Fund in Schalkstetten
: Neues über Künstler von historischem Ortsbild

Carl Roscher hat das Bild vor mehr als 200 Jahren gemalt. Er arbeitete unter anderem bei den Königlich Schwäbischen Hüttenwerken.
Von
Franziska Ruf
Schalkstetten
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Bild von Schalkstetten aus dem Jahr 1812

Das Bild von Schalkstetten stammt aus dem Jahr 1812

Hermann Eberhardt
  • Neues zu einem Bild von Schalkstetten: Es stammt aus dem Jahr 1812 und zeigt feine Herrschaften.
  • Nach Presseberichten meldeten sich Fachkundige – Quellen zu Maler Carl F. S. Roscher wurden gefunden.
  • Roscher, 1779 in Marschalkenzimmern geboren, war Gold- und Silberschmied und auch Kunstmaler.
  • Er arbeitete bei den Königlich Schwäbischen Hüttenwerken und starb 1864 in Itzelberg.
  • Seine Motive: heimische Landschaften mit Figuren – er malte auch Gerstetten, Königsbronn und Heidenheim.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Über ein 200 Jahre altes Bild von Schalkstetten gibt es Neuigkeiten. Durch Zufall hatte es der Schalkstetter Ernst Häge von einem Stuttgarter Bekannten erhalten. Der damalige Schalkstetter Ortsvorsteher Hermann Eberhardt begann, das Werk zu analysieren. Jetzt ist Neues über den Künstler Carl Friedrich Samuel Roscher bekannt geworden.

Aufgrund des Berichts in regionalen Tageszeitungen seien laut Eberhardts Mitteilung mehrere Personen auf das Bild aufmerksam geworden. Die Historikerin und Amstetter Gemeinderätin Heike Weishaupt fand Quellen, die über diesen Maler berichten. Zudem meldeten sich historisch Sachkundige, nachdem Eberhardt beim Verein Eisenfreunde 1365 aus dem Raum Aalen-Heidenheim einen Vortrag zu dem Bild gehalten hatte. Nun hat der Schalkstetter das Leben und den Ursprung des Malers aufgearbeitet.

Gelernter Gold- und Silberschmied

Carl Friedrich Samuel Roscher ist als Sohn des evangelischen Pfarrers Johann Christoph Friedrich Roscher am 20. Juli 1779 in Marschalkenzimmern, Kreis Horb am Neckar, geboren. Er ist das älteste von 15 Kindern. Am 12. Juli 1790 wird sein Vater zum Pfarrer von Gussenstadt ernannt. Damit kommt Carl mit elf Jahren ins Pfarrhaus nach Gussenstadt. Er lernt den Beruf des Gold- und Silberschmieds und arbeitet in Augsburg als Silberarbeiter. Dort heiratet er am 14. Januar 1806 Johanna Katharina Bihler, die Tochter eines Gold- und Silberschmieds in Augsburg.

In Augsburg betätigt sich Carl Roscher auch als Kunstmaler. Vermutlich hat er sich an der Augsburger Kunstakademie künstlerisch weiter ausgebildet. Infolge des Revolutionskrieges verarmt er in Augsburg und zieht mit seiner Frau und seinen sechs Kindern zurück nach Gussenstadt, wo ihn sein Vater im Pfarrhaus wieder aufnimmt. Der Vater versieht auch im Alter von 80 Jahren immer noch den Dienst in der Kirche. Im Alter von 82 Jahren stirbt er. Eigentlich hätte Carl Roscher gleich das Pfarrhaus verlassen müssen, um Platz für einen Nachfolger zu schaffen. Es wird ihm aber Aufschub bis zum Georgstag, 23. April 1823, gewährt.

Stelle beim Königlich Schwäbischen Hüttenwerken

Damit er seine Familie ernähren kann, nimmt Roscher bei den Königlich Schwäbischen Hüttenwerken in Königsbronn eine Stelle an und arbeitet in der Finanzbuchhaltung. Er zieht nach Königsbronn. Ab 1853 arbeitet er in Itzelberg, ebenfalls bei den Königlichen Schwäbischen Hüttenwerken als Platzmeister. Hier verdient er den Lebensunterhalt für seine Familie, mit inzwischen acht Kindern. Hier in Itzelberg stirbt der allseits beliebte und fleißige Künstler Carl Roscher am 29. Dezember 1864.

Beeinflusst von den holländischen Meistern habe er laut Mitteilung seinen Stil entwickelt. Er belebte die heimatlichen Landschaften mit Figuren. Seine Vorliebe war, den Vordergrund mit vornehm gekleideten Frauen und Männern auszufüllen. So ist das Bild von Schalkstetten im Jahr 1812 entstanden, durch die Verbindung zum Pfarrhaus in Gussenstadt wo sein Vater auch in dieser Zeit Pfarrer war. Alle Details des Bildes sind typisch dem Künstler zuzuordnen: im Hintergrund das Dorf Schalkstetten, im Vordergrund fein gekleidete Herrschaften. Neben dem Bild von Schalkstetten verewigt der Künstler weitere Orte auf der Ostalb in Bildern, zum Beispiel Gerstetten, Königsbronn, Heidenheim und Itzelberg.