Freilichtspiele Schwäbisch Hall 2021
: Sommerprogramm steht - Kartenvorverkauf beginnt am 1. Dezember

Die Freilichtspiele Hall stellen ihren Spielplan für den Sommer 2021 vor – unter anderem mit vier Neuproduktionen auf der Treppe und im Globe.
Von
Bettina Lober
Schwäbisch Hall
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  • Walter Sittler – hier mit Libor Sima (links) – bei seinem Kästner-Abend auf der Großen Treppe. 2021 schlüpft er auf den Theaterstufen in die Rolle des Nathan.

    Walter Sittler – hier mit Libor Sima (links) – bei seinem Kästner-Abend auf der Großen Treppe. 2021 schlüpft er auf den Theaterstufen in die Rolle des Nathan.

    Freilichtspiele Hall/Ufuk Arslan
  • Ebenfalls wieder auf dem Spielplan: Die Komödie „Das Spiel von Liebe und Zufall“ auf der Treppe. ⇥

    Ebenfalls wieder auf dem Spielplan: Die Komödie „Das Spiel von Liebe und Zufall“ auf der Treppe. ⇥

    Freilichtspiele Hall/Ufuk Arslan
  • „Eine Sommernacht“ wird im Globe gezeigt.

    „Eine Sommernacht“ wird im Globe gezeigt.

    Freilichtspiele /Ufuk Arslan
  • „Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin“ kehren 2021 zurück.

    „Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin“ kehren 2021 zurück.

    Freilichtspiele/Ufuk Arslan
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Die Temperaturen sinken, die Tage kürzer und die Corona-Situation auch nicht einfacher. Dennoch blicken der Haller Freilichtspiele-Intendant Christian Doll und sein Team zuversichtlich auf den Sommer 2021. Am Montag haben sie ihren Spielplan für die dann 96. Saison bekannt gegeben, Sie dauert von 11. Juni bis 5. September. Insgesamt vier Neuinszenierungen sind angesetzt – zwei auf der Treppe, zwei im Globe.

Darunter der Lessing-Klassiker „Nathan der Weise“ mit Walter Sittler in der Titelrolle. Der Schauspieler aus Stuttgart ist mit zahlreichen Rollen in TV-Filmen und Comedy-Serien einem Millionenpublikum bekannt. Im zurückliegenden Sommer war der Grimme-Preisträger bereits mit seinem Erich-Kästner-Abend„Als ich ein kleiner Junge war“ auf der Treppe zu erleben. Den wird er auch 2021 in Hall zeigen. „Das war eine sehr schöne Begegnung mit ihm“, berichtet Christian Doll vom Zusammenwirken im Sommer. Die beiden kamen miteinander ins Gespräch, ob der Nathan ein gemeinsames Projekt sein könnte – und wurden sich einig. Regie führt Doll selbst. Und gemeinsam mit Cornelia Brey habe er in den vergangenen Tagen auch schon allerhand Ideen rund ums Bühnenbild gewälzt. Zuletzt war das „dramatische Gedicht“ von Gotthold Ephraim Lessing 1998 bei den Freilichtspielen Hall auf der Großen Treppe zu sehen.

„Sister Act“ und Rückkehr von Klassikern

Mit der Musicalkomödie „Sister Act“ soll unter der bewährten musikalischen Leitung von Heiko Lippmann auch wieder eine große Musikproduktion auf der Treppe gezeigt werden. Die Geschichte um die Nachtclubsängerin Deloris, die sich in die Nonne Schwester Mary Clarence verwandelt, weil sie sich als Zeugin eines Mordes in einem Kloster verstecken muss, ist vor allem bekannt als Filmkomödie mit Whoopie Goldberg. „Das braucht viel Esprit und Energie“, sagt Doll und vertraut die Regie Philipp Moschitz an. Er hat im Sommer bereits mit der knallbunten und witzigen Marivaux-Komödie „Das Spiel von Liebe und Zufall“ das Publikum auf der Treppe beeindruckt. Diese Inszenierung, die zudem mit allerlei Anspielungen auf Corona-Abstandsregeln unterhält, wird auch 2021 zu sehen sein.

Auch der „Jedermann“ mit Gunter Heun in der Titelrolle kehrt für einen dritten Sommer auf die Treppe zurück. Und der Schauspieler Dirk Schäfer zeigt erneut seinen Jacques-Brel-Abend.

Im Globe-Theater wird die Slapstickkomödie „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ zu sehen sein: Drei Schauspieler packen alle 37 Dramen, Tragödien und Komödien samt der 154 Sonette William Shakespeares in einen Abend. „Das macht auch jungen Leuten total Spaß, und es ist gar nicht bevormundend“, sagt Christian Doll überzeugt. Vor Jahren hat er das Theatercomedy-Stück einmal selbst in Szene gesetzt. Diesmal überlässt er das jemand anderem. Wem? „Wir sind da in intensiven Gesprächen“, hält er sich im Augenblick noch bedeckt.

Erst mal geht nur ein Teil der Tickets in den Verkauf

Auf jeden Fall wird die Band Tante Polly aus Hamburg – mit Dominik Dittrich, Benjamin Leibbrand und Sebastian Strehler – im Sommer wieder mitmischen: diesmal mit einem musikalischen Abend über den Sänger, Schauspieler und Filmproduzenten Adriano Celentano. „Für immer Azzurro!“ ist der Titel der Hommage, bei der Max Merker Regie führen wird. „Er ist ein guter Erfinder von Theaterabenden“, sagt Doll. Merker hat 2017 bereits das Kinderstück „Pinocchio“ in Hall inszeniert. Zudem wird er im Sommer erneut mit seiner Buster-Keaton-Hommage „Lachen verboten!“ im Globe zu sehen sein.

Nachdem die Wiederaufnahme der Komödie „Ewig Jung“ wegen Corona heuer entfallen musste, steht sie 2021 auf dem Spielplan. Das Stück „Eine Sommernacht“ wandert von der Parkbühne ins Globe. Auch das Kinder- und Familienstück „Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin“ soll diesmal im Globe gezeigt werden.

Zwar soll die Parkbühne 2021 ebenfalls wieder aufgebaut werden, allerdings nur für Matineen, die jeden zweiten Sonntag ein buntes Unterhaltungsprogramm bieten. Intendant Doll rechnet fest damit, dass 2021 Theater im Globe möglich ist. Wie andere Openair-Bühnen haben die Freilichtspiele Hall in ihrer „Alles anders!“-Saison im Sommer 2020 wichtige Erfahrungen gesammelt.

Vorverkaufsbeginn für die Sommersaison ist am 1. Dezember. Damit sich das Publikum sicher sein kann, dass die jetzt erworbenen Karten für 2021 auch gültig bleiben und trotzdem noch flexibel auf Abstandsregeln reagiert werden kann, geht zunächst nur ein Teil der Tickets in den Verkauf. Im Frühjahr könne dann aufgestockt werden, je nachdem, was die Pandemie-Situation zulässt. „Ich glaube, dass wir im nächsten Sommer alle froh sein werden, dass es wieder Theater und Kultur geben wird und damit auch die große Lebendigkeit dieser Stadt von Neuem erwacht“, sagt Doll.

Winterplan voll Ungewissheit

Und wie blickt der Intendant aufs aktuelle Winterprogramm, das wegen des Teil-Lockdowns pausiert? „Ich gehe fast schon davon aus, dass wir auch im Dezember nicht spielen können“, meint er nüchtern. Die Ungewissheit ist groß. Die abgesagten November-Termine sollten eigentlich auf den zweiten Winterteil verschoben werden. „Wir müssen die Dinge abwarten“, sagt Doll.

Übersicht der Stücke im Haller Freilichtspiele-Sommer 2021

Große Treppe
„Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing, mit Walter Sittler in der Titelrolle, Regie: Christian Doll. Premiere: 12. Juni

„Sister Act“ Musical (von Alan Menken, Glenn Slater, Cheri und Bill Steinkellner) unter der Regie von Philipp Moschitz. Premiere: 9. Juli.

„Das Spiel von Liebe und Zufall“ von Pierre Carlet de Marivaux. Wiederaufnahme-Premiere: 17. Juni.

„Als ich ein kleiner Junge war“, Walter Sittler spielt Erich Kästner. Aufführung am 18. Juni

„Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal. Wiederaufnahme-Premiere: 28. Juli.

„Dirk Schäfer singt Jacques Brel – Doch davon nicht genug“, 29. August.

Neues Globe
„Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield. Premiere: 11. Juni.

„Für immer Azzurro!“ Tante Polly spielt Adriano Celentano. Regie: Max Merker.
Premiere: 31. Juli.

„Ewig Jung“, musikalische Komödie von Erik Gedeon. Wiederaufnahme-Premiere: 7. Juli.

„Eine Sommernacht“, Stück mit Musik von David Greig und Gordon McIntyre. Wiederaufnahme-Premiere:
27. Juni.

„Lachen verboten!“, Hommage an Buster Keaton von und mit Max Merker und Aaron Hitz. Premiere: 2. Juli.

„Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin“, Kinder- und Familienstück von Roland Schimmelpfennig. Wiederaufnahme-Premiere:
22. Juni.

Konzerte am Neuen Globe – vom 17. bis 20. Juni abends und einmal als Sonntagsmatinee.

Matinee auf der Parkbühne, ab 13. Juni alle zwei Wochen sonntags mit wechselnden Akteuren aus dem Ensemble der Freilichtspiele.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.freilichtspiele-hall.de.