Einst und heute im Limpurger Land (Folge 2): Das alte Lagerhaus am Gaildorfer Stadtbahnhof verschwindet

Der Gaildorfer Stadtbahnhof im Jahr 1985. Rechts stand das alte WLZ-Lagerhaus. Links ist noch der Güterschuppen am alten Empfangsgebäude zu erkennen.
Klaus Rieder- Das WLZ-Lagerhaus am Gaildorfer Stadtbahnhof wich 1985 einem Neubau – ein moderner Markt.
- Entstanden war es 1903 mit der Nebenbahn Gaildorf–Untergröningen für den Agrarhandel.
- Am Standort gab es zudem eine WLZ-Werkstätte für Landmaschinen, die Ende August 2004 schloss.
- Zum 1. Januar 2003 übernahm BayWa die WLZ und begründete Rationalisierungen mit Hightech-Bedarf.
- Bahnverkehr im Kochertal endete: letzter Personenzug am 17. Mai 2001, Güterverkehr am 14. Oktober 2005.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am ehemaligen Stadtbahnhofbefindet sich heute Standort der Baywa.
Klaus RiederAls im Jahr 1903 die Nebenbahn der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) von Gaildorf nach Untergröningen gebaut wurde, entstanden an allen Stationen entlang der Strecke durch das Kochertal auch Lagerhäuser. Diese dienten hauptsächlich dem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, die mit der Bahn an- oder abtransportiert wurden.
Zwei Bahnhöfe in Gaildorf
Auch am Bahnhof Gaildorf Stadt – der andere Bahnhof in der Stadt erhielt zur Unterscheidung ab 1903 den Zusatz „West“ – wurde ein solches Lagerhaus entlang der Verbindungsstraße von der Kochstraße zur Kanzleistraße errichtet. Betrieben wurde es durch die Württembergische landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft (WLZ). Viele ältere Gaildorfer nennen den heutigen Markt an diesem Standort aus Gewohnheit heute noch so. Dem Lagerhaus war etwas weiter unten an der Kochstraße zudem eine WLZ-Werkstätte für landwirtschaftliche Maschinen angeschlossen.
1985 wurde das alte Lagergebäude abgerissen, um an gleicher Stelle einen Neubau zu errichten, der den Anforderungen eines modernen Marktes eher entsprach.
In dieser Zeit entstand auch das Schwarz-Weiß-Bild oben: Es zeigt den Schlepptriebwagen T36 der WEG, der vom Gaildorfer Westbahnhof kommend in den Stadtbahnhof einfährt. Hinter dem Triebwagen befindet sich ein Güterwagen preußischer Bauart für den Stückgutverkehr. Es folgen Wagen mit Langholz für ein Sägewerk im Kochertal. Holzprodukte stellten den größten Bereich im Güterverkehr dar. Im Personenverkehr waren es die Schüler.
Rechts im Bild ist die alte Teefabrik zu erkennen, die einige Jahre später zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Die anderen Gebäude sind heute hinter dem hohen Bewuchs verschwunden. Links erkennt man noch ein Eck des alten Stadtbahnhofs, der damals als Zwischenlösung als Verkaufsraum der WLZ genutzt wurde.
Bahnverkehr 2005 eingestellt
Zum 1. Januar 2003 wurde die WLZ von der BayWa (Bayerische Warenvermittlung landwirtschaftliche Genossenschaften AG) übernommen. Ende August 2004 schloss die WLZ-Werkstätte. Die BayWa begründete diesen Schritt damals wie folgt: „Eine Werkstätte in dieser Größenordnung kann in Anbetracht der gestiegenen Anforderungen der Landwirte an Hightech-Serviceleistungen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.“
Bereits am 17. Mai 2001 fuhr der letzte Personenzug durch das Kochertal. Am 14. Oktober 2005 war dann auch mit dem Güterverkehr Schluss.