Betrugsfall in Reichenbach: Schockanrufer erbeutet Geld von Frau - Zeugen gesucht

Wer von einem solchen Anruf betroffen ist, dem rät die Polizei unbedingt den Hörer aufzulegen und anschließend selbst die 110 zu wählen (Symbolfoto).
Rolf Vennenbernd/dpa- Unbekannter erbeutet Geld und Gold von Frau in Reichenbach durch Schockanruf.
- Täter gibt sich als Polizist aus, erzählt von tödlichem Unfall des Schwiegersohns.
- Frau übergibt Geld und Gold an Täter, Polizei sucht Zeugen unter Tel. 07161/63 23 60.
- Täterbeschreibung: südländisches Aussehen, schlank, dunkle Haare, Schnauzbart, rote Umhängetasche.
- Polizei rät: Bei Verdacht sofort auflegen, 110 wählen, keine persönlichen Daten preisgeben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit einem Schockanruf täuschten Unbekannte am Montag (16.6.2025) eine Frau bei Deggingen. Wie die Polizei berichtet, klingelte am Nachmittag das Telefon der Frau im Ortsteil Reichenbach. Ein Unbekannter gab sich als Polizist aus. Der Mann teilte mit, dass ihr Schwiegersohn einen Unfall gehabt hätte, bei dem ein Kind gestorben sei. Der Betrüger gab das Telefon weiter an eine Frau - diese gab mit weinerlicher Stimme vor, die Tochter der Angerufenen zu sein.
In der Aufregung schenkte die Geschädigte der Unbekannten glauben. Zur Abwendung einer sofortigen Haftstrafe müsse noch heute eine hohe Kaution hinterlegt werden. Durch den Anruf geschockt, sammelte die Frau Geld und auch Gold im Haus zusammen. Beides übergab sie laut Polizei gegen 16.15 Uhr an der Haustür an einen Mann. Dann ging der Unbekannte wortlos wieder.
Später flog der Betrug auf. Die Kriminalpolizei Göppingen (Telefon: 07161/63 23 60) hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen. Der Abholer soll ein etwa 170 bis 175 Zentimeter großer Mann mit südländischem Aussehen sein. Der Beschreibung nach war er schlank, hatte dunkle kurze Haare sowie einen Schnauzbart. Der Mann trug zur Tatzeit eine braune/hellbraune Jeans und hatte eine rote Umhängetasche aus Leder bei sich.
So kann man sich vor Telefonbetrug schützen
Die Polizei weist darauf hin, dass man sich vor Telefonbetrügern schützen kann. Zwischenzeitlich sind die Maschen, wie die Betrüger an das Geld der Angerufenen kommen wollen, vielfältig. Oft geben sich Betrüger laut Polizei am Telefon als Verwandte, meist Tochter, Sohn oder Enkel, oder als ein mit einem Vorgang betrauter Polizeibeamter oder Rechtsanwalt aus und täuschen eine Notsituation vor. Die Anrufer berichten etwa von einem Verkehrsunfall, in dessen Folge ein Familienmitglied sofort operiert werden müsse. Die Operation könne jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn sie vorher in bar bezahlt wird. Dieses Vorgehen wird „Schockanruf“ genannt.
Aber auch falsche Mitarbeiter von Software-Unternehmen, falsche Polizeibeamte oder der sogenannte Enkeltrick sollen meist ältere Menschen dazu bringen, Geld oder andere Wertgegenstände und Schmuck auszuhändigen oder Überweisungen durchzuführen. In vielen Fällen durchschauten die Angerufenen die Betrugsmaschen und die Betrüger gehen leer aus. Immer wieder fielen aber auch Menschen auf Betrüger herein und werden um ihr Vermögen gebracht.
Um sich vor Telefonbetrug zu schützen, rät die Polizeiliche Kriminalprävention grundsätzlich dazu, sich am Telefon nicht unter Druck setzen zu lassen. Der Angerufene soll auflegen; wer sich nicht in ein Gespräch verwickeln lässt, kann dabei auch nicht irregeführt werden.
Misstrauen ist bei Forderungen nach Geld oder persönlichen Daten angebracht. Zuerst sollte unbedingt aufgelegt werden, dann selbst die 110 gewählt werden und der Sachverhalt mitgeteilt werden. Über die persönlichen und finanziellen Verhältnisse sollte nicht am Telefon gesprochen werden.
Wie die Polizei außerdem berichtet, suchen die Betrüger suchen in Telefonverzeichnissen vor allem nach Vornamen, die auf ältere Personen hindeuten. „Wer sein Risiko solcher Anrufe verringern will, der sollte sich aus den öffentlichen Verzeichnissen streichen lassen oder veranlassen, dass der Vorname nur abgekürzt genannt wird.“
Die Polizei empfiehlt, sich mit seiner Familie oder Personen, denen man vertraut, zu beraten. Geld oder Wertgegenstände sollten niemals an Unbekannte weitergegeben werden.