Fachkräftetage der Südwest Presse Hohenlohe: Der Bedarf wird sichtbar gemacht

Großer Andrang vor der Jobwall zwischen den Hallen 1 und 2 der Arena Hohenlohe: Hunderte von Stellenbeschreibungen von Unternehmen und Behörden aus der Region haben Interessentinnen und Interessenten angezogen.⇥
Ufuk ArslanWas haben Unternehmen wie Würth, Rommelag, Lieken, Aqua Römer, Lidl und Leonhard Weiss mit Behörden wie dem Justizvollzugsdienst oder dem Landratsamt Schwäbisch Hall gemeinsam? Die Antwort ist einfach: Sie haben sich neben weiteren potenziellen Arbeitgebern aus der Region am vergangenen Wochenende bei den neunten Fachkräftetagen der Südwestpresse Hohenlohe (SHO) in der Arena Ilshofen präsentiert. Noch etwas haben sie alle gemeinsam: In allen Bereichen fehlt Fachpersonal, ganz egal ob im Bau, Dienstleistungssektor, Entwicklung, der Pflege oder in Ämtern.
Dieser Mangel werde noch zunehmen, sagt Landrat Gerhard Bauer am Samstag bei der Eröffnung der Messe in seiner Eigenschaft als Schirmherr der Veranstaltung. Auf über 3000 Quadratmetern in drei Hallen haben sich 90 Aussteller mit etwa 500 offenen Stellen einem interessiertem Publikum präsentiert. Schon kurz nach der Öffnung Samstagvormittag wurde es zusehends immer voller.
„Unsere Messe dient dazu, dass interessierte Menschen mit Arbeitgebern in Kontakt treten und die Möglichkeit nutzen, bei persönlichen Gesprächen, Grundsteine für eine beruflich neue und spannende Zukunft zu legen“, sagt SHO–Geschäftsführer Thomas Radek bei der offiziellen Eröffnung. Besucherinnen und Besucher könnten die neuen Talente sein, die die Unternehmen der Region suchen und als wichtige Innovationskraft im Betrieb benötigten. Er freue sich, neben dem Kirchberger Grünen–Bundestagsabgeordneten Harald Ebner mit Dr. Martin Rosemann den Sprecher der SPD–Bundestagsfraktion für die Themen Arbeit und Soziales begrüßen zu können. Dieser habe sofort zugesagt, einen Impulsvortrag zum Thema „Fachkräfte gewinnen: Einwanderung als Chance“ zu halten (siehe linke Spalte), in dem es vor allem um das von der Ampel beschlossene und im November in Kraft getretene neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz gegangen ist. Nach dem Vortrag hat Rosemann noch Dr. Marcus Haas, Redaktionsleiter der drei Kreiszeitungen Haller und Hohenloher Tagblatt sowie Rundschau Gaildorf, für ein kurzes Live–Interview zur Verfügung gestanden. Als Fazit könne festgehalten werden, dass es nun darum gehe, die gesetzlichen Neuerungen nun auch umzusetzen und vor allem bürokratische Hürden bei der Gewinnung von Fachkräften im Ausland abzubauen. Da waren sich die beiden Gesprächspartner einig.
Sorgen und Nöte
Während immer mehr Publikum in die Arena strömt, machen sich die geladenen Gäste der Eröffnung gemeinsam auf einen Messerundgang. An ausgesuchten Stationen tauschen sich Politiker und Firmenvertreter aus. Viele ergreifen die Möglichkeit, auf die Sorgen und Nöte der Unternehmen in quasi allen Branchen aufmerksam zu machen. Dass der Bedarf nach Personal riesig ist, macht die „Jobwall“ zwischen Halle 1 und 2 deutlich: Mehrere Hundert Jobausschreibungen sind hier zusammengekommen. Schon am Samstag sind zahlreiche Interessentinnen und Interessenten zu beobachten, die sich erst dort informieren und dann ganz gezielt potenziellen Arbeitgeber aufsuchen.
Positives Feedback
„Es hat gebrummt ohne Ende“, sagt am Sonntagnachmittag Peer Ley im Messebüro etwas abseits des Trubels. Der Leiter des Lesermarkts der SHO hat die Messe maßgeblich mitorganisiert. Er schätzt, dass an den zwei Tagen rund 3500 Besucherinnen und Besucher in die Arena gekommen sind — auch viele Familien seien darunter gewesen. Auch wenn die meisten Aussteller nach seiner Erfahrung erst im Nachhinein eine Bewertung der Messe vornehmen würden, habe er schon viel positives Feedback bekommen. „Man kann hinhören, wo man will. Die Zufriedenheit ist groß“, sagt Ley. Beeindruckt habe ihn, dass viele Interessentinnen und Interessenten schon direkt mit einer Bewerbungsmappe kommen.
Wechsel macht sich bezahlt
Die Fachkräftetage seien die größte Messe dieser Art in der Region Heilbronn–Franken, ergänzt Peer Ley. Der Wechsel vom Hangar Crailsheim in die Arena habe sich absolut bezahlt gemacht: „Wenn es so bleibt, gehe ich davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren hier herkommen werden.“
Info Bis kommenden Freitag, 17. November, werden die Fachkräftetage online unter der Adresse www.fachkräftetage.de weitergeführt.