Einst und heute im Limpurger Land (18)
: Der Ortsname erinnert an verschwundene Fabrik

Die Arwa-Strumpffabrik wurde nach dem Krieg zu einem Symbol des Wirtschaftswunders
Von
Klaus Rieder
Gaildorf
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Arwa Unterrot

Im Jahr 1995 war bereits der östliche Gebäudetrakt abgerissen worden. An dessen Stelle sind in diesem Bild die Rohbauten der Firmen Dorner und Reißner zu erkennen. Der Abriss der nächsten Hallen erfolgte ab dem Januar 1998.

Archiv
  • Die Arwa-Strumpffabrik wurde 1948 in Gaildorf gegründet und prägte die Region wirtschaftlich.
  • Ursprünglich aus Auerbach, wurde das Unternehmen 1946 in der DDR enteignet.
  • In den 1950er- und 1960er-Jahren beschäftigte Arwa bis zu 1700 Menschen.
  • 1973 endete die Produktion, später folgten Abrissarbeiten und die Entstehung des Gewerbeparks.
  • Heute erinnert ein See auf dem ehemaligen Gelände an die Veränderung der Nutzung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Arwa-Siedlung

Das ehemalige Firmenareal der Arwa im Sommer 2025. Sämtliche Gebäude der Strumpffabrik sind verschwunden. Ins Blickfeld der Drohne ist bei diesem Bild der See gerückt, der zunächst als Polder für den Hochwasserschutz geplant war und dann Verwendung als Becken für den Naturstromspeicher finden sollte.

Martin Bohn

Die Strumpffabrik ARWA prägte die wirtschaftliche Entwicklung in der Region in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gegründet wurde das Unternehmen in den 1920er Jahren im sächsischen Auerbach. ARWA setzte sich aus den Anfangsbuchstaben von „A. Robert Wieland, Auerbach „zusammen. Das Werk in Auerbach lag nach dem Krieg in der sowjetischen Besatzungszone und wurde nach einem Volksentscheid 1946 enteignet. Hans Thierfelder, Enkel des Firmengründers, eröffnete daraufhin 1948 in Backnang eine Strumpffabrik, die kurze Zeit später auf die grüne Wiese zwischen Unterrot und Gaildorf verlagert wurde. Auch der Ortsteil, der rund um die Fabrik entstand, erhielt den Namen der Firma. Die Firma Arwa war der ersten Hersteller von Feinstrümpfen aus Kunstseide, der nach dem Krieg in Westdeutschland wieder den Betrieb aufnahm und wurde zu einem Symbol des Wirtschaftswunders. Bis zu 1700 Menschen standen in den besten Zeiten dort in Lohn und Brot. Der Niedergang der deutschen Textilindustrie erfasste auch die Arwa. Am 31. Oktober 1973 wurde die Produktion endgültig eingestellt. In der Folgezeit zogen kleiner Firmen in die Betriebshallen ein. In der 1990er-Jahren begann der schrittweise Abriss der alten Hallen und der Gewerbepark Limpurger Land entstand. Spektakulär war die Sprengung des großen Schornsteins 1993. Im Jahr 1995 war bereits der östliche Gebäudetrakt abgerissen worden. An dessen Stelle sind im aktuellen Bild die Rohbauten der Firmen Dorner und Reißner zu erkennen. Der Abriss der nächsten Hallen erfolgte ab dem Januar 1998. Die so entstandenen Freiflächen wurden abschnittsweise bebaut, zuletzt der Bereich mit den Lagerplätzen.