Gaildorfer Pferdemarkt 2026: Rund 50 Kutschen werden in vier Kategorien bewertet
- 88. Gaildorfer Pferdemarkt: Rund 50 Kutschen in acht Ringen bewertet
- Prämierung am Montag, 9. Februar: Vierer- und Zweiergespanne im Fokus
- Sieger: M. Egetemeyr (Kaltblut), M. Köngeter (Warmblut), S. Habel-Veit (Ponys)
- Zusatzkategorie „Jungfahrer unter 25“: Lisa Heil gewinnt mit Vierergespann
- Jury bewertet Gesamteindruck, Gangarten, Geschirr, Wagen, Pflege, Verkehrstauglichkeit
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Gleich werden die Kocherwiesen erzittern“, sagt Bürgermeister Stephen Brauer zur Begrüßung und baut damit die Spannung für einen der „Höhepunkte“ des 88. Gaildorfer Pferdemarkts auf. Die Gespannprämierung könne nur stattfinden, wenn sich genügend Teilnehmer dafür finden, ergänzt er. Das ist erneut der Fall. Rund 50 Kutschen nehmen insgesamt teil. In acht Ringen zeigen sich die geschmückten Pferde, insgesamt sieben Fahrerinnen und Fahrer erreichen die Endrunde. Roland Bäuerle aus Neuler kommt zwar nicht ins Finale, trotzdem ist der Tag besonders, wie Vorstarterin Anne Kühnen dem Publikum berichtet. Er feiert seinen 50. Geburtstag.
Besonderer Unterricht
Bevor der Wettbewerb jedoch losgeht finden sich bereits gegen 8.30 Uhr die Klassen 5a und 5b der Parkschule Gaildorf am Gelände ein. Mitglieder des Pferdezuchtvereins Schwäbischer Wald, unter anderem Rita Schühle, Silvia Mantel und Horst Klunzinger geben den Kleingruppen Führungen und erklären die verschiedenen Geschirre und Kutschenarten. „Es gibt unter anderem Sportkutschen, aber auch historische Kutschen. Früher wurden sie auch für Transport oder die Post benutzt“, weiß Mantel. Vertrauen sei wichtig, die Pferde sind sensibel, fügt Schühle hinzu. „Es ist wichtig, dass man die Kinder wieder ranführt. In der Großstadt sehen sie Kutschen selten.“
Tagelang vorbereitet
Dass eine Kutsche nicht mal eben so bereit ist, bestätigt Bettina Egetemeyr aus Frankenhardt. Die Tiere zu waschen und die Kutschen zu verladen brauche Zeit. Zusammen mit ihrem Mann Michael Egetemeyr bereite sie sich Tage zuvor schon vor. Doch das sei nicht nur bei ihnen so, sondern auch bei allen anderen Teilnehmern. „Vor Ort in Gaildorf waren wir bereits morgens um 4.30 Uhr.“ Dort gewinnt der Vierspänner mit Michael Egetemeyr als Fahrer und den Noriker-Pferden Sam, Nassia, Major und Maja in der Kategorie Kaltblut. „Wir sind schon 30 Jahre Züchter. Es ist unser Leben“, sagt seine Frau im Anschluss.
Schärpen und Pokale
Auch in diesem Jahr gibt es Sieger in drei unterschiedlichen Kategorien. Neben dem Vierergespann von Michael Egetemeyr gewinnt in der Kategorie Warmblut Marco Köngeter aus Alfdorf mit dem Vierspänner um die Altwürttemberger Clara, Santos, Soleika und Goli. Bei den Kleinpferden und Ponys sichert sich das Zweiergespann mit den Welsh-Ponys Joop und Filou von Susanne Habel-Veit aus Gschlachtenbretzingen den ersten Platz. Weiterhin gibt es einen vierten Gewinner in der Zusatzkategorie „Jungfahrer unter 25“. Hier holt Lisa Heil aus Utzstetten mit dem Vierergespann um die Süddeutschen Kaltblüter Helene, Mika, Maxi und Lisa den Pokal.
Tradition fortgeführt
Die Gespanne auf der Kocherwiese werden von drei Preisrichtern bewertet: Mara Hörer, Jury-Leiter Wolfgang Hörer und Kutschfahrer Andreas Gutscher aus Markgröningen. Vorstarterin Anne Kühnen moderiert für das Publikum das Geschehen in den Ringen. An die Fahrerinnen und Fahrer gibt sie Anweisungen wie „durchparieren zum Schritt“ oder „von oben durch die Bahn wechseln und bitte die volle Bahn ausnutzen“. Über den Vormittag treten drei Generationen der Familie Müller aus Auenwald an. Kühnen hebt hervor, dass das nicht selbstverständlich sei und es die Jury freue, dass junge Menschen den Traditionssport weitermachen.
Verschiedene Kriterien
War man noch nie zuvor auf einer Gespannprämierung, wird vermutlich am Montagmorgen nicht auf den ersten Blick ersichtlich, nach welchen Kriterien die Jury entscheidet. Zumal alle Vierer- und Zweiergespanne in der Vorrunde einen ersten Preis erhalten. Licht ins Dunkle bringt Jury-Leiter Wolfgang Hörer. Die Richter achten auf den Gesamteindruck, die Gangarten, Geschirre und die Aufbereitung der Wagen. Auch Pflege- und Gesundheitszustand der Tiere sowie Verkehrstauglichkeit fließen in die Wertung mit ein. Er zeigt auf ein Gespann und erklärt anhand des Beispiels: „Dieses kommt in den Endring. Da passt alles. Die Pferde gehen geradeaus im Takt.“
Die Leser haben die Wahl
Die RUNDSCHAU-Leser bewerten den Festzug des 88. Gaildorfer Pferdemarktes, der am heutigen Montag, 9. Februar, ab 14 Uhr durch die Gaildorfer Innenstadt zieht. Gesucht werden die schönsten Wagen und Gruppen. Abgestimmt wird mit dem Coupon. Die Kutschen im vorderen Teil des Umzugs werden schon weitgehend bei der Gespann-Prämierung am Montagvormittag einer Jury vorgeführt und stehen deshalb nicht mehr zur Wahl. Auch die prämierten Pferde vom Sonntagvormittag können bei der Abstimmung um den schönsten Wagen und die interessanteste Gruppe nicht mehr bewertet werden.
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