarnung: Insgesamt gab das Unternehmen im Rahmen des Markterkundungsverfahrens für 16 Kommunen im Alb-Donau-Kreis verbindliche Ausbauzusagen ab.