Einzelhandel in Deggingen
: Das Geschäft „Steiner Mode“ schließt seine Pforten

Am Samstag, 28. Juni, ist Schluss: Dann hat das Degginger Bekleidungsgeschäft zum letzten Mal geöffnet. Das Team kann auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken.
Von
GZ
Deggingen
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Steiner Mode Deggingen

Das Team von „Steiner Mode“ um Geschäftsinhaber Dietmar Steiner hat viel Herzblut in das Geschäft gesteckt. Doch jetzt war der passende Zeitpunkt für die Schließung gekommen.

privat
  • „Steiner Mode“ in Deggingen schließt nach 100 Jahren; letzter Öffnungstag ist der 28. Juni.
  • Gegründet 1921 als Maßschneiderei, später zum Bekleidungshaus mit Schneiderstube erweitert.
  • Online-Handel als Herausforderung; fehlende Nachfolge; Team arbeitete bis zuletzt am Limit.
  • Nach über 40 Jahren im Familienbetrieb fällt der Abschied schwer, Zukunft des Inhabers offen.
  • Kinder des Inhabers verfolgen beruflich andere Wege, Schwestern gehen in Rente.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Begonnen hat die Geschichte des Modehauses 1921: Die Brüder Albert und Emil Steiner gründeten eine Maßschneiderei in der Degginger Ortsmitte. Damals wurden Maßanzüge gefertigt. „Aus heutiger Sicht ein Luxus der besonderen Art“, betont Geschäftsinhaber Dietmar Steiner, dessen Geschäft sich an der Friedhofstraße befindet. Die Immobilie kaufte Albert Steiner Senior 1939.  Wegen des Krieges musste das Geschäft für vier Jahre geschlossen bleiben. Eine beim Vater begonnene Lehre konnte Albert Steiner Junior in Geislingen beim ehemaligen Modehaus Hoch fortsetzen und beenden.

Nach und nach entwickelten sich die Schneidereien zu Bekleidungshäusern. So wurde auch das Degginger Gebäude 1958 um das heutige Geschäft erweitert. Albert Steiner junior übernahm dieses 1965. Später folgten Umbauten und Erweiterungen, doch eines blieb immer erhalten: die Schneiderstube.

Dietmar Steiner übernahm 1991 den elterlichen Betrieb. Seine Schwestern Evi Siegl, Sabine Scheiring und Christine Gesing stiegen mit ein. „Wir wollten vor allem kundenorientiert arbeiten und eine professionelle Beratung anbieten“, betont Dietmar Steiner. Er steuerte das Modehaus über das Millenium und vor allem über die Währungsreform. Doch parallel dazu machten sich Strukturveränderungen durch den Online-Handel bemerkbar. Dieser ging auch an „Steiner Mode“ nicht spurlos vorbei. „Trotzdem hatten wir viele Kunden, die vor allem wegen der Beratung kamen“, sagt Steiner.

Acht Wochen dauerte der Ausverkauf: „Da haben wir fast jeden Tag am Limit gearbeitet. Meine Schwestern sind alle über 60 und teilweise schon berechtigt, in Rente zu gehen“, gibt Steiner zu bedenken. „Bei mir sind es zwar noch ein paar Jahre, aber unsere beiden Kinder gehen beruflich andere Wege und werden das Geschäft nicht übernehmen.“

„Dass jetzt Schluss ist, tut schon ein bisschen weh“

„Wir haben mehr als drei Jahrzehnte unser Herzblut in das Geschäft gesteckt. Dass jetzt Schluss ist, tut schon ein bisschen weh“, verdeutlicht Sabine Scheiring. Doch nach über 40 Jahren war für Dietmar Steiner der Zeitpunkt für die Schließung gekommen. „Wie es bei mir weitergeht, ist noch offen“, sagt er. Aber einer Tätigkeit wolle er auf jeden Fall nachgehen.