Einst und heute im Limpurger Land (Folge 10): Die Beseitigung der Bahnübergänge startete vor 25 Jahren

Der Bahnübergang in Fichtenberg um das Jahr 1985: Die Stellwerkstechnik stammte zu dieser Zeit noch aus den späten 1930er-Jahren.
Klaus Rieder- Neutrassierung der L 1066 beendete lange Wartezeiten an den Bahnübergängen in Fichtenberg.
- Offizieller Baubeginn war am 27. September 2001 – Freigabe der Straße am 17. November 2010.
- Unterführungen am Bahnhof und Rathaus ermöglichen heute eine sichere Querung.
- Neue Bahnbrücke ersetzt den früheren Übergang am Rathaus und verbindet die Straßen nach Mittelrot.
- Stellwerk ist unbesetzt, Signale und Weichen sind ferngesteuert; elektrischer Betrieb seit 31. Mai 1996.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der starke Bewuchs machte eine Vergleichsaufnahme vom exakt gleichen Standort unmöglich. So präsentiert sich der Bahnhof Fichtenberg heute aus der Sicht einer Drohne.
Martin BohnUmgangssprachlich wird oft von der Umgehungsstraße in Fichtenberg gesprochen, doch offiziell handelt es sich bei dem Projekt um die „Beseitigung der schienengleichen Bahnübergänge im Zuge der Landesstraße 1066“.
Die Landesstraße kreuzte in Fichtenberg sowie kurz nach dem Ortsende gleich zweimal die Gleise. Bei jeder Zugfahrt mussten die Schranken geschlossen werden. An der Schranke am Fuß der Auffahrt zur Schanze hielten sich die Wartezeiten für Autofahrer noch in Grenzen, ganz im Gegensatz zum Bahnübergang im Ort: Da das Signal für einen aus Stuttgart einfahrenden Zug nicht vor, sondern deutlich hinter dem Bahnübergang stand, musste dieser bereits vor der Einfahrt geschlossen werden – und blieb so lange unten, bis der Zug den Bahnhof wieder verlassen hatte. Das konnte bis zu fünf Minuten dauern. Kam in Fichtenberg dann noch ein Zug aus der Gegenrichtung hinzu, verlängerte sich die Wartezeit entsprechend.
Der symbolische Spatenstich und damit der offizielle Baubeginn für die Umgehungsstraße erfolgten am 27. September 2001, und am 17. November 2010 konnte die neue Straße für den Verkehr freigegeben werden. Heute sorgen Unterführungen für Fußgänger am Bahnhof sowie am Rathaus für eine sichere Querung. Als Ersatz für den früheren Bahnübergang am Rathaus wurde eine neue Bahnbrücke gebaut, die die alte und die neue Straße nach Mittelrot verbindet.
Ferngesteuerte Signale
Durch die neue Trasse wurde der Ortskern praktisch vollständig vom Durchgangsverkehr entlastet. Auch rund um die Bahn hat sich einiges verändert: Das Stellwerk ist heute nicht mehr besetzt, Weichen und Signale werden stattdessen ferngesteuert.
Im Zuge der Arbeiten zur Elektrifizierung der Murrbahn verschwanden zudem die alten Telegrafenmasten entlang der Strecke, und seit der Aufnahme des elektrischen Zugbetriebs am 31. Mai 1996 gehören Diesellokomotiven der Vergangenheit an.
Verändert hat sich schließlich auch die Zufahrt zum Ladegleis am Güterschuppen, auf dem Güterwagen mit Langholz entladen wurden. Probleme gab es jetzt beim Foto: Inzwischen verhindert starker Bewuchs eine Aufnahme vom exakt gleichen Standort.