Einst und heute im Limpurger Land (Folge17): 24/7 heißt im Jahr 1965 „Bediene Dich Selbst“

Selbstbedienung im Jahr 1965, zeitgemäße Gehweckplatten und freies Parkten auf dem Gaildorfer Marktplatz. Bäume und „modernes“ Kopfsteinpflaster stechen heute aus diesem Blickwinkel ins Auto.
Archiv/Klaus Rieder- Ein Foto zeigt den 24. April 1965 in Gaildorf auf dem Marktplatz.
- Der Laden Markert bot „Feinkost“ und Selbstbedienung, der Balkon existiert bis heute.
- Nebenan standen Metzgerei Frey und ein Bastelladen mit Bausätzen für Modelle.
- Der Marktplatz war Parkplatz – mit Mercedes „Heckflosse“, „Ponton“ und Opel Rekord.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Blick des Fotografen schweift vom Lebensmittelgeschäft Markert hinüber zum Markplatz. Dort ist das Gebäude der Metzgerei Frey zu erkennen, das – wenn auch umgebaut – bis heute existiert.
Links daneben befand sich ein kleines Haus, in dessen Erdgeschoss damals ein Ladengeschäft für Bastelbedarf untergebracht war. Ältere Gaildorfer werden sich sicher noch daran erinnern, dass es dort Bausätze für Flugzeuge, Autos und Schiffe gab.
Keineswegs eine Erfindung der Moderne
Am Gebäude Markert fällt der bis heute erhaltene Balkon ins Auge. Das Schaufenster mit dem Hinweis „Feinkost“ war damals von Fliesen eingefasst, , während der Schriftzug „Bediene dich selbst“ links im Bild zeigt, dass das Prinzip des Selbstbedienens keineswegs eine Erfindung der Moderne (24/7) ist.
Der Boden ist mit Gehwegplatten ausgelegt; das frühere Kopfsteinpflaster und der Teer waren beim Abriss des Marktplatzbrunnens entfernt worden. An Stelle des Brunnens standen (außerhalb den Blickbereichs) zwei Telefonzellen – ob der danebenstehende Schaltkasten wohl dazugehörte? Jahrzehnte später hielt wieder das Kopfsteinpflaster Einzug.Der gesamte Marktplatz stand damals als Parkplatz zur Verfügung.
- Auch die Autos im Bild spiegeln den Zeitgeist wider:
- In der Bildmitte steht wahrscheinlich ein Mercedes-Benz „Heckflosse“ der Baureihe W110 oder W111 mit 80 PS, wie er zwischen 1961 und 1968 gebaut wurde.
- Dahinter ist ein Mercedes-Benz „Ponton“ (Baureihe W120/W121, auch bekannt als Mercedes 180 oder 190) zu sehen. Typisch für dieses ältere Modell aus den 1950er-Jahren ist die rundliche Karosserieform. Die damals beliebten Diesel-Modelle, spöttisch auch als „Heizöl-Ferrari“ bezeichnet, boten eine für Mittelklasselimousinen standesgemäße Leistung von 52 PS.
- Im Schaufenster spiegelt sich zudem ein Opel Rekord P1 oder P2 mit seiner amerikanisch angehauchten Frontpartie, die für Opel am Ende der 1950er- und zu Beginn der 1960er-Jahre so charakteristisch war.