Gaildorfer „Easys“ in Budajenö
: Motorschaden auf der Rückreise  –Hilfsgruppe braucht neuen Transporter

In Gaildorfs Partnergemeinde Budajenö überreichen die „Easys“ einen Defibrillator. Am selben Tag sind sie dort zu einem Gedenkgottesdienst für Ehrenbürger Gerhard Schick eingeladen. Auf dem Rückweg nach Deutschland kommt’s zu unerwarteten Problemen.
Von
Verena Köger
Gaildorf/Budajenö
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Gaildorfer Easys in Budajenö, der Partnergemeinde von Gaildorf. Darius Dirksmann, Torsten Reupke, Christian Kandzia und Heiko Schmidt übergeben einen Defibrillator an die Bürgermeisterin Tünde Vezérné Hevesi.

Die „Easys“ sind nach Budajenö, der Partnergemeinde von Gaildorf, gefahren. Darius Dirksmann, Torsten Reupke, Christian Kandzia und Heiko Schmidt (von links) haben Bürgermeisterin Tünde Vezérné Hevesi einen Defibrillator übergeben. Im Hintergrund sind Kisten voller Hilfsgüter zu sehen, die die „Easys“ für die Menschen in Budajenö und Umgebung mitgebracht haben.

privat
  • Die „Easys“ überreichten in Budajenö einen Defibrillator, gespendet von Holztransporte Kunz und einer anonymen Stiftung.
  • Auf dem Heimweg erlitt ihr Transporter einen Motorschaden; ein Ersatzwagen brachte sie spät nachts nach Hause.
  • Die Gruppe benötigt dringend einen neuen Transporter für Hilfstransporte und weitere Aktionen.
  • Am 12. April feiern die „Easys“ ihr dreijähriges Bestehen mit Unterstützern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ukraine, Rumänien, Tschechien – durch ihre Hilfstransporte haben die Gaildorfer „Easys“ schon viele Länder bereist. Die jüngste Fahrt war eine besondere: Am letzten Märzwochenende steuerte die Gruppe um Heiko Schmidt erstmals Gaildorfs ungarischer Partnergemeinde Budajenö an.

Gemeinderat Heiko Schmidt und die neue Bürgermeisterin Tünde Vezérné Hevesi lernten sich bereits im September 2024, als sie mit einer ungarischen Delegation anlässlich des Floßfests in Gaildorf weilte. Es war ihr Antrittsbesuch in der Schenkenstadt. Tünde Vezérné Hevesi wurde im Frühjahr 2024 zur Nachfolgerin von István Budai gewählt. Auch beim diesjährigen Pferdemarkt und beim Wurstfest in Budajenös rumänischer Partnergemeinde Ditró haben sich Schmidt und Tünde Vezérné Hevesi getroffen.

Firma und Transportunternehmen spenden für Defibrillator

Dabei kam das Gespräch unter anderem auf die Defibrillatoren, die an zentralen Gaildorfer Orten, zum Beispiel an der Limpurghalle oder an der Stadtschule, hängen. Für Feste in Budajenö müssten solche Geräte ausgeliehen werden, berichtete die Bürgermeisterin, die sich wünschte, einen Defibrillator – Kosten circa 2000 Euro – für ihre Gemeinde anschaffen zu können. Das musste sie Heiko Schmidt nicht zweimal sagen: Die „Easys“ haben sich dafür eingesetzt, dass die Gemeinde Budajenö künftig einen eigenen Defibrillator besitzt – möglich wurde das durch eine Spende von Holztransporte Kunz in Birkenlohe, Schmidts Arbeitgeber, sowie einer Stiftung aus dem Landkreis Hall, die die „Easys“ schon mehrfach finanziell unterstützt hat, aber nicht genannt werden möchte.

Viele Kisten voller Hilfsgüter dabei

Ende März fand nun die Übergabe des Defibrillatoren in Budajenö statt. Aber damit nicht genug: Darius Dirksmann, Torsten Reupke, Christian Kandzia und Heiko Schmidt haben ihren eigenen Sprinter, einen geliehenen der Firma Köger und sogar noch einen Anhänger der Fahrschule Bigfoot mit Spielsachen, vor allem Fußbälle, Schulranzen, Kleidung sowie Medizin- und Hygieneprodukte beladen. „Viele Menschen in der Umgebung leben unter der Armutsgrenze“, weiß Heiko Schmidt. Die Sachspenden seien dort also gut aufgehoben.

„Wir wurden sehr herzlich in Budajenö empfangen“, berichtet er. Nach einem Frühstück im Kornspeicher haben die vier Männer eine Stadtführung bekommen. Ihnen wurde der Friedhof, die Kirche, der Kindergarten und die Schule gezeigt. Am Samstagabend stand dann noch eine ganz besondere Veranstaltung an: ein Gedenkgottesdienst für den am 4. März verstorbenen Gerhard Schick, der nicht nur in Gaildorf, sondern auch in Budajenö Ehrenbürger ist. Denn die Familie Schick zeigte sich auch in der ungarischen Partnergemeinde in vielfältiger Weise wohltätig.

Gedenkgottesdienst zu Ehren Gerhard Schicks

Es war Zufall, dass der Gottesdienst ausgerechnet in der Zeit stattfand, in der Heiko Schmidt und seine Truppe in Budajenö sind, erzählt der 41-Jährige. Dennoch war wohl im Vorhinein bekannt, dass Besucher aus Deutschland anwesend sein werden, denn es waren Blätter auf Deutsch vorbereitet, erzählt Heiko Schmidt. Für ihn und die drei Männer war es Selbstverständlichkeit und Ehre zugleich, bei dem Gottesdienst dabei zu sein. Heiko Schmidt hat sogar vor der Gemeinde einen Gebetsauszug auf Deutsch vorgelesen. Auch wenn die „Easys“ ansonsten nur wenig von dem verstanden haben, was auf Ungarisch gesagt wurde, sei die Wertschätzung gegenüber Gerhard Schick deutlich spürbar gewesen. Kein Platz in der Kirche blieb an diesem Abend frei, beschreibt Schmidt.

„Easy“-Sprinter: Totalschaden kurz vor Wien

So schön die Eindrücke waren, die die vier Männer aus Budajenö mit nach Hause genommen haben, so unschön war die Heimfahrt am Sonntag. Kurz vor Wien erlitt ihr eigener Sprinter einen Motorschaden. An eine Weiterfahrt war erst mal nicht zu denken, denn ausgerechnet an ihrem Transporter hing der Anhänger. Mit einem Ersatzwagen, den die Truppe am Wiener Flughafen abgeholt hat, ging es viele Stunden später weiter, sodass die Männer erst mitten in der Nacht zu Hause waren. Den liegengebliebenen Sprinter – ein wirtschaftlicher Totalschaden – haben sie ein paar Tage später abgeholt.

Das fehlende Auto setzt die „Easys“ momentan außer Gefecht. „Uns sind die Hände gebunden“, bedauert Heiko Schmidt. Der Transporter werde nahezu täglich gebraucht – für Haushaltsauflösungen oder die Abholung von Sachspenden. Klar ist also, dass die Gruppe ein neues Gefährt braucht, mit dem sie auch ihre mobile Suppenküche, ein Grillanhänger, ziehen können. Wer die Neuanschaffung finanziell unterstützen möchte, kann sich bei Heiko Schmidt (Kontakt siehe Infokasten unten) melden.

„Easys“ feiern am 12. April dreijähriges Bestehen

Derweil lassen sich die „Easys“ aber nicht entmutigen. Denn es steht ein kleines Jubiläum vor der Tür, ihr dreijähriges Bestehen. Das wollen sie am Samstag, 12. April, mit Unterstützern, Wegbegleitern und der gesamten Bevölkerung feiern. Los geht’s um 10 Uhr in der Bahnhofsgaststätte in Schönberg. Für das leibliche Wohl ist mit Speisen und Getränken gesorgt. Es gibt auch Kaffee und Kuchen. Für 17 Uhr ist ein Bildvortrag geplant.

Die „Easys“ sind dankbar für Geld- und Sachspenden

Sachspenden für die Ukraine können jeden zweiten Sonntag von 10 bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung im ehemaligen Bauhof in Unterrot abgegeben werden. Nächster Öffnungstermin ist Sonntag, 4. Mai (an Ostern ist geschlossen). Auch Abholungen sind möglich, Kontakt: Heiko Schmidt, Telefon 01 57 / 86 51 86 61. Spendenkonto: Heiko Schmidt, DE 28 6225 0030 0002 4681 69, Kreissparkasse Schwäbisch Hall– Crailsheim.