Bericht zur Sicherheit
: 21 Prozent weniger Straftaten in Böhmenkirch

Die Polizei stellt im Böhmenkircher Gemeinderat die Sicherheitslage in der Gemeinde vor.
Von
GZ
Böhmenkirch
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Zillerforststeige Steinenkirch

Viele Verkehrsteilnehmer scheuen die 2,9 Kilometer längere offizielle Strecke über Gussenstadt und fahren über die verbotene Zillerforststeige.

Elke Ihring
  • Polizei stellte im Gemeinderat die Sicherheitslage vor – Böhmenkirch gilt als sicher.
  • 103 Straftaten im Jahr 2025, minus 21,4 Prozent; Häufigkeitszahl sank auf 1812.
  • Einfache Diebstähle halbiert, schwere Diebstähle rückläufig; Aufklärungsquote bei 51,5 Prozent.
  • Rohheitsdelikte leicht gestiegen, drei schwere Körperverletzungen; fünf Sexualdelikte.
  • 49 Unfälle, weniger Verletzte; Fokus 2025: illegales Tuning und Überwachung der Zillerforststeige.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Weniger Straftaten, eine solide Aufklärungsquote und ein deutlicher Rückgang bei Wohnungseinbrüchen: Die Polizei hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Sicherheitslage für Böhmenkirch vorgestellt – und die Zahlen sprechen für sich, teilt die Verwaltung mit.

„In Böhmenkirch kann man sich sicher fühlen“, lautete das Fazit von Polizeirat Marco Kenjic, der als Leiter des Polizeireviers Geislingen erstmals die Kriminali­tätsstatistik ­vorstellte. Auch der Leiter des Polizeipostens Böhmenkirch, Valentin Rupp, präsentierte sich zum ersten Mal im Gemeinderat.

Straftaten deutlich rückläufig

Mit 103 registrierten Straftaten im Jahr 2025 verzeichnet die Gemeinde den niedrigsten Wert der vergangenen fünf Jahre – ein Rückgang von 21,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit setze sich ein Trend fort, der seit dem Höchststand von 199 Fällen im Jahr 2022 anhalte. Auch die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, sank spürbar auf 1812 – der niedrigste Wert im Fünfjahresvergleich.

Besonders erfreulich: Der einfache Diebstahl ging um mehr als die Hälfte zurück (minus 51,4 Prozent auf 18 Fälle), auch beim schweren Diebstahl sank die Zahl um ein Drittel. Die strafrechtlichen Nebengesetze – darunter Rauschgiftdelikte – wurden um die Hälfte reduziert.

Aufklärungsquote bei 51,5 Prozent

Weniger rosig sieht es bei den Rohheitsdelikten aus: Mit 21 Fällen liegt hier ein leichtes Plus von fünf Prozent vor, wobei sich die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen von einem auf drei Fälle verdreifachte. Auch bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung war mit fünf Fällen ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Die Aufklärungsquote liegt mit 51,5 Prozent etwas unter dem Vorjahreswert, bewege sich aber im Rahmen der vergangenen Jahre. Bemerkenswert sei laut Verwaltung die Entwicklung bei den Tatverdächtigen: Ihre Zahl sank von 92 im Jahr 2023 auf nur noch 46 im vergangenen Jahr – ein Rückgang um mehr als die Hälfte. Besonders stark reduzierte sich die Zahl bei Jugendlichen und Heranwachsenden. Gestiegen ist hingegen der Ausländeranteil unter den Tatverdächtigen, der sich von 30 Prozent im Jahr 2021 auf 47,8 Prozent im Jahr 2025 erhöhte.

Illegales Tuning im Fokus

Auch auf den Straßen der Gemeinde zeige sich eine leicht positive Entwicklung. Mit 49 Verkehrsunfällen liegt Böhmenkirch unter dem Wert der beiden Vorjahre (54 und 59 Fälle). Die Zahl der Leichtverletzten sank um 35 Prozent auf 15 Personen, Schwerverletzte gab es unverändert drei, Verkehrstote waren – wie in den Vorjahren – keine zu beklagen.

Auffällig: Unfälle mit der ­Ursache Vorfahrtsmissachtung nahmen um 67 Prozent zu, während Geschwindigkeitsunfälle um mehr als die Hälfte zurückgingen. Die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten fiel allerdings deutlich – von 38,5 Prozent im Vorjahr auf nur noch 8,7 Prozent.

Für das laufende Jahr hat das Polizeipräsidium Ulm seine strategische Ausrichtung geschärft: Unter dem Motto „Sicher im öffentlichen Raum“ rückt insbesondere das Thema illegales Tuning in den Fokus der Beamten, die damit gezielt gegen unsichere Straßenverhältnisse vorgehen wollen. Durch verstärkte Präsenz und den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern wolle man zudem das subjektive Sicherheitsgefühl vor Ort weiter stärken.

Zillerforststeige soll überwacht werden

Nach diesem positiven Fazit des Revierleiters entspann sich im Gemeinderat eine lebhafte Diskussion. Gemeinderat Franz Geiger hakte kritisch nach: Ihm fehlten in der Statistik konkrete Zahlen zu Unfällen mit E-­Scootern. Kenjic konnte hier Entwarnung geben, wenn auch mit einem Wermutstropfen: Zwar seien die entsprechenden Unfallzahlen tatsächlich um das Siebenfache in die Höhe geschnellt – dieser Anstieg betreffe jedoch vor allem den städtischen Raum und mache um Böhmenkirch einen Bogen. Um dem Trend dennoch vorzubeugen, setze die Polizei ­gezielt auf Prävention und sei regelmäßig mit Aufklärungsangeboten an den Schulen vor Ort.

Ein zweites Anliegen trieb Bürgermeister Nägele um: Er forderte von der Polizei eine konsequentere Überwachung des Durchfahrtsverbots auf der Zillerforststeige. Die schmale Verbindung zwischen Steinenkirch und Waldhausen wurde zwar unlängst zum Feldweg zurückgestuft, doch an der Realität auf der Straße ändere das wenig – die Beschilderung werde nach wie vor beharrlich ignoriert.

Zuständigkeit bei Geislingen

Zuständig für Böhmenkirch ist das Polizeirevier Geislingen, eines von zwölf Revieren im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm. Mit 64 Beschäftigten betreut das Revier rund 65.000 Einwohner. Allein im vergangenen Jahr rückten die Beamten zu 9567 Einsätzen aus. In Böhmenkirch selbst ist einer von drei Polizeiposten des Reviers angesiedelt.