Einst und heute im Limpurger Land (Folge 9): Nach 46 Jahren im Uhrzeigersinn folgte 2010 mehr als nur ein Richtungswechsel

Ein Luftbild von der „Wacht“ beim Motocross 1997. Die große freie Fläche unten (heute Fahrerlager) dient als Zugang und Parkplatz für besondere Gäste. Der Start ist noch an seinem ursprünglichen Platz (Bildmitte). Oberhalb vom Start- und Zielhaus weist die Strecke noch einem zusätzlichen Bogen auf.
Klaus Rieder- Gaildorf: Seit 1964 richtet der MSC auf der „Wacht“ Motocross-Rennen aus.
- Der Auftakt 1964 fand auf einer Schafweide statt, rund 3000 Zuschauer kamen.
- Der Club wurde später mit WM-, EM- und DM-Läufen betraut – bis zu 30 000 Besucher 1989.
- 2010 änderte der Kurs die Fahrtrichtung, Designer Freddy Verherstraeten modernisierte die Strecke.
- Mehr Sprünge und Spurwahl sorgen seitdem für mehr Action und Überholmöglichkeiten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die „Wacht“ wenige Tage vor dem Gaildorfer Motocross 2026. Der Aufbau ist weitgehend abgeschlossen.
Martin BohnAls sich am 12. Januar 1926 zwölf Männer im Gaildorfer Gasthof „Post-Krone“ versammelten, die „Kraftfahrer-Vereinigung Gaildorf“ als ADAC-Ortsgruppe aus der Taufe hoben und Paul Balz zum Vorsitzenden wählten, ahnte noch niemand, dass sich daraus einmal eine motorradsportliche Erfolgsgeschichte entwickeln würde.
Zeitsprung: 24 Jahre später, wiederum in der „Post-Krone“, schritten 28 Männer zur Neugründung der ADAC-Ortsgruppe, die fortan den Namen Motorsportclub (MSC) Gaildorf tragen sollte. Veranstaltet wurden zunächst Orientierungsfahrten, Geländeturniere und Gleichmäßigkeitsprüfungen. Einer der Höhepunkte folgte 1962, als der MSC eine Zuverlässigkeitsfahrt als Lauf zur Württembergischen Gaumeisterschaft organisierte. Ausgetragen wurden diese Veranstaltungen auf öffentlichen, aber für den Verkehr gesperrten Straßen.
Landratsamt zwingt zur Neuorientierung
Für das Jahr 1964 lehnte das Landratsamt jedoch weitere Straßensperrungen ab, weshalb sich der MSC Gaildorf ein neues Betätigungsfeld suchen musste. Genau 50 Jahre nach dem weltweit ersten Moto-Cross-Rennen in England richtete der MSC am 5. Juli 1964 unter der Regie von Heinz Zertani sein erstes Moto-Cross aus – auf der „Wacht“, einer Schafweide, die damals zur noch selbstständigen Gemeinde Eutendorf gehörte. 113 Fahrer aus allen Teilen der Bundesrepublik nahmen am dritten Wertungslauf zur Württembergischen Gaumeisterschaft teil, während rund 3000 Zuschauer die ersten Klassensieger bejubelten.
Was nun folgte, war eine beispiellose Erfolgsgeschichte: Der MSC Gaildorf wurde mit der Ausrichtung von Weltmeisterschaftsläufen, Mannschafts-Weltmeisterschaften, Europa- und Internationalen Deutschen Meisterschaften sowie weiteren bedeutenden Prädikatsläufen mit teilweise bis zu 30 000 Besuchern (1989) betraut.
Anspruchsvolles Layout
In den Folgejahren entsprach das Streckendesign jedoch immer weniger den gestiegenen Anforderungen, sodass 2010 ein radikaler Schritt folgte: Statt wie bisher im Uhrzeigersinn ging es nun in die entgegengesetzte Richtung. Der international bekannter belgischer Streckendesigner Freddy Verherstraeten verpasste dabei dem Kurs auf der „Wacht“ ein neues Profil mit anspruchsvollem Layout. Sprünge wurden moderner gestaltet, und an markanten Streckenabschnitten entstanden verschiedene Fahrspuren. Für die Zuschauer bedeutet das seither noch mehr Action, während die Fahrer wesentlich mehr Überholmöglichkeiten als zuvor vorfinden.