Studium Schwäbisch Hall
: Imagefilm soll dem Goethe-Institut helfen

Eine Berliner Film-Crew ist im Auftrag der Freunde des Goethe-Instituts in Hall unterwegs. Dadurch sollen Studenten in die Stadt gelockt werden.
Von
Kerstin Vlcek
Schwäbisch Hall
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Der laute Knall des Hoolgaaschschrecks klingt noch in den Ohren nach (von links): Walter Döring, Vorsitzender der Freunde des Haller Goethe-Instituts, Regisseur Tim Günther und David Kettner, Mitbegründer der Berliner Produktionsfirma Picsters, schauen sich auf dem Regiemonitor die abgedrehte Szene an. Diese ist Teil des Imagefilms für das Haller Institut.⇥

Ufuk Arslan

Gemächlich ziehen Mitglieder der Schützenkompanie des Großen Siedershofs den Hoolgaaschtschreck aufs Grasbödele in Hall. Ein ungewohnter Anblick, denn es ist schließlich nicht Pfingsten. Aber für die Dreharbeiten zu einem Imagefilm für das Haller Goethe-Institut wird die laute Kanone benötigt. „Die Corona-Pandemie hat das Goethe-­Institut hart getroffen. Nun wollen wir vom Freundeskreis Werbung machen, um Studenten aus aller Welt nach Hall zu locken“, erklärt Walter Döring, Vorsitzender der Freunde des Goethe-Instituts Schwäbisch Hall.

Deutsch lernen in Hall ist die Kernbotschaft, die durch den Film verbunden mit dem Goethe-Institut kommuniziert werden soll, heißt es im Konzept.

Lange Drehtage

Mehrere Tage ist eine circa achtköpfige Film-Crew der Firma Picsters aus Berlin in Schwäbisch Hall und Umgebung unterwegs. Für den rund eine Minute langen Film, der über soziale Medien verbreitet werden soll, hat das Team an drei Tagen von circa 7 bis 22 Uhr gedreht, erklärt der Picsters-Mitbegründer David Kettner. Und zwar unter anderem in Wackershofen, im Neubau-Saal, in der Gelbinger Gasse, am Starkholzbacher See und bei den Unicorns.

Für ihn und den zweiten Firmengründer Claudius Buchzik ist die Umgebung bekannt: Beide stammen aus Hall. Da Buchzik der Sohn eines Mitglieds des Freundeskreises des Goethe-Instituts ist, sei der Film erschwinglich geworden, erklärt Döring. „Wir greifen trotzdem tief in die Tasche.“ Rund 12.000 Euro kostet der einminütige Streifen.

Regisseur Tim Günther verteilt die Sieder auf dem Grasbödele, um sie möglichst gut mit der Kamera einfangen zu können. Der ehemalige Goethe-Student Suraj Uplanchiwar steht neben einem der Sieder, während der Hoolgaaschtschreck geladen wird. „Komm noch etwas näher und schaue beim Laden zu“, weist Günther Suraj an. Dann heißt es zurücktreten, bevor die Kanone mit ohrenbetäubendem Lärm losgeht.

In der Szene geht es darum, dass Goethe-Studenten Zugang zu Haller Traditionen bekommen. „Besonderes Augenmerk wird aber auf die Sprache gelegt. Der internationalen Community sollen deutsche Fremdsprachler beim Sprechen gezeigt werden“, fasst David Kettner zusammen.

Buchzik und Kettner stecken kurz die Köpfe über dem transportablen Regiemonitor zusammen, um sich die Aufnahmen anzuschauen. Währenddessen liegt Günther im Gras, mit einer Kamera im Anschlag. Er schaut, aus welcher Perspektive sie weiterdrehen sollen. Schon steht er wieder auf und bespricht sich mit seinem Kamera- und Tonmann.

Das Team macht sich bereit, um den zweiten Kanonenschuss zu filmen. „Wir warten noch, bis es ein bisschen dunkler wird“, sagt Günther. Kaum legt sich die erste Dämmerung über die Stadt, knallt und dröhnt es zum zweiten Mal. Die Szene ist im Kasten.

Ton und Schnitt zum Schluss

Danach ist für das Team der Tag aber noch nicht vorbei. Ein Termin mit den Schwäbisch Haller Unicorns steht noch an. Nach den drei Tagen hat die Crew viele Stunden Material zu sichten und zu bearbeiten. „Wir sind damit gut drei Wochen beschäftigt“, sagt Kettner. Unter anderem stehen Ton und Schnitt auf der Liste. Ende September soll der Film fertig sein.

Seit 1994 unterstützt der Freundeskreis Studenten

Der Verein der Freunde des Goethe-Instituts Schwäbisch Hall wurde 1994 von einem Kreis engagierter Bürger der Stadt Hall gegründet und zählt heute mehr als 150 Mitglieder. Das Ziel ist, das Goethe-
Institut und seine jährlich mehr als 1000 Studierenden aus aller Welt sowohl finanziell als auch durch ehrenamtlichen Einsatz zu unterstützen. Durch das Engagement soll dazu beigetragen werden, die Attraktivität des Instituts nachhaltig zu steigern und so die Existenz des Standorts Hall auf Dauer zu sichern, heißt es auf der Homepage.

Im Jahr 2013 gründete David Kettner zusammen mit drei Freunden die Produktionsfirma Picsters in Berlin. Das Team produziert vorwiegend Image- und Werbefilme.⇥kv