Motocross in Gaildorf: 1200 Helfer ziehen an einem Strang

Damit andere feiern können, sind beim Gaildorfer Motocross massenhaft ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz.
Domenik WelzVereine haben in Deutschland eine lange Tradition. Viele bereichern seit mehr als 100 Jahren das öffentliche Leben, pflegen die Gemeinschaft und das vielfach ohne kommerzielle Aspekte. Die Rede ist vom Ehrenamt. Das ist der Treibstoff der Gemeinschaft und auch das Element, was in Gaildorf Großveranstaltungen wie das Motocross ermöglicht.
Vereine zeigen Solidarität
Der Motorsportclub (MSC) Gaildorf kann zwar einiges auf die Beine stellen und überzeugt auch auswärts bei Sportveranstaltungen mit seiner Kompetenz, doch die größte Sportveranstaltung in der Schenkenstadt auf die Beine zu stellen, kann auch der MSC nicht aus eigenen Kräften. Dazu benötigt der Verein die Solidarität und Unterstützung anderer Zusammenschlüsse.
Im Rückblick auf das Motocross 2022 kommt Jürgen Jäckel vom Vorstand des MSC Gaildorf auf mindestens zwölf weitere Unterstützer. Dies sind neben dem Liederkranz Eutendorf, der Schützenverein Eutendorf, der TSV Eutendorf, der FC Ottendorf, die Freiwillige Feuerwehr Gaildorf, die Jugendfeuerwehr von Gaildorf, die Abteilung Tischtennis des Turn- und Sportvereins Gaildorf, die Eutendorfer Landfrauen, die Garde „Smaragd“ aus Bühlertann, der Verein der Hundefreunde Gaildorf, die Altdorfer Sing- und Spielgemeinschaft sowie die die Rettungskräfte vom ASB aus Michelbach. Unter den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern finden sich beim Motocross aber auch bekannte Gesichter aus der Motorsportszene – zum Beispiel vom Motorsportclub aus Untergröningen. Die Gaildorfer und die Motorsportler aus dem Abtsgmünder Teilort helfen sich gegenseitig bei Veranstaltungen gerne mit Personal aus.
17 000 Besucher müssen versorgt werden
Welcher Aufwand ist beim Motocross zu stemmen? Er ist auf jeden Fall gewaltig. Beim letzten Event Ende Juli dieses Jahres hat MSC Gaildorf-Vorsitzender Ralf Schweda übers Wochenende 17 000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Das waren 1000 Gäste mehr als bei der letzten Veranstaltung im Jahr 2019.
So eine enorme Zahl an Motorsporfans und Partygängern muss natürlich auch verköstigt und anderweitig versorgt werden. Dafür sind über das Motocross-Wochende 1200 Helferinnen und Helfer im Einsatz, bilanziert Jürgen Jäckel. Allein was deren Versorgung betrifft, ist schon Enormes zu leisten. Dann definiert sich die Großveranstaltung in Gaildorf ja nicht nur durch den sportlichen Teil, das Renngelände auf der „Wacht“ verwandelt sich auch zur Partymeile.
Das größte Partyzelt der Szene
Der MSC Gaildorf freut sich, in der ADAC MX Masters-Rennserie das größte Partyzelt der Szene anbieten zu können. Nach der Corona-Zwangspause wurden die Abendveranstaltungen in diesem Jahr vom Publikum gerne angenommen. Nach dem „bunten Nachmittag“ zum Motocross-Auftakt füllte sich an den Folgetagen das Zelt. Am Samstagabend stellte sich beim Auftritt der Coverband „Shark“ der Höhepunkt ein. Das Zelt war brechend voll und auch rund um die Planen feierte das Publikum ausgelassen.
Helferinnen und Helfer arbeiten im Schichtdienst
Das setzte einen Kraftakt der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer voraus. Sie produzierten wie am Fließband Speisen und schenkten im Eiltempo Getränke aus. An der Bar wurde der Service bis in die Nachtstunden aufrecht erhalten. Dann kam schon die nächste Schicht und übernahm das Vormittags- und Mittagsprogramm, während auf der Rennstrecke schon wieder gefahren wurde.
Auf- und Abbau in Rekordtempo
Mit einem geradezu unheimlichen Tempo wurde der Aufbau für das Motocross gestemmt. In nur einem Tag standen in diesem Jahr beide Zelt. Ähnlich schnell wurde die Infrastruktur nach dem letzten Rennen auch wieder abgebaut. Die dafür eingesetzten Helferinnen und Helfer zeigten eine beachtliche Routine. Kein Wunder, dass der MSC und damit auch die anderen von Jürgen Jäckel genannten, an der Organisation beteiligten, Vereine vom ADAC mehrfach als bester Veranstalter der ADAC MX Masters ausgezeichnet wurden. Zuletzt erhielt der MSC dafür den sechsten Stern. Dann wurde die Wertung eingestellt, weil die Gaildorfer Veranstaltung von anderen kaum noch getoppt werden konnte.
Der Vorstand des MSC Gaildorf bedankt sich
Beim MSC ist man stolz, was auf die Beine gestellt werden kann. Gleichzeitig bedanken sich MSC-Vorsitzender Ralf Schweda und sein Vorstandskollege Sven Wolpert bei ihren Unterstützern: „Ohne das Ehrenamt und die freiwilligen Helferinnen und Helfer wäre eine solche Veranstaltung aufwandstechnisch und finanziell nicht zu stemmen. Der Einsatz einiger geht dabei weit über das Ehrenamt hinaus. Bei vier Wochen Aufbau, dem Veranstaltungswochenende und zwei Wochen Abbau sind unsere Helferinnen und Helfer teilweise Wochen auf dem Gelände und opfern einen Teil ihres Urlaubs dafür.“ Ralf Schweda und Sven Wolpert hoffen, „dass es weitere Generationen geben wird, die bereit sind, dieses Maß an Engagement zu bringen, dass das Ehrenamt, unser Event und die Vereine eine Zukunft haben“. Da kann Gaildorfs Bürgermeister Frank Zimmermann nur anerkennend zustimmen. Er sagt: „Das ADAC MX Masters jedes Jahr zu veranstalten, ist für den MSC nicht immer einfach, für die Schenkenstadt Gaildorf aber ein großes Glück. Denn so wird der Name Gaildorfs in die Welt getragen. Ich danke daher allen Beteiligten und dem Veranstalter MSC und bin zuversichtlich, dass die Veranstaltung auch weiterhin ein solcher Publikumsmagnet sein wird wie in der Vergangenheit.“