Albsteig Trailrunning Challenge: In sechs Tagen quer über die Schwäbische Alb

Angela Wegele (von links), Karlheinz Dravec, Manuel Schmied und Melanie Bernardino Rodrigo bei der Durchquerung des Landkreises Göppingen auf dem Albtraufgänger am Grünenberg-Parkplatz.
Andreas Bulling- Team Alb-Traum100 bewältigt den Albsteig (HW1) in sechs Tagen: 360 km, 8000 Höhenmeter.
- Zwei Läufer beenden die Challenge, zwei steigen verletzungsbedingt vorzeitig aus.
- Extrembedingungen: Regen, Kälte und Tagesetappen bis 75 km mit 2500 Höhenmetern.
- Höhepunkt war der Abschnitt von Heubach zur Teck bei Sonnenschein und Teamunterstützung.
- Der Albsteig gilt nun als ideal für Trailrunning – spektakuläre Eindrücke folgen in Kürze online.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gerade schaltet sich die automatische Beleuchtung des Tuttlinger Rathausstegs ein, als Karlheinz „Kalle“ Dravec und Angela „Angi“ Wegele zum Zielprint ansetzen. Gut 360 Kilometer und mehr als 8000 Höhenmeter haben sie bereits in ihren Beinen, jetzt noch 50 Meter über die Brücke ans andere Donauufer, dann ist es geschafft.
Zu viert ging's los - doch nicht alle konnten bis zum Schluss mitmachen
Die „Albsteig Trailrunning Challenge“ des Schwäbische-Alb-Tourismusverbandes ist weit mehr als eine sportliche Herausforderung. Den Hauptwanderweg HW1, auch Albsteig genannt, innerhalb von sechs Tagen zu absolvieren, bringt auch die erfahrenen Ultraläufer des Alb-Traum100-Teams an ihre Grenzen. Für geübte Wanderer ist der 360 Kilometer lange Weg von Donauwörth bis Tuttlingen auf zwei bis drei Wochen angelegt. Umso größer ist die Freude beim Team des Alb-Traum100, dass es Kalle Dravec und Angi Wegele in sechs Tagen geschafft haben.
Gestartet ist das Team in Donauwörth zu viert. Doch die Geislingerin Melli Bernardino Rodrigo hat gut 50 Kilometer vor dem Ende eine wichtige Entscheidung getroffen und den Lauf beendet: „Ich hatte bereits nach dem dritten Tag ein geschwollenes Sprunggelenk und wollte keine ernsthafte Verletzung riskieren“, sagt sie. Jetzt feiert sie gemeinsam mit Manuel Schmied, mehrmaliger Alb-Traum100-Sieger und inzwischen Teil des Organisationsteams, dass es die anderen beiden bis nach Tuttlingen geschafft haben. Manuel Schmied stieg am fünften Tag verletzungsbedingt aus. Ihm fehlte die Regenerationszeit zwischen den Etappen, und erste Kniebeschwerden hatte er bereits nach gut 100 Kilometern: „Die Entscheidung auszusteigen, fiel mir unglaublich schwer, aber schmerzfreies Laufen war nicht mehr möglich.“ Für ihn der erste Ausstieg bei einem Laufevent.
Dass die Aktion überhaupt zustande kam, dafür hat sich Alb-Traum100-Initiator Andreas Bulling beim Schwäbische-Alb-Tourismusverband starkgemacht, um den Traum von der Alb über den Albtraufgängerwanderweg im Landkreis Göppingen hinaus auszudehnen und die ganze Schönheit der Heimat zu entdecken. Die Idee kam an, und durch die Begleitung eines Filmteams werden in Kürze spektakuläre Eindrücke auf der Tourismusseite der Schwäbischen Alb zu sehen sein.
Düstere Wolken gab es jedoch gleich am ersten Tag über 50 Kilometer von Donauwörth bis Bopfingen. Blitz und Donner sowie heftiger Regen bremsten das Team das eine oder andere Mal. Danach folgten drei angenehme Lauftage bis unters Schloss Lichtenstein nach Honau. Die beiden Schlussetappen mit fast 130 Kilometern und über die höchste Erhebung der Schwäbischen Alb, den 1015 Meter hohen Lemberg, setzten den Läufern dagegen heftig zu. Viele Stunden Regen, Kälte und heftiger Sturm zehrten an den Kräften.
Tagesetappen mit bis zu 75 Kilometern fordern Teilnehmern alles ab
Dass die sechs Tage kein Spaziergang werden würden, war den vier erfahrenen Albträumern klar. Und dass die Alb im Herbst rau ist, war bekannt. Doch die Kombination mit bis zu 75 Kilometer langen Tagesetappen und mehr als 2500 Höhenmetern forderte dem Team alles ab. Kalle Dravec, der mit der ersten Etappe in seinen beruflichen Ruhestand startete, konnte dabei nichts aus der Ruhe bringen, er stimmte häufig unterwegs ein Liedchen an und motivierte das Team. Auch wenn er im Nachgang sagt: „Das stundenlange Laufen bei Nässe und Kälte brachte uns nicht nur körperlich, sondern auch mental ans Limit.“
Der schönste Tag war für alle jener mit Start in Heubach – Angi Wegeles Laufrevier –, mit der Durchquerung des Landkreises Göppingen und dem Ziel auf der Teck. Es war zwar einer der schwierigsten Abschnitte, aber die Sonne lachte und einige Freunde aus der Alb-Traum100-Familie kamen zur Unterstützung an die Strecke. Verpflegung gab es auf der Kuchalb von der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf, auf dem Wasserberghaus und unterhalb des Boßlers duch den Landkreis Göppingen.
Dass sich der Albsteig hervorragend fürs Trailrunning eignet, steht auch bei Heiko Zeeb, Projektleiter beim Schwäbische-Alb-Tourismusverband, jetzt fest: „Die vier haben eindrucksvoll gezeigt, was der Albsteig an Herausforderungen und landschaftlichen Reizen zu bieten hat.“
Der Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins ist vor mehr als 100 Jahren entstanden und der wichtigste und älteste Wanderweg auf der Alb. Er bietet nicht nur im Landkreis Göppingen spektakuläre Ausblicke an der Traufkante und beeindruckende Orte und Sehenswürdigkeiten. Er bringt die heimatliche Alb auf 360 Kilometern ganz nah. So ist Angi Wegele am Ende trotz aller Strapazen überglücklich: „Ich habe lange schon vom HW1 geträumt, und dieser Traum ging mit einem tollen Team jetzt in Erfüllung.“

Das Quartett im Ziel am Rathaussteg in Tuttlingen, dem offiziellen Ende des HW 1.
Andreas Bulling
