Kulturkneipe Häberlen Gaildorf
: Bayrischer Reggae gegen steife Hüften

Mundart und Groove: Die Regensburger Formation „Unlimited Culture“ ist am Freitag in Gaildorf zu hören.
Von
Richard Färber
Gaildorf
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Reggae aus Bayern: Unlimited Culture - v.l. :Philip Riesinger (Keyboards), Maximilian Vasall (Bass), Lenny Schinn alias Lenny Souljah (Gesang) Alex Domhoever (Drums) (?), Mike Kern (Gitarre)

Reggae aus Bayern: Unlimited Culture spielen am Freitag, 15. November, im Häberlen in Gaildorf.

Privat
  • Unlimited Culture spielt am 15. November im Häberlen in Gaildorf.
  • Reggae-Band aus Regensburg präsentiert bayrischen Mundart-Reggae.
  • Album "Bist deppad" wird vorgestellt.
  • Konzert beginnt um 20 Uhr; Tickets unter reservierung@kulturschmiede.de.
  • Energiegeladene Show mit Eigenkompositionen und Sozialkritik erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Viervierteltakt, betont auf der Zwei und der Vier und damit sozusagen das exakte Gegenteil des Marsches, seit 2018 außerdem immaterielles Kulturerbe der Menschheit: Das ist der Reggae, leicht zu verstehen, flauschig im Ohr und entspannend für Knie und Hüften, aber schwer zu spielen. Wer zählt, statt zu grooven, hat schon verloren. Die eigentlich auf den Blues und seine Verwandten gepolte Gaildorfer Kulturschmiede ergreift schon seit einigen Jahren hin und wieder Maßnahmen gegen steife Hüften und plant dies auch für den kommenden Freitag. Dann werden „Unlimited Culture“ aus Regensburg auf die Bühne klettern und Reggae aus Bayern präsentieren. Auf bayrisch.

Das passt. Denn der Reggae hat die deutsche Pop- und Rockszene schon immer befruchtet und ist mittlerweile fester Bestandteil der Popkultur. Wichtige Vertreter sind Jan Delay, Seeed oder auch Gentleman. Die Geschichte setzt freilich viel früher ein: Die Nina Hagen Band etwa wandelte sich bereits in den 1970er-Jahren zu „Spliff“ – das Wort bezeichnet einen dicken Joint – und legte mit „Carbonara“ den deutschen Reggae-Klassiker schlechthin vor. In Bayern regte sich ab den 1980er-Jahren bekiffte Roots-Reggae-Aufsässigkeit in der Person des Hans Söllner, und im Oberschwäbischen grantelten „Schwoißfuaß“ im Reggae-Rhythmus gegen den Jamaica-Hype: „Mit Neckermann zu Rastaman“. Auch ein Klassiker.

„I denk boarisch, i dram boarisch, warum sollte ich dann nicht auf der Bühne boarisch reden oder sogar singen“, erklärte Unlimited Culture Sänger Lenny Schinn alias Lenny Souljah kürzlich im Gespräch mit dem Donaukurier. Der Satz steht für eine langjährige Entwicklung, die letztlich zu einem deutlichen Bekenntnis zum Mundart-Reggae führte. „Bist deppad“ heißt das dazugehörige Album, das am Freitag auch im Häberlen vorgestellt wird. Die Kulturschmiede verspricht eine energiegeladene Show mit „angenehm unkonventionellen Eigenkompositionen, G'schichten aus'm Leben und messerscharfer Sozialkritik“.

Das Konzert im Häberlen beginnt am Freitag, 15. November, um 20 Uhr. Tickets können online unter reservierung@kulturschmiede.de reserviert werden.