100. Orgelvesper in Geislingen
: Jubiläum mit großem Lob und Dank

Zum 100. Mal hat die Orgelvesper in der Geislinger Stadtkirche stattgefunden – zum letzten Mal in der Konstellation mit Pfarrer Dietrich Crüsemann und Thomas Rapp an der Orgel. Letzterer ist nun Kirchenmusikdirektor.
Von
Kathrin Bulling,
Claudia Burst
Geislingen
Jetzt in der App anhören
100. Orgelvesper in der Stadtkirche Geislingen - Landesmusikdirektor Matthias Hanke, Leiter des Amtes für Kirchenmusik und Bezirkskantor KMD Thomas Rapp bei der Ernennung

Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke überreicht Bezirkskantor Thomas Rapp die Ernennungsurkunde zum Kirchenmusikdirektor.

Markus Sontheimer
  • 100. Orgelvesper in der Geislinger Stadtkirche – zugleich Abschied des Duos Crüsemann/Rapp.
  • Thema „Liebe“ und „Best of“: Bezug zur ersten Vesper mit Rapp, die „Beziehungen“ trug.
  • Crüsemann las u. a. Leky und „Effi Briest“ und ordnete alles dem 1. Korintherbrief zu.
  • Rapp spielte Vierne, Bachs BWV 552 und Karg-Elerts „Parsifal“-Vorspiel als Abschiedsgeschenk.
  • Rapp wurde zum Kirchenmusikdirektor ernannt; Hanke und Eckert würdigten sein Engagement.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Orgelvesper in der Geislinger Stadtkirche am Sonntag (21. Juni) war mit gleich zwei Themen überschrieben – „Liebe“ und „Best of“. Nichts anderes hätte besser zum Anlass gepasst: Denn es war nicht nur die 100. Veranstaltung in der im Jahr 2005 begonnenen Reihe. Sie schlug auch den Bogen zur ersten Vesper mit Thomas Rapp an der Orgel im Jahr 2012, die damals „Beziehungen“ zum Thema hatte. Und: Stadtkirchenpfarrer Dietrich Crüsemann geht Ende Juli in den Ruhestand; es war also die letzte gemeinsame Vesper eines Duos, das in enger Verbundenheit Musik und Texte auswählte, kombinierte und immer einen besinnlichen und inspirierenden Abschluss des Wochenendes darbot. Das kam in Geislingen seit Beginn wie berichtet gut an; eine Besucherzahl von 80 bis 100 Personen im Schnitt spricht für sich.

„Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen“

Am Sonntag nun also das letzte Mal gemeinsam: Dietrich ­Crüsemann hatte Texte auch aus früheren Vespern ausgewählt, las unter anderem die Kurzgeschichte „Frau Wiese ist verliebt“ von Mariana Leky und einen Auszug aus „Effi Briest“. Was das Vesper immer besonders machte: Crüsemann fasst zum Schluss das Gesagte zusammen und führt die weltlichen Texte in einen Kontext zum Bibelvers – diesmal war dies der 1. Vers aus dem Korintherbrief im Neuen Testament: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.

Thomas Rapp spielte unter anderem „Clair de Lune“ von Louis Vierne, das Praeludium und die Fuge in Es-Dur BWV552 von ­Johann Sebastian Bach sowie das von Sigfrid Karg-Elert bearbeitete Vorspiel zu Richard Wagners „Parsifal“ – letztere Stücke als Abschiedsgeschenk an Dietrich ­Crüsemann.

Für Kantor Thomas Rapp gab es an diesem Sonntag noch eine besondere Auszeichnung: Er wurde zum Kirchenmusikdirektor ernannt. Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke würdigte sein außerordentliches Wirken und Engagement. Georg Eckert, der Kirchengemeinderatsvorsitzende und Vorsitzende der Bezirkssynode, nannte in seiner Rede die Ernennung Rapps zum Kirchenmusikdirektor als letzten offiziellen Akt einer doch eigentlich schon längst geltenden Tatsache: „Wir hatten eigentlich schon immer einen Direktor mit Dir, doch erst heute dürfen wir Dich ganz offiziell als einen solchen ansprechen.“

Georg Eckert voll des Lobes

Laut Eckert müsse eine Laudatio auf Rapp viel zu lange dauern - angefangen mit dem kirchenmusikalischen Alltag, mit dem er alle Besucher kunstvoll des Alltags entheben würde. Selbst an die Orgelvesper habe man sich schon so sehr gewöhnt, dass man sie schon fast für Alltag halten könne.

Georg Eckert: „Weiter rühmen könnte ich Dein bewundernswertes und bewundernswert ausdauerndes Engagement seit sechzehn Jahren in all dem, was es zur Sicherung des kirchenmusikalischen Alltags braucht: das eigene Üben, die zahlreichen Proben in verschiedenen Chören.“

100. Orgelvesper in der Stadtkirche Geislingen - Pfarrer Dietrich Crüsemann, Lesung

Rund 200 Besucherinnen und Besucher lauschen bei der Orgelvesper ein letztes Mal den Rezitationen von Stadtkirchenpfarrer Dietrich Crüsemann.

Markus Sontheimer
100. Orgelvesper in der Stadtkirche Geislingen - KMD Thomas Rapp, Pfarrer Dietrich Crüsemann, KMD Gerhard Klumpp

Pfarrer Dietrich Crüsemann (Mitte) und KMD Gerhard Klumpp (rechts) hatten die Orgelvesper-Reihe 2005 initiiert, Bezirkskantor KMD Thomas Rapp (links und unten an der Oesterle/Scharfe-Orgel bei der Orgelvesper) übernahm 2012.

Markus Sontheimer