Einst und heute im Limpurger Land (33):
: Die Arwa – einst ein Symbol des Wirtschaftswunders

Nach der Gründung der Firma im sächsischen Auerbach und der Enteignung nach dem Krieg entstand auf die grüne Wiese bei Unterrot eine Strumpffabrik, die auch Namengeber für den neuen Ortsteil war.
Von
Klaus Rieder
Gaildorf
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Arwa-Gebäude  - einst und heute 2026

Der östliche Gebäudetrakt der Arwa Anfang der 1990er-Jahre. Nach einem Großbrand haben die Abbrucharbeiten bereits begonnen.  Der hohe Schornstein des Heizhauses ist bereits gesprengt. Bis 1995 war dieser Gebäudekomplex vollständig verschwunden.

Klaus Rieder
  • Aufstieg und Ende: Arwa prägte Unterrot als Strumpffabrik und Namensgeber des Ortsteils.
  • Gründung in Auerbach, Enteignung 1946, Neustart 1948 in Backnang – Verlagerung nach Unterrot.
  • Bis zu 1.700 Beschäftigte, Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders.
  • Produktion endete am 31. Oktober 1973, später zogen kleinere Firmen in die Hallen.
  • Nach Großbrand in den 1990er-Jahren Abriss, heute Gewerbepark; Signal und Andreaskreuz blieben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Arwa Gewerbepark

Auf dem früheren Arwa-Areal entstand ein Gewerbepark.

Klaus Rieder

Die Strumpffabrik ARWA wurde in den 1920er-Jahren im sächsischen Auerbach gegründet. Der Name ARWA setzte sich aus den Anfangsbuchstaben von „A. Robert Wieland, Auerbach“ zusammen.

Nach der Enteignung im Jahr 1946 durch die Behörden der sowjetischen Besatzungszone (und späteren DDR) ging Hans Thierfelder in die US-Zone. Der Enkel des Firmengründers eröffnete 1948 in Backnang eine Strumpffabrik, die kurze Zeit später auf die grüne Wiese bei Unterrot verlagert wurde. Auch der Ortsteil, der rund um die neue Fabrik entstand, erhielt den Namen der Firma.

Arwa war der erste Hersteller der bei den Frauen begehrten Feinstrümpfen aus Kunstseide, der nach dem Krieg in Westdeutschland wieder den Betrieb aufnahm. Die Arwa wurde mit bis zu 1.700 Beschäftigten zu einem Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders. Der Niedergang der deutschen Textilindustrie im Zuge eines Strukturwandels erfasste jedoch auch die Arwa, sodass am 31. Oktober 1973 die Produktion endgültig eingestellt wurde.

In der Folgezeit zogen kleinere Firmen in die ehemaligen Betriebshallen ein. Nach einem Großbrand begann in den 1990er-Jahren der schrittweise Abriss der alten Hallen. Es entstand in diesem Areal der Gewerbepark Limpurger Land. Der östliche Gebäudetrakt (Bild oben) wurde bis 1995 abgerissen; an dessen Stelle traten neue Unternehmen.

Überdauert hat die Zeit bis heute ein Signal der Nebenbahn, mit dem das Zugpersonal den Bahnübergang überwachen konnte. Erhalten blieb auch das Andreaskreuz, da die Bahnlinie in diesem Bereich nicht stillgelegt, sondern derzeit aus technischen Gründen nur gesperrt ist.