Honig aus Gaildorf: Imker gibt Tipps: So ist Honig am gesündesten
Von Würth zur Imkerei: Heute dreht sich bei Julian Durchdenwald alles um Bienen
Der Blick reicht über zahlreiche Bienenstöcke. Überall summt es. Überall ist es grün. Nur Wiesen und Wälder liegen in der näheren Umgebung. 13 Jahre lang hat Durchdenwald bei Würth gearbeitet, teilweise im Außendienst. Heute ist er Imker aus Leidenschaft. Anfangs war die Welt der Bienenprodukte nur ein Hobby. Ein Nachbar hatte ihn 2015 gefragt, ob er mit zu einem Imker-Anfängerkurs kommen wolle. „Es hat mich dann aber mehr und mehr fasziniert und interessiert. Da wollte ich wissen, ob ich auch davon leben kann“, erzählt der 39-Jährige. Das kann er. Inzwischen hat er mehrere Fortbildungen absolviert und betreut rund 170 Völker, davon etwa 70 Ableger – also Nachzüchtungen. Sie dienen der Sicherheit, falls ein wirtschaftliches Volk ausfällt.
Sie stehen größtenteils auf seinem Grundstück in Spöck, wo er mit seiner Frau und drei Kindern wohnt. Das Haus liegt am Ortsrand, Obstbäume und Nadelbäume stehen in naher Entfernung – die perfekte Umgebung für Bienen. Durchdenwald berichtet: „Die Waldhonigernte dieses Jahr ist gut.“ Er entsteht durch das Sammeln von sogenanntem Honigtau, der von Schild- und Blattläusen ausgeschieden wird. Der Imker hat aber auch Blütenhonig und Tannenhonig. Linden- und Kastanienhonig gab es heuer kaum – „das liegt wohl an der Trockenheit“, mutmaßt Durchdenwald.
Am besten pur essen: So behält Honig all seine Vitamine und Nährstoffe
Wald- und Blütenhonig hat er persönlich am liebsten, auch wenn die Vorliebe zeitweise variiere. „Waldhonig schmeckt man aber kaum aus dem Kaffee raus.“ Wer jedoch die vollen Wirkstoffe aus dem Naturprodukt ziehen will, sollte ihn pur essen. „Auf Brot zum Beispiel.“ Einen Schlemmertipp hat Durchdenwald: „Akazienhonig über frisch gebackene Waffeln geben, das ist ein ganz feiner Geschmack.“ Aber auch einfrieren kann man Honig. Wer ihn verbackt oder in den Tee gibt, verzichtet auf Vitamine und Enzyme, der Geschmack jedoch bleibt. Auch ist Durchdenwald ein Fan von Met, Honigwein. Den lässt er in Gaildorf aus eigener Ernte herstellen.
Den vertreibt er zusammen mit seinen zahlreichen anderen Bienenprodukten auf Wochen-, Krämer- und Weihnachtsmärkten. „Ich habe Kerzen, Seife, Bonbons, Blütenpollen, Propolis, Handcreme und andere Kosmetik im Sortiment“, erzählt der Imker. Teilweise kauft er auch zu, der Honig kommt jedoch nur aus eigener Herstellung.
Einen Dienst bietet der gelernte IT-Systemelektroniker allerdings nur bei sich zu Hause an: eine Therapiemöglichkeit bei Allergien gegen Pollen. Bienenstockluft inhalieren soll helfen – eine Garantie gibt es allerdings nicht. Genauso wie für andere potenzielle Heilkräfte von Honig. „Er hilft bei der Wundheilung, Verdauungsproblemen und vielem mehr“, so Durchdenwald. Auf Wunden sollte allerdings nur medizinischer Honig aufgetragen werden – wegen der Gefahr von Keimen.
Propolis: Gut bei Entzündungen
Und auch auf anderen Gebieten ist Honig heilsam. Dank seiner entzündungshemmenden Wirkung hilft er bei Husten. Es gibt auch noch das kraftvolle Bienenharz Propolis. Julian Durchdenwald erzählt: „Gelöst in Alkohol hilft es zum Beispiel gegen Entzündungen im Mundraum oder bei eingerissenen Nägeln.“ Außerdem ist Propolis antibiotisch, antiviral und antimykotisch. „Man kann, damit es besser schmeckt, Propolis auf einen Teelöffel Honig geben“, empfiehlt der Experte. Dadurch bleibt das Propolis auch länger im Mundraum.
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Info „Hier sind wir zu Hause“ geht weiter. Am 11. September ist die Rundschau in Gaildorf anwesend. Los geht es um 11.30 Uhr.
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