Aktionswoche: „Hier sind wir zu Hause“ in Fichtenberg: Eine Wohlfühloase mit südländischem Charme

Aus Alt wird Neu: Vincenzo Scigliano (Bildmitte) hat für seine geliebte Familie gegenüber dem Bahnhof ein Wohnensemble im mediterranen Stil geschaffen: Darüber freuen sich (von rechts) Sohn Rosario, Tochter Laura, Ehefrau Katalin, Luis, der Freund von Laura, Mariella, die Freundin von Rosario und Tochter Elisa. Davor sitzt Labrador Chesta, ein echter Fichtenberger aus Mittelrot.
Brigitte Hofmann- Vincenzo Scigliano baute eine alte Scheune in Fichtenberg zum mediterranen Wohnensemble um.
- Er erledigte den Umbau weitgehend selbst, die Statik war die größte Herausforderung.
- Die frühere Gaststätte wurde zu zwei Wohnungen: oben wohnt Sohn Rosario, unten Tochter Laura.
- Im Außenbereich entstanden Pizzeria, Sauna und Bar – vieles aus alten Materialien wiederverwendet.
- Nächstes Projekt: Im Güterschuppen sind Weinkeller mit Verkostung, Laden und Betriebswohnung geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was verbindet Vincenzo Scigliano und Leonardo Da Vinci? Sie nutzen die Unordnung, das „kontrollierte Chaos“, als Katalysator für Kreativität. Dem italienischen Maler und Universalgelehrten sagt man nach, ein Genie gewesen zu sein, und diese Bezeichnung passt ebenso auf den Fichtenberger mit italienischen Wurzeln. Er ist Maurer, Schreiner, Flaschner, Elektriker, Fliesenleger, Gärtner – kurz: ein handwerkliches Genie. Ihn jucke es ständig in den Fingern, sagt er, aber bei der Arbeit sei er die Ruhe selbst. Das rustikal-mediterrane Schmuckstück, das er aus einer alten Scheune geschaffen hat, könnte jeder Schöner-Wohnen-Zeitschrift zur Ehre gereichen. Offene Bauweise, sichtbares Gebälk, versetzte Ebenen, italienische Fliesen, viel Glas und auf 240 Quadratmetern Wohnfläche jede Menge pfiffiger Ideen. Die größte Herausforderung sei die Statik gewesen, blickt er zurück. Ihm zur Seite stand Stephan Sittart aus Murrhardt. „Ein wunderbarer Architekt“, so das Lob des Auftraggebers. Er sei nur für die Baugenehmigungen zuständig gewesen“, gibt dieser das Kompliment zurück. Den kompletten Umbau habe der Bauherr in eigener Regie durchgeführt, der ganze Ruhm gebühre ihm.
Zu Da Vincis sieben Erfolgsrezepten zählt der Satz: „Umgib dich mit inspirierenden Menschen.“ Und die hat Vincenzo Scigliano auch gefunden. Die Familiengeschichte beginnt im Café Margrit in Schwäbisch Gmünd. Der Betrieb hatte sich gegen Ende des vergangenen Jahrtausends im Süden Italiens nach Arbeitskräften umgesehen. Aufgewachsen im kleinen Ort Mandatoriccia in Kalabrien, kam der junge Mann im Jahr 1990 im Süden Deutschlands an. Eines Tages, es war im Jahr 1992, schneite die junge Katalin ins Café herein – es war Liebe auf den ersten Blick. Ihre Familie war wenige Jahre zuvor von Ungarn nach Deutschland übergesiedelt. Sie war noch Schülerin und gerade dabei, in Backnang die Fachhochschulreife zu erwerben.
Das junge Paar zog bald darauf zusammen, heiratete, bekam drei Kinder. Insgesamt 25 Jahre lang verdiente der Familienvater den Lebensunterhalt bei Kaufland. Der erste Erwerb war ein kleines, halb fertiges Reihenhaus in Schwäbisch Gmünd-Rehnenhof, wo er seine handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. Im Jahr 2012 stand ein paar Straßen weiter eine Doppelhaushälfte günstig zum Verkauf, und Sciglianos schlugen erneut zu. Als ein Freund ihnen erzählte, dass in Fichtenberg die ehemalige Bahnhofsgaststätte mit Scheune schon lange leersteht, wurde der Handwerkskünstler sofort hellhörig. Er habe das Objekt noch nicht mal angesehen, erzählt er, sich aber im Geist schon ausgemalt, was er daraus machen würde.

Balken, Fliesen, Lampen und vieles mehr: Alles, was die alte Scheune hergab, hat einen neuen Platz gefunden.
Brigitte HofmannDas Gebäudekataster von 1899 erwähnt gegenüber dem Bahnhof ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit Stall, Backhaus und Scheune. Im Jahr 2019 hatte das Objekt dann ein weiteres Mal neue Besitzer gefunden. Erster Schritt war die Nutzungsänderung von der Gastwirtschaft zum Wohnhaus mit zwei Wohnungen, die zunächst vermietet wurden. Für sich selbst richtete Vincenzo Scigliano ein Zimmer mit Dusche/WC her, um nicht ständig pendeln zu müssen. Im zweiten Schritt setzte er die Nutzungsänderung von der Scheune zum Wohnhaus durch. Ob Sandsteine, Balken, Korbsessel, Stalllaterne oder sonstige Gegenstände: Alles, was er vorfand, hat er höchst kreativ in Szene gesetzt und zu einem faszinierenden Ensemble verschmelzen lassen. Schon der Aufgang zur Terrasse mutet an wie die Treppe hoch zur Mailänder Scala.
Im Außenbereich hat er noch eine Pizzeria, eine Sauna und eine Bar gebaut. Auch die ehemalige Gaststätte ist inzwischen umgestaltet. Die obere Wohnung im mediterranen Stil bewohnt Sohn Rosario, die untere, modern in Anthrazit, Tochter Laura. Elisa hat ihr Reich im Haus der Eltern. „Man ist nie fertig und gewinnt mit jedem Projekt an Erfahrung“, resümiert Mama Katalin. Sie ist die Deko-Künstlerin in der Familie.
Neuer Lebensmittelpunkt im Rottal
Von der Stadt aufs Land, damit hätten sich die Kinder ziemlich schwergetan, erzählen die Eltern, doch auch sie hätten mit der Zeit Fichtenberg lieben gelernt. Laura studiert auf Lehramt Gymnasium und absolviert demnächst ihr Praxissemester in Schwäbisch Hall. Rosario hat als selbstständiger Versicherungskaufmann sein Büro in Schwäbisch Gmünd, Elisa ihr Abiturzeugnis in der Tasche und würde gern ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Fichtenberger Schule machen, Mama Katalin arbeitet an drei Tagen in der Woche in einer Versicherungsagentur in Neckarsulm.

Der Eingangsbereich und ebenso jede andere Ecke der ehemaligen Scheune sind mehr als einen Blick wert.
Brigitte HofmannIm Rottal aber hat die Familie ihren neuen Lebensmittelpunkt, ihren Wohlfühlort gefunden. Doch das soll es noch nicht gewesen sein, das nächste Projekt ist schon in Arbeit. Im Güterschuppen neben dem Bahnhof soll ein Weinkeller mit Verkostung, ein Geschäft mit italienischen Lebendmitteln und im Dach eine Betriebswohnung entstehen. Außerdem hat Vincenzo Scigliano In Nachbars Garten die "erste Fichtenberger Olivenplantage" angelegt. Doch das ist eine andere Geschichte.
Aktionswoche „Hier sind wir zu Hause“ in Fichtenberg
Die Rundschau nimmt bei der Aktionswoche „Hier sind wir zu Hause“ die Gemeinde Fichtenberg in den Fokus und veröffentlicht täglich einen Beitrag zu einem bestimmten Schwerpunkt. Nach „Wohnen“ sind noch die Themen Familie, Genuss, Freizeit/Natur und Sport/Vereine dran.
Höhepunkt der Aktion ist eine Veranstaltung am Dienstag, 21. Juli, 18 Uhr, an der Gemeindehalle Fichtenberg. Dort stellen sich die Verlagsmitarbeiter der Rundschau vor. Teamleiterin Verena Köger interviewt Bürgermeister Glenk zur Entwicklung der Gemeinde. Wer Fragen an Bürgermeister Glenk richten möchte, die bei der Veranstaltung gestellt werden sollen, schickt diese E-Mail an redaktion.sho@swp.de mit dem Stichwort „Fichtenberg“.
Die Gewinner des Malwettbewerbs des Kindergartens werden gekürt. Es stehen eine Hüpfburg, eine Torwand und ein Glücksrad bereit. Die Bewirtung übernehmen die SK Fichtenberg und Judith’s Kugelschmiede.
Die Bürgerinnen und Bürger haben während der Aktionswoche die Möglichkeit, die Lebensqualität in der Gemeinde Fichtenberg zu bewerten. Einfach über www.swp.de/rundschau/umfrage an der Umfrage teilnehmen. Bewertet wird nach Schulnoten von 1 bis 6.
