Einst und heute im Limpurger Land (Folge 15): Wenn statt der Schüler die Rinder ihre Runden drehten

Eine Fleckviehversteigerung der Runderunion Baden-Württemberg in der Gaildorfer Festhalle zu Beginn der 1980er-Jahre.
Archiv- Gaildorfer Festhalle entstand in den 1950er-Jahren mit Hilfe landwirtschaftlicher Verbände.
- Sie diente für Versammlungen und Schulsport, zudem für Fasching bis Ende der 1970er-Jahre.
- Bei Engpässen in der Körhalle fanden Fleckviehversteigerungen auf Sägemehl in der Festhalle statt.
- 1989 wurde die Festhalle saniert und als Limpurghalle umgenutzt – Kühe durften nicht mehr rein.
- 2009 nutzten Chortage zum Jubiläum 175 Jahre Liederkranz Gaildorf die Limpurghalle für Feiern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach der Sanierung wurde die nunmehr als Limpurghalle bezeichnete Festhalle für große Feier genutzt. So im Jahr 2009. Das Bild entstand bei der Präsentation der Vereinsfahnen im Rahmen der Chortage zum Jubiläum 175 Jahre Liederkranz Gaildorf.
Kurt LeibbrandAls Ersatz für die im Krieg zerstörte Fraschhalle wurde in den 1950er-Jahren die Gaildorfer Festhalle am Sportplatz auf den Bleichwiesen gebaut – dank finanzieller Unterstützung durch landwirtschaftliche Verbände. Gaildorf war damals ein Zentrum der Rinderzucht, und über viele Jahrzehnte hinweg fanden in der Stadt die Fleckviehversteigerungen der Rinderunion statt. In der Regel wurden dafür die Viehzuchthalle und die Körhalle genutzt.
Die neue Festhalle diente sowohl für Versammlungen als auch für den Sportunterricht der Gaildorfer Vereine und Schulen. Ältere Gaildorfer erinnern sich noch lebhaft an die fast legendären Faschingsveranstaltungen bis Ende der 1970er-Jahre, die über mehrere Wochenenden hinweg stattfanden. Eine Rutschbahn führte von der Galerie direkt auf die Tanzfläche, und unter der Bühne am anderen Ende der Halle befand sich eine Bar. Diese zu betreten, war den Schülern während des Sportunterrichts wegen der vermeintlich freizügigen Bilder aber strengstens untersagt, was – wie zu erwarten war – die Sache für die Schüler umso interessanter machte.
Doch manchmal kam es vor, dass die Körhalle für Versteigerungen nicht genutzt werden konnte. Und so durften die Rinder umziehen. Bei den Versteigerungen der Rinderunion Baden-Württemberg drehten die Tiere auf mit Sägemehl ausgestreutem Parkettboden in der Festhalle ihre Runden – der Preis für die finanzielle Unterstützung beim Bau. Nebenbei bemerkt: Schüler, die die Halle beim Sportunterricht mit Straßenschuhen betraten, kassierten einen scharfen Anpfiff. Ob die Kühe wohl auch einen Rüffel bekamen?
Mit der Sanierung der Festhalle im Jahr 1989 änderte sich alles. Kühe durften dann nicht mehr rein. Der große Schenk-Albrecht-Saal und der kleinere Kernersaal des nunmehr als Limpurghalle bezeichneten Gebäudes dienten fortan für festliche Anlässe und große Feiern – so zum Beispiel im Jahr 2009 bei den Chortagen zum Jubiläum 175 Jahre Liederkranz Gaildorf mit Präsentation der Vereinsfahnen – und große Feiern.