Einst und heute im Limpurger Land (Folge 4)
: US-Laster und italienisches Eis in der Fraschstraße

Im Jahr 1965 gab es den Gaildorfer Innenstadt-Kreisel noch nicht. Die Fraschstraße und die Kanzleistraße durften in beide Richtungen befahren werden. Die Blumen und Hinweisschilder sind heute verschwunden.
Von
Klaus Rieder
Gaildorf
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Kreuzug Karlsstraße/Fraschstraße - Einst und heute

Die Kreuzung Karlsstraße/Fraschstraße in Gaildorf. Wie die geparkten Autos rechts zeigen: Die Fraschstraße durfte noch in gegengesetzter Richtung befahren werden. Das Bild entstand am 23. April 1965.

Archiv Klaus Rieder
  • Historischer Blick: Kreuzung Karlsstraße/Fraschstraße war in den 1960er-Jahren Drehkreuz.
  • Frasch- und Kanzleistraße sowie Karlstraße wurden damals noch im Gegenverkehr befahren.
  • Dreieckige Verkehrsinsel trug Schilder mit Fahrzielen – heute liegen dort Parkplätze.
  • Rechts lag die Weinstube Conradt, links das Eiscafé Roma und Garagen des Gasthauses Germania.
  • Fahrzeuge im Bild vom 23. April 1965: vorn ein GMC CCKW 353, dahinter wohl ein Ford Taunus Transit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Einmündung Fraschstraße/Karlstraße einst und heute.

Die Einmündung Fraschstraße/Karlstraße einst und heute. Viele der Gebäude auf der linken Seite sind seit der Aufnahme oben neu errichtet worden.

Klaus Rieder

Neben der Marktplatzkreuzung bildete noch in den 1960er-Jahren die Einmündung der Fraschstraße in die Karlstraße das zweite wichtige Drehkreuz in der Gaildorfer Innenstadt. Sowohl die Kanzleistraße als auch die Fraschstraße wurden damals noch im Gegenverkehr befahren – ebenso wie die Karlstraße bis zur Einmündung der Grabenstraße. Wo früher auf der dreieckigen Verkehrsinsel blumenumrahmte Schilder – wohl damals der Grund für das Foto – auf die Fahrziele in der näheren und weiteren Umgebung hinwiesen, befinden sich heute Parkplätze.

Auf der rechten Seite des oberen Bildes ist die Weinstube Conradt zu sehen. Das Gebäude Kettenmann – in dessen Erdgeschoss sich heute ein Friseursalon befindet – war am 23. April 1965 noch im Bau. Auf der linken Seite füllten einige Neubauten die Lücken, die durch die Zerstörungen in den letzten Kriegstagen entstanden waren. Zunächst ist dort ganz links das Eiscafé Roma zu erkennen; ältere Gaildorfer werden sich sicherlich noch gerne an das italienische Eis erinnern. Es folgen Garagen, die zum damaligen Gasthaus Germania (der heutigen Burger-Schmiede) gehörten.
Hinter dem Lastwagen ist der noch heute bestehende Kindergarten zu sehen, gefolgt von dem inzwischen abgerissenen Gebäude Diem, in dem einst das Fahrradgeschäft Butz untergebracht war. Daran schließen sich die Gebäude Mauser/Grässle, die Metzgerei Eichele und der Betrieb von Gipsermeister Ludwig Rieder an.

In den vergangenen 50 Jahren ist der Verkehr nicht nur wesentlich dichter geworden, es sind mittlerweile auch völlig andere Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Bei dem Militär-Lkw vorne links handelt es sich um einen GMC CCKW 353 (auch bekannt als „Jimmy“ oder „Deuce and a Half“). Dieser US-amerikanische 2,5-Tonner-Dreiachser aus dem Zweiten Weltkrieg wurde nach dem Krieg auch von zivilen Unternehmen weitergenutzt. Typisch für ihn sind die eckige Fahrerkabine und die flache Windschutzscheibe.

Der dahinter folgende Lieferwagen ist vermutlich ein Ford Taunus Transit aus den späten 1950er- oder frühen 1960er-Jahren. Charakteristisch für dieses Modell ist die Frontpartie mit dem markanten, quer gestreiften Kühlergrill zwischen den runden Scheinwerfern.