Interkulturelle Woche
: Dies ist in Schwäbisch Hall geboten

Die Interkulturelle Woche bietet Vorträge und Feste. Die Arbeiterwohlfahrt zeigt dazu in Schaufenstern Flüchtlingsbiografien auf Plakaten.
Von
Ann-Kathrin Gauert
Schwäbisch Hall
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Obida Abdou hält in seiner Hand ein Stück Aleppo Seife. Auf dem Plakat neben ihm erzählt er von seinen Erinnerungen die er mit der Seife verbindet. Er bietet sie auch in seinem Geschäft Adam’smarkt in der Gelbinger Gasse an. ⇥

Ann-Kathrin Gauert

Ich heiße Suha und komme aus dem Irak“, „Wir sind Asad und Jahan aus Afghanistan“ und „Ich bin Abdi aus Boorama“. Diese vier und noch weitere acht Geflüchtete stellen sich momentan in Schwäbisch Hall vor.

Anlässlich der Interkulturellen Woche (IKW), die noch bis zum 11. Oktober in Schwäbisch Hall andauert, werden viele verschiedene Programmpunkte vom Freundeskreis Afrika e. V. angeboten. So auch eine Schaufensterausstellung in Kooperation mit dem Integrationsmanagement der Arbeiterwohlfahrt Schwäbisch Hall (AWO).

Sprachbarrieren überwinden

„Was ist aus den Menschen geworden, die zu uns gekommen sind?“, diese Frage möchte Diana Pankau, Integrationsmanagerin bei der AWO, mit der Plakataktion beantworten. Dafür interviewte sie zwölf Geflüchtete, die 2015 in Deutschland angekommen sind. Sie erzählten von ihrer Vergangenheit, der Flucht, ihrer Ankunft und ihren Wünschen. Jeweils zwei Plakate sind zu sehen. Eines mit dem Porträt der Person und das zweite mit dem Text. Ob Seife, Bibel oder Tracht: Ein persönliches Erinnerungsstück – aus der alten oder der neuen Heimat – hält die Person auf dem Foto in der Hand. Seit Montag sind in verschiedenen Schaufenstern die Plakate zu sehen.

Ein Vorbild sein

Obida Abdou wählte für sein Bild die Aleppo Seife. Sie erinnert ihn an sein Heimatland und seinen Vater, da sie diese gemeinsam in Syrien herstellten. Der 36-Jährige flüchtete mit seiner Frau und seinem Sohn auf einem Schlauchboot von der Türkei nach Deutschland. 2016 kam die Familie nach Schwäbisch Hall und lebt seitdem dort. „Zur Zeit der Flüchtlingswelle gab es viele Freiwillige, die uns geholfen und unterstützt haben“, erinnert er sich. Dennoch sei es anfangs schwer gewesen, mit den Menschen Kontakt aufzubauen. Die Sprachbarriere stellte ein Problem dar. „Ich habe gemerkt, dass ich mich entwickeln muss, wenn ich hier bleiben möchte“, erzählt Abdou. Er lebt gerne in Hall und möchte seine Erfahrungen nun weitergeben.

Durch das Projekt der AWO erhofft er sich, dass die Menschen ihn kennenlernen. „Wenn die Leute etwas über uns erfahren, haben sie vielleicht nicht mehr so viel Angst vor uns oder Fremden“, erklärt er. Außerdem möchte er für andere auch als Vorbild fungieren. Abdou erhofft sich durch seine Geschichte, andere Geflüchtete ermutigen zu können sich zu integrieren, zu bewerben und die Sprache zu lernen. Denn sein eigener Traum ist 2018 wahr geworden. Als Abdou vor vier Jahren mit einer Gruppe von Geflüchteten nach Schwäbisch Hall kam, hatte er die Idee, sein eigenes Geschäft zu eröffnen. Darin sollten Gewürze und Lebensmittel verschiedener Kulturen angeboten werden.

Vor zwei Jahren hat er sein Geschäft in der Gelbinger Gasse eröffnen können. Es ist nach seinem Sohn benannt: Adam. Abdou bedient darin Menschen verschiedener Nationen, worauf er sehr stolz ist. Auch seine Seife kommt im „Adam’smarkt“ sehr gut an. Zukünftig hofft er, mehr Standorte eröffnen zu können oder sein Studium fortzusetzen.

Info

Die Flyer zu den Standorten der Schaufensterausstellung sind in drei Räumlichkeiten ausgelegt: der Stadtbibliothek Schwäbisch Hall, der Tourist Information und der Volkshochschule Schwäbisch Hall.