Indie-Rock-Band aus Österreich: lovehead liefert den Sound des Sommers

Anna, Leni und Mara (von links) haben über Instagram zueinander gefunden. Seit 2025 bilden sie die Indie- Rock-Band lovehead.
Nikolas RodeUnsere aktuelle Ausgabe dreht sich rund um das Handwerk. Daher gleich zu Beginn die Frage an euch: Wie steht es denn um eure handwerklichen Fähigkeiten?
Anna: Schlecht (lacht). Ich kann Möbel aufbauen, aber sonst bin ich leider sehr unbegabt.
Leni: Ich bin etwas tollpatschig. Aber wenn ich handwerklich arbeiten muss, bekomme ich es schon irgendwie hin.
Mara: Ich bin eigentlich ganz gut. Wir haben letztes Jahr ein Haus gebaut und dabei habe ich einiges gelernt. Ich kann Stromleitungen ziehen und Boden verlegen.
Wenn ihr euch für einen Beruf aus dem Handwerk entscheiden müsstet, welchen würdet ihr wählen?
Mara: Ganz klar Elektrikerin!
Leni: Tischlerin oder Schusterin fände ich ganz cool.
Anna: Vermutlich auch Tischlerin oder Goldschmiedin. Töpferin könnte ich mir auch vorstellen – sofern das als Handwerksberuf zählt.
Wann war für euch denn der berufliche Weg klar? Wann habt ihr entschieden, Musikerinnen zu werden?
Anna: Das war tatsächlich keine aktive Entscheidung, sondern ist einfach irgendwie passiert. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, gemeinsam Musik zu machen. Und dann haben wir uns einfach der Fügung des Schicksals hingegeben.
Wie habt ihr als Band zueinandergefunden?
Anna: Ich habe 2021 ein Cover auf Instagram hochgeladen. Daraufhin hat mich Mara angeschrieben und gefragt, ob ich in einer Band spiele und ob wir mal zusammen Musik machen möchten. Zwei Monate später habe ich Leni auf einer Party kennengelernt. Dort hat sie Klavier gespielt – das fand ich richtig cool. Sie sagte zu mir: „Eigentlich spiele ich seit zehn Jahren schlecht Schlagzeug.“ Und ich meinte: „Oh mein Gott, ich spiele seit zehn Jahren schlecht Gitarre. Möchtest du in unsere Band?“ So haben wir uns gefunden. Heute spiele ich Bass, denn Mara spielt auf jeden Fall besser Gitarre als ich (lacht).
Und nun zur Musik: Wie würdet ihr euren aktuellen Sound jemandem beschreiben, der noch nie einen Song von euch gehört hat?
Leni: Unsere Texte sind Deutsch. Und die Musik würde ich als Indie-Rock-Pop betiteln. Unser Sound ist sehr „instrumentenlastig.“
Gebt uns doch mal einen Einblick in euren Songwriting-Prozess: Ist es eher demokratisches Chaos oder gibt es eine klare Rollenverteilung?
Anna: Demokratisches Chaos trifft es vermutlich am ehesten. Jedes Songwriting ist anders, es kommt natürlich ganz darauf an, ob eine von uns bereits mit Input und Ideen kommt, oder ob wir alles von Grund auf zusammen machen. Wir schreiben auf jeden Fall mindestens 70 Prozent eines Songs gemeinsam, meist sogar mehr.
Wenn ihr euch gegenseitig in der Band mit nur einem einzigen Wort beschreiben müsstet – wie würde das lauten?
Mara: Leni ist chaotisch.
Leni: Anna ist zu spät, aber auch organisiert.
Anna: Mara ist ehrlich – aber das ist gut so. Manchmal sagt sie auf der Bühne Sachen, die ich mich nicht trauen würde zu sagen, weil ich befürchte, dass ich nicht nett wirken könnte. Aber sie traut sich und bringt damit alle zum Lachen.
Das sind lovehead
Vor mehreren Jahren startete lovehead im Burgenland, Österreich, als Proberaum-Band – Anfang 2025 wagten sie den ersten Schritt raus an die Öffentlichkeit. Mit ihrem allerersten Song „denkst du an mich“ kletterten Anna, Leni und Mara aus dem Stand an die Spitze der landesweiten Radiocharts des ORF-Senders FM4. Ihre zweite Single „erdnussallergie“ bescherte ihnen ihren ersten viralen TikTok-Hit. Mit ihrer Debüt-EP „fanta lustig“ ging es für die Band Mitte Februar dieses Jahres dann auf ihre erste eigene Headline-Tour. Im März waren sie Support für Kraftklub. Nach vielen Festivalauftritten, startet im September nun ihre Sommerwind-Tour 2026. Tickets gibt es unter ilovehead.at
Aktuell seid ihr viel auf Festivals unterwegs und ab September läuft eure Sommerwind- Tour. Was bedeutet es euch, eure Musik live zu präsentieren?
Anna: Live zu performen ist das Schönste an unserem Beruf. Auch als Musiker ist man viel von Zahlen getrieben – Streaming-Zahlen, Ticketverkäufe und solche Sachen. Man lässt sich schnell davon verrückt machen. Wenn wir dann aber Menschen vor uns sehen, die unsere Musik mögen und die sich von unseren Texten angesprochen fühlen, rücken die Zahlen in den Hintergrund. Dann zählt nur die Musik und dass man eine gute Zeit zusammen verbringt.
Leni: Absolut. Dann ist es auch egal, ob nur 50 oder 100 Leute vor der Bühne stehen – wenn alle Lust auf unsere Musik haben, fühlt es sich an, als wären es 1000 Menschen. Und dann merkt man wieder: Live aufzutreten sagt mehr aus als die Streaming-Zahlen.
Habt ihr ein bestimmtes Ritual, das ihr gemeinsam durchzieht, bevor ihr die Bühnen betretet?
Leni: Ja, wir klopfen uns gegenseitig immer einmal auf die rechte und einmal auf die linke Schulter, anschließend klopfen wir auf unsere eigenen Schultern, bilden einen Kreis und schreien uns an (lacht). Vor unseren Auftritten als Support-Act bei Kraftklub haben wir auch manchmal einen Song zusammen gesungen. Das hat gegen die Nervosität geholfen.
Auf was dürfen sich eure Fans in den kommenden Wochen und Monaten freuen? Was ist – neben der Tour – noch geplant?
Leni: Wir releasen auf jeden Fall neue Musik und haben uns dazu auch ein sehr cooles Konzept überlegt. Aber dazu können wir leider noch gar nicht viel verraten. Seid gespannt!

Anfang des Jahres waren die drei Musikerinnen Vorband von „Kraftklub“.
Nikolas RodeWas ist die wichtigste Lektion, die ihr als Band über das Musikbusiness gelernt habt, seit ihr angefangen habt?
Anna: Als Musiker*innen steht man ständig unter Druck, und damit mussten auch wir erst einmal lernen, umzugehen. Man steht im Fokus und alles wird schnell persönlich. Alle haben eine Meinung von dir und manchmal nehmen die Leute auch nicht ernst, was du machst. Das geht sicherlich vielen mit einem kreativen Beruf so. Man muss sich ständig neu beweisen und das ist auf Dauer sehr anstrengend. Das Business ist einfach auch sehr unsicher, es kann plötzlich schlecht laufen und dann ist man weg von der Bildfläche. Unsere Arbeit ist sehr davon abhängig, was andere Leute von uns denken.
Leni: Und natürlich denken viele auch immer, der Job als Musiker ist super chillig, man spielt ein paar Konzerte und hat sonst den ganzen Tag frei. So ist es aber nicht. Im Gegenteil: Es gibt unglaublich viel zu tun. Hinter einem Song oder einem Auftritt steckt so viel Arbeit.
Zum Abschluss gibt es noch eine Schnellfragerunde: Spotify-Playlist oder Vinyl-Schallplatte?
Anna, Leni & Mara: Vinyl-Schallplatte.
Große Festivalbühne oder intimer Club-Gig?
Anna, Leni & Mara: Große Festivalbühne.
Texte schreiben oder Melodien komponieren?
Anna, Leni & Mara: Melodien komponieren.
Frühaufsteher oder Nachtaktiv?
Anna, Leni & Mara: Nachtaktiv.
Stichwort Sommer: Meer oder Pool?
Anna, Leni & Mara: Meer!!!
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