Hier sind wir zu Hause in Obersontheim: Nachhaltige Produktion hat hohen Stellenwert

Tobias Gutheiß aus Ummenhofen mit seinem Sohn Josef und ihren Hühnern.⇥
Sigrid BauerAls Direktvermarkter erzielen wir für unser Bio-Rindfleisch eine höhere Wertschöpfung als über den Handel“, stellt Martin Mayer aus Engelhofen fest. Jährlich verkauft er das zarte Fleisch von acht bis zehn Limpurger Jungrindern in 20-Kilogramm-Paketen an seine Stammkunden. „Immer mehr junge Familien bestellen bei uns. Sie können sehen, wie die Tiere auf der Weide gehalten werden. Das kommt gut an“, meint er. Seine Tiere sind so lang wie möglich draußen. „Das ist für sie am natürlichsten und ich spare die Fahrten zum Futterholen und Gülleausbringen“, betont er.
Bioland-Eier aus dem Automaten
Leute sind zurückhaltend
Andrea Engel vom Naturhof Engel in Bühlerzell-Schönbronn gehört auch zu den Pionieren des Obersontheimer Markts. Sie bietet Bio-Fleisch aus eigener Erzeugung und Wild an und bedauert, dass der Markt immer weiter schrumpft. „Die Kaufkraft ist zu den Supermärkten abgewandert, unsere Stammkundschaft stirbt weg und neue Kunden kommen kaum nach. Auch auf den großen Märkten in Hall Crailsheim und Ellwangen läuft es zur Zeit nicht so gut. Die Leute sind in diesen Zeiten zurückhaltend“, stellt sie fest. Zudem kann sie aus Personalmangel nicht mehr regelmäßig nach Obersontheim kommen.
Im Juli 2021 haben Elke und André Hutzenlaub ihren Hofladen in Unterfischach eröffnet. „Wir haben schon eine kleine Stammkundschaft und sind recht zufrieden“, berichtet der junge Nebenerwerbslandwirt. Am begehrtesten sind die Bio-Eier aus eigener Produktion. „Die Kunden sagen, die Eier schmecken besonders gut“, freut er sich. Vielleicht liegt es daran, dass die Hühner im mobilen Stall alle zwei Wochen auf frisches Grün umgesetzt werden. Ab Ende August haben Hutzenlaubs wieder ihren Verkaufsschlager, den Hokkaidokürbis und andere Kürbissorten im Angebot. Mit den derzeitigen Wetterbedingungen verspricht die Ernte hervorragend zu werden.
Saisonales Obst läuft gut
In Anette Schweigerts Hofladen in Mittelfischach gibt es ausschließlich Produkte anderer Erzeuger. Sehr gut laufen die Eier und das saisonale Obst: von Erdbeeren im Frühsommer bis zu Zwetschgen im Herbst. Sie bezieht es, auch Äpfel und Birnen, überwiegend aus Pfedelbach. Vor eineinhalb Jahren hat sie ihr Sortiment um Milchprodukte erweitert. „Damit der Kühlschrank im Winter nicht leer steht“, meint sie. Besonders begehrt ist der Kakao.
Familie Egelhof in Mittelfischach erzeugt in ihrer Edelbrandmanufaktur erstklassige sortenreine Obstbrände in Kleinstmengen. Die Früchte stammen überwiegend von eigenen, biologisch bewirtschafteten Streuobstwiesen. Sie werden handverlesen und gereinigt, sorgfältig eingemaischt und schonend gebrannt, um höchsten Ansprüchen zu genügen.
