Feuerwehreinsatz Gosbach
: Landratsamt: Nach Austritt von Reinigungsmittel stabilisiert sich Lage

Nach der Verunreinigung der Fils durch Tenside am Mittwochnachmittag in Gosbach informiert das Landratsamt einen Tag später (2.4.2026) über den aktuellen Stand. Trinkwasser und Gewässer werden kontrolliert, Auswirkungen auf die Umwelt sind noch unklar.
Von
Kathrin Bulling
Bad Ditzenbach-Gosbach
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Die Feuerwehren aus Deggingen und Bad Ditzenbach schlagen einen Schaumteppich auf der Fils beim Fils-Wehr in Deggingen mit Wasser nieder. Zuvor hatte ein LKW 2000 Liter eines Grundmittels zur Seifenherstellung wie sie zum Beispiel bei Shampoos verwendet wird verloren. Bei der Chemikalie handelt es sich um Texapon ein Mittel, das Shampoos zum Schäumen bringt.

Inzwischen ist die Fils vom Schaum befreit, doch am Mittwoch hatten die Feuerwehren gut zu tun. Das Bild zeigt die Wehren aus Deggingen und Bad Ditzenbach, die den Schaumteppich beim Fils-Wehr in Deggingen mit Wasser niederschlagen.

Rainer Lauschke
  • Nach Tensidaustritt in Gosbach stabilisiert sich die Lage in Fils und Kanalisation.
  • Am Mittwoch verunreinigten Tenside die Fils, großflächiger Schaum entstand.
  • Feuerwehren reduzierten den Schaum mit Frischwasser und überwachten die Nacht.
  • Kläranlage Deggingen zeigt noch Schaum, Proben laufen, Ergebnisse stehen aus.
  • Mühlkanäle geschlossen, Fischerei verboten, betroffene Trinkwasserfassungen vom Netz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Schaum ist weg, die Lage hat sich stabilisiert: Dies gilt wohl zumindest für die Fils und die Kanalisation, wie das Landratsamt Göppingen am Donnerstagmittag (2.4.2026) mitteilt. Weder im Fluss noch in der Kanalisation seien derzeit weitere Schaumbildungen festzustellen. Insgesamt deute die Entwicklung darauf hin, dass sich die Lage stabilisiere. Dennoch seien weitere Untersuchungen sowie eine Nachkontrolle des Fischbestands in den betroffenen Gewässerabschnitten erforderlich. Laut Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur dpa von Freitag (3.4.2026) seien vereinzelt tote Forellen entdeckt worden – es sei aber unklar, ob ein Zusammenhang zu dem Vorfall bestehe. Die Polizei konnte dazu am Feiertag auf Nachfrage der GZ keine Auskunft geben. Die Behörde rät, den Kontakt mit dem Flusswasser an den betroffenen Stellen sowie dem Schaum vorsorglich zu vermeiden.

Überwachung durch die Feuerwehr auch in der Nacht

Der Unfall des Tanklasters am Mittwoch (1.4.2026) kurz vor 13 Uhr auf der B466 in Gosbach, bei dem dieser zirka ein bis zwei Tonnen eines Reinigungsmittels verlor, hatte zu einem Großaufgebot der Rettungskräfte geführt: Die Feuerwehren aus Bad Ditzenbach, Deggingen, Bad Überkingen und Geislingen rückten aus. Ihre erste Aufgabe: Den Schaum durch den Einsatz von Frischwasser zu reduzieren. Dieser war entstanden, weil bei dem Vorfall Tenside ausgetreten waren, durch die sich aufgrund der hohen Wasserlöslichkeit des Stoffes großflächige Schaummengen gebildet hatten. Den Rettungskräften gelang es laut dpa, die Hälfte der Stoffe aufzufangen; der andere Teil gelangte ins Wasser. Wie das Landratsamt mitteilt, gelangten die Stoffe über die Kanalisation in die Sammelkläranlage Deggingen und von dort – sowie teilweise über Regenüberlaufbecken infolge der Niederschläge – in die Fils. Die Bundesstraße B466 musste zwischen Gosbach und Deggingen mehrere Stunden voll gesperrt werden.

Die Feuerwehren überwachten laut Landratsamt die Situation auch über Nacht. Wie die Behörde mitteilt, kommt es in der Kläranlage Deggingen aktuell noch zu Schaumbildung im Bereich der Förderschnecken sowie zu vereinzelten Resten in Verbindungsschächten, die derzeit ausgespült würden. Am Ablauf der Anlage seien Proben entnommen worden; die Analyseergebnisse stünden noch aus.

Die beiden Regenüberlaufbecken in Deggingen seien infolge der Niederschläge stark gefüllt und wiesen weiterhin Schaumbildung auf. Das kleinere Becken werde kurzfristig entleert, um zusätzliche Pufferkapazität zu schaffen, während das größere im Laufe des Wochenendes folgen solle. Anschließend sei eine Reinigung beider Becken vorgesehen, um erneute Schaumbildung zu vermeiden.

Mühlkanäle geschlossen, Trinkwassereinfassungen vom Netz genommen

Zum Schutz der Gewässer wurden die in die Fils einleitenden Mühlkanäle vorsorglich geschlossen, informiert das Landratsamt. Zudem sei ein Fischereiverbot erlassen worden. Wasser- und Schaumproben würden derzeit analysiert.

Das Trinkwasser sei von dem Vorfall nicht betroffen, berichtet die dpa. Zwar seien in Deggingen und Bad Überkingen Tenside festgestellt worden, allerdings werden die Orte derzeit mit frischem Wasser aus anderen Leitungen versorgt. Die Trinkwassersicherheit sei für alle Bürger hergestellt, sagte der Landratsamt-Sprecher.

Das Landratsamt berichtet weiterhin, dass vorsorglich die potenziell vom Tensidaustritt betroffenen Trinkwasserfassungen in Deggingen und in Bad Überkingen vom Netz genommen worden seien. Diese Anlagen seien Stand Donnerstag (2.4.2026), 11 Uhr, weiterhin vom Netz getrennt. Eine Wiederinbetriebnahme erfolge nach Freigabe durch das Gesundheitsamt, das die Lage fortlaufend überwache.

Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung

Die Polizei beschäftigt sich indes mit der Frage, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Sie ermittelt wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung. Im Fokus stehen laut dpa demnach der 32-jährige Tankwagenfahrer und ein weiterer 30-jähriger Mann. Aus bisher ungeklärter Ursache traten beim Abkoppeln des Schlauches vom Lastwagen aus dem Tank rund 2000 Liter Tenside aus. Der 30-Jährige habe noch versucht, die Schlauchverbindung wieder herzustellen. Dabei zog er sich Verletzungen im Gesicht zu. Wer für den Unfall haften muss, dazu konnte die Polizei noch keine Auskunft geben. Die Ermittlungen dauern an.

Trinkwasserversorgung in Deggingen

Die Gemeinde Deggingen informiert derzeit (Stand: 2.4.2026) auf ihrer Homepage, dass aufgrund des Tensid-Austritts die zur Eigenwasserversorgung genutzten Tiefbrunnen vorsorglich außer Betrieb genommen worden seien. Die Trinkwasserversorgung in Deggingen und Reichenbach erfolge daher bis auf Weiteres über Fremdwasserversorgung. Infolge dieser Umstellung verändere sich die Wasserqualität, erklärt die Gemeindeverwaltung: Das Trinkwasser weise derzeit eine höhere Wasserhärte von etwa 20 °dH (statt bisher zirka 8 °dH) auf und enthalte entsprechend mehr Kalk. Auf www.deggingen.de gibt es weitere Informationen, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.