Tödlicher Unfall in Bayern
: Zweitklässler stirbt bei Bus-Zusammenstoß auf Schulausflug

Auf einem Schulausflug kollidieren ein Reisebus mit Grundschülern und ein leerer Linienbus. Ein Zweitklässler stirbt, Dutzende werden verletzt. Polizei ermittelt, Gutachter analysiert die enge Kurve.
Von
Cordula Dieckmann und Frederick Mersi, dpa
Hebertshausen
Zwei Busse stoßen in Oberbayern zusammen - mehrere Verletzte: 10.06.2026, Bayern, Hebertshausen: Ein Linienbus steht nach einem Zusammenstoß mit einem anderen Bus beschädigt auf der Straße. Zahlreiche Grundschüler sind in einem Reisebus auf einer Straße in Oberbayern unterwegs, als es plötzlich zur Kollision mit einem Linienbus kommt. Es soll mehrere Verletzte geben. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bei einem Frontalcrash zweier Busse in Bayern ist am Mittwoch ein Kind gestorben.

Sven Hoppe/dpa
  • Auf einem Schulausflug kollidierten bei Hebertshausen zwei Busse, ein Kind starb.
  • Der Reisebus mit Zweitklässlern streifte mittags in einer engen Kurve einen leeren Linienbus.
  • Ein Junge starb am Unfallort, 30 Kinder, eine Lehrerin und zwei Fahrer wurden verletzt.
  • Zwei Kinder und eine Lehrerin sind schwerst verletzt – weitere gelten als schwer verletzt.
  • Polizei ermittelt: Tempolimits gelten dort, Alkoholtests bei beiden Fahrern ergaben null Promille.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwei Grundschulklassen sind in einem Reisebus in Oberbayern unterwegs, als es plötzlich zum Zusammenstoß mit einem Linienbus kommt. Dutzende Kinder werden verletzt, eines überlebt den Unfall nicht.

Es sollte ein besonderer Tag für die Zweitklässler der Grundschule Haimhausen sein. Gemeinsam waren die Kinder bei einem Schulausflug. Doch gegen 12.30 Uhr kommt es zu einem Unfall. Der angemietete Reisebus der beiden Schulkassen berührt in einer Kurve bei Hebertshausen im Landkreis Dachau einen entgegenkommenden Linienbus ohne Fahrgäste – mit schlimmen Folgen. Ein Junge wird so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort stirbt. 30 weitere Kinder, eine Lehrerin und zwei Busfahrer werden verletzt, zum Teil schwer.

„Ein ganz, ganz schwieriger Tag“

Der Dachauer Landrat Stefan Löwl (CSU) zeigt sich tief bewegt. Er sei in Gedanken bei der Familie des verstorbenen Kindes, aber auch bei den Verletzten. „Als Vater von drei Kindern, die auch schulpflichtig sind, die auch mit dem Bus gefahren sind, weiß man erst mal, was passiert, wenn man morgens sein Kind auf einen Schulausflug schickt und es dann abends nicht mehr zurückerhält. Für mich ein ganz, ganz schwieriger Tag.“

Ermittlungen zum tödlichen Busunfall gehen weiter

Freiwillige Schnelltests hätten ergeben, dass beide Fahrer nicht alkoholisiert gewesen seien, sagte  Löwl nach dem Unfall bei einer Pressekonferenz. „Also, was das betrifft, keine Einschränkung der Fahrtüchtigkeit“, sagte der Leiter der Dachauer Polizeiinspektion, Thomas Weber.

Inwieweit die Fahrer mit der für die Kurve auf einer Staatsstraße im Landkreis angemessenen Geschwindigkeit unterwegs gewesen seien, müsse ein Experten-Gutachten klären, sagte Landrat Löwl. Laut Polizei hat die Staatsanwaltschaft München II ein solches Gutachten in Auftrag gegeben, die Ermittlungen zur Ursache dauern an. Bis die Ergebnisse des Gutachtens vorlägen, werde es „sicher ein paar Wochen dauern“, sagte Löwl.

Es sind schreckliche Szenen am Unfallort. Der Reisebus ist schwer beschädigt. Daneben findet die Feuerwehr zwei verletzte Kinder, wie Maximilian Reimoser, Sprecher Kreisbrandinspektion Dachau, erläutert. Besonders schlimm hat es einen Jungen getroffen. Man habe alles Menschenmögliche versucht, um ihn zu reanimieren, beschreibt Dennis Behrendt, Einsatzleiter des Rettungsdienstes, das Ringen um das Leben des Kindes. Auch ein Hubschrauber stand schon bereit, um den Bub in eine Klinik zu fliegen. Doch der Notarzt habe ihn dann vor Ort noch für tot erklären müssen, so Behrendt sichtlich berührt.

Zwei Kinder und eine Lehrerin schwerst verletzt

Zwei andere Kinder und eine Lehrerin sind nach Angaben der Polizei schwerst verletzt, vier weitere Kinder gelten als schwer oder mittelschwer verletzt. 26 Schüler und zwei Busfahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt.

„Das sind einfach Bilder und Momente, die man nicht so leicht verarbeitet“, spricht Reimoser das aus, was viele der Rettungskräfte fühlen. Auch für die Angehörigen, die zur Unfallstelle eilen, ist es schwierig. An einer Sammelstelle im Ortsteil Ampermoching werden sie psychosozial betreut. In der Gemeindeverwaltung sei zudem ein Bürgertelefon eingerichtet worden, erklärt Bürgermeister Stefan Jänicke-Spicker, der auch Feuerwehrkommandant seiner Gemeinde ist.

Alle Kinder an Grundschule sollen Betreuungsangebote bekommen

Während mehrere Verletzte in Krankenhäusern behandelt wurden, öffnete in der Heimatgemeinde der Grundschüler, Haimhausen, noch am Mittwochabend eine Kirche ihre Tore für Trauernde. In der Schule solle es für alle Schülerinnen und Schüler Angebote zur Betreuung geben, „nicht nur für die betroffenen Klassen“, sagte Löwl. Neben den Angehörigen des toten Kindes und der Verletzten stehe auch den Rettungskräften Betreuung zur Verfügung.

„Unsere Herzen weinen“

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) sprach von einer unfassbaren Tragödie. „Unsere Herzen weinen“, sagte die Ministerin. Sie sprach den Angehörigen des verstorbenen Schulkindes ihr Beileid aus. Den Verletzten wünschte sie gute Besserung und dankte auch den Einsatzkräften.

Verletzte nicht mehr in Lebensgefahr

Nach Polizeiangaben ist keiner der Verletzten mehr in akuter Lebensgefahr. Die Unfallstelle sei geräumt, die beteiligten Busse würden nun von einem Gutachter untersucht. Dabei gehe es etwa darum zu klären, ob technische Probleme zu dem Unfall geführt haben könnten, erklärte ein Polizeisprecher. Zugleich sei ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben worden, um den Unfallablauf nachzuvollziehen.