Aktion Wunschbaum in Gaildorf: Geschenke spenden Licht und Freude

Die gelben Zettel am Baum warten darauf, abgenommen und eingelöst zu werden.⇥
Verena KögerEs ist Tradition in Gaildorf: In der Woche vor dem ersten Advent wird der Gaildorfer Wunschbaum aufgestellt. Das Objekt, geschmückt mit vielen Wünschen von Menschen aus dem Limpurger Land, steht bis zum 14. Dezember im Gaildorfer City-Kiosk (Karlstraße 1, ehemals „Janas Tabaklädle“).
Geld nur für das Notwendigste
Dass das Geld knapp ist und Weihnachten deutlich schmaler ausfällt, ist in vielen Haushalten im Limpurger Land Realität. Gerade für Menschen mit kleinem Einkommen oder einer kleinen Rente, und für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, ist Weihnachten eine schwierige Zeit. Die Wunschbaumaktion von Jugendwerk und Diakonieverband soll ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Freude spendet sie auf jeden Fall: bei den Beschenkten sowieso, aber auch bei den Menschen, die jedes Jahr soviel Liebe ins Besorgen und Verpacken der Geschenke stecken.
Der Bedarf ist groß
In den vergangenen zwei Wochen konnten bedürftige Menschen Wünsche äußern, die nun anonymisiert am Baum hängen. Es sind Familien mit kleinem Einkommen, Rentner, Arbeitslose und Flüchtlinge. Viele kaufen im „Treffpunkt Kauf und Rat“ ein, viele sind Klienten der Sozialarbeiterinnen des Diakonieverbandes. Wie schon im vergangenen Jahr durfte jedes Kind bis 18 Jahre einen persönlichen Wunsch äußern, bei den Erwachsenen jeder Haushalt gemeinsam. Rund 370 Wünsche kamen zusammen. In Obersontheim im Rathausfoyer, wo ein weiterer Baum der Aktion steht, hängen noch einmal 70 Wünsche. Auch in Blaufelden, Crailsheim und Schwäbisch Hall läuft die Aktion in Zusammenarbeit von Diakonieverband und den örtlichen Jugendwerken.
Kleine Extras mit großer Wirkung
Vom Kuscheltier bis zum Puppenwagen, vom Polizeiauto bis zur „Roboterkatze“ und dem lang ersehnten (gebrauchten) Fahrrad reichen die Wünsche bei den Kindern. Für viele Rentner und Alleinerziehende ist das Geschenk vom Wunschbaum vielfach das einzige, das sie an Weihnachten bekommen. Sie wünschen sich oft praktische Dinge: ein Elektrogerät etwa, das ersetzt werden muss, einen Lebensmittelgutschein oder einen Schuh- oder Bekleidungsgutschein. Gewünscht werden können auch „kleine Extras“, für die es sonst nicht reicht: einen Friseurtermin, einen Cafébesuch, eine Kuscheldecke. Sehr berührend ist der Wunsch einer jungen Frau, deren Vater erst kürzlich verstorben ist. Sie wollte immer mal mit ihm ein Spiel des FC Bayern live erleben. Sicher ein Wunsch, der den Etat von Einzelnen sprengt – aber vielleicht finden sich Fußballfans, die dem Mädchen, das zudem gesundheitlich eingeschränkt ist, diesen Wunsch erfüllen können.
Sicherheit ist ganz wichtig
Eine Bitte haben die Veranstalter: Wird ein Elektro- oder Haushaltsgerät gewünscht, darf es gerne auch gebraucht sein, sollte aber auf jeden Fall sicher, funktionstüchtig und neuwertig sein. Als Faustregel sollte gelten: nur das verschenken, was man selbst auch noch geschenkt haben möchte. Kleidung sollte auf jeden Fall neu sein. Viele dieser Menschen können sich oft das ganze Jahr über nur Second-Hand-Kleidung leisten. Deshalb freuen sie sich ganz besonders zu Weihnachten über etwas Neues. Wer nicht sicher ist, ob das Gewünschte passt, der darf gerne auch einen Gutschein dafür verschenken. „Shoppen“, wie die gleichaltrigen Klassenkameradinnen – das ist ein Wunsch, den junge Mädchen immer wieder haben, weil sie einmal so wie alle anderen sein möchten.
Wer jemandem einen Wunsch erfüllen möchte, nimmt, je nach Budget und Vorlieben, eine oder mehrere Karten vom Baum, besorgt das Geschenk und gibt es bis zum 14. Dezember beim evangelischen Jugendwerk ab. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr. Am 20. Dezember ist dann große Bescherung aus dem „Weihnachtsfenster“ im Jugendwerk heraus – sozusagen „Weihnachten to go“. Damit nicht alle gleichzeitig kommen, hat jede Familie eine Abholzeit zugeteilt bekommen.
Info Wer es nicht rechtzeitig in den City-Kiosk schafft, der darf auch gerne spenden. Von diesem Geld werden vorrangig Kinderwünsche erfüllt, die zum Ende der Aktion noch am Baum hängen. Spendenkonto:
IBAN DE38 6225 0030 0005 1411 15 bei der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim, Kontoinhaber: Diakonieverband Schwäbisch Hall;
IBAN DE20 6225 0030 0006 4040 88 bei der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim, Kontoinhaber ist das evangelische Jugendwerk Gaildorf. Stichwort jeweils: „Wunschbaum Gaildorf“