Einst und heute im Limpurger Land (Folge 7): Die Stadtschule hat sich nur äußerlich wenig verändert

Die Gaildofer Stadtschule im Jahr 1965 (Bild links) und heute. Damals wurde der Marktplatz noch als Parkplatz genutzt.
Klaus Rieder- Stadtschule in Gaildorf: Umbau 1931 aus Volks- und Realschule zum „Sammelschulgebäude“.
- Anlass war ein nächtiger Deckeneinsturz 1930; Neubau entfiel aus Kostengründen.
- Einzug verschiedener Schulen – Volksschule, Real- und Lateinschule, Hauswirtschaft, Gewerbe.
- Später nur Grundschulklassen, dann Ende des Regelbetriebs und Nutzung durch Vereine.
- Umfeld blieb seit 1965 weitgehend gleich – Autoverkehr und ein Neubau veränderten das Bild.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als 1930 – glücklicherweise bei Nacht – die Decke eines Schulsaals in Gaildorf einstürzte, wurde es für die Stadt höchste Zeit, beim Schulhausbau zu handeln. Das damals bereits über 200 Jahre alte Schulhaus war zwar mehrfach baulich verändert worden, doch all das waren nur Notbehelfe geblieben. Zwar war 1902 in der Kanzleistraße ein zweistöckiges Realschulgebäude errichtet worden, aber das Volksschulgebäude in der Schulstraße, mit einer Raumhöhe von nur 2,70 Metern in den Klassenzimmern, war weiterhin völlig unzureichend.
Die 1930 deutlich gewordene Baufälligkeit des Schulhauses zwang zum Handeln. Aus finanziellen Gründen schied ein wünschenswerter Neubau aus, weshalb im Mai 1931 die Umbauarbeiten begannen. Während dieser Zeit wurden die Schulklassen in der Turnhalle, im Kindergarten, im Alten Schloss und im Gasthaus „Sonne“ (heute Koin Sonnenlichtspiele) untergebracht.
Bis auf Umfassungswände im Erdgeschoss abgerissen
Das alte Volksschulgebäude wurde bis auf die Umfassungswände im Erdgeschoss abgerissen; der anschließende Neubau wurde statt in Fachwerk massiv ausgeführt. Die beiden Gebäude Volksschule und Realschule wurden mit einem Treppenhaus und dem Eingang, nun von der Kanzleistraße aus, zu einem „Sammelschulgebäude“ vereint. Erst nach dem Bau der Parkschule in den 1950er Jahren sprach man von der Stadtschule.
Doch zurück: Am 31. Oktober 1931 wurde der Bau eingeweiht. Für Volksschule, Real- und Lateinschule, Hauswirtschaftsschule und Gewerbeschule mit zusammen 380 Schülern stand nun ein gemeinsames Gebäude zur Verfügung. „Wir haben der Jugend unserer Stadt ein Heim geschaffen, das für das nächste Jahrhundert ausreichen und genügen wird“, stellte Bürgermeister Albert Herrmann hoffnungsvoll fest.
Zuletzt nur noch Grundschulklassen
Generationen von Gaildorfer Kindern besuchten die Schule; zuletzt waren es allerdings nur noch Grundschulklassen. Die hatten es zeitweise aber in sich: Durch die geburtenstarken Jahrgänge war jede Klassenstufe zweizügig, mit jeweils 40 und mehr Kindern pro Klasse. Parallel zur Stadtschule gab es in dieser Zeit noch die Grundschule in der Parkschule. Auch wegen der zurückgehenden Schülerzahlen endete der reguläre Schulbetrieb in der Stadtschule.
In den ehemaligen Klassenräumen fanden Vereine und die Volkshochschule eine Heimat. Eine fehlende Feuerschutztreppe setzte dieser Nutzung jedoch schließlich ein Ende.
Bis 1983 war im Gebäude zudem die Feuerwehr untergebracht, deren Einsatzfahrzeuge zur Schulstraße hin ausrückten. Später zog in die Räumlichkeiten der Feuerwehr ein Handarbeitsgeschäft ein.
Verkehr stark gewandelt
Die umliegenden Gebäude wie Rathaus und Polizei haben sich im Vergleich zu einer Aufnahme aus dem Jahr 1965 kaum verändert. Neu ist hingegen das Gebäude auf dem früheren Post-Krone-Areal (rechts am Bildrand), während auf dem alten Foto noch die Drogerie Mattheis zu erkennen ist.
Auch der Verkehr hat sich in den mehr als 60 Jahren stark gewandelt, was sich nicht nur an den Straßenschildern, sondern vor allem an den Autos zeigt: Auf dem Marktplatz ist rechts ein Renault Dauphine zu sehen. Der französische Kleinwagen mit Heckantrieb und 27 PS wurde von 1956 bis 1968 gebaut. Daneben steht ein Ford Taunus 17m (Facelift) aus der Modellgeneration von 1959 bis 1960 mit 60 PS.