„Wir bedauern, dass in Dellmensingen Menschen bedroht, gefährdet und verängstigt wurden“ – in einer Erklärung verurteilen Erbacher Gemeinderat und Bürgermeister den Fackelwurf auf eine französische Romafamilie und „jegliche Gewalt gegenüber Menschen“. Wie auch der Ortschaftsrat zuvor trete man extremistischen Tendenzen entgegen.

Antiziganismus und Fremdenfeindlichkeit

Wie berichtet, wird zurzeit vor dem Landgericht Ulm gegen fünf junge Männer verhandelt, die am 24. Mai 2019 in Dellmensingen eine brennende Fackel in Richtung der Wohnwagen einer Gruppe von Roma geworfen haben. Zwar hat die Kammer den Haftbefehl gegen die jungen Männer aufgehoben. Das Gericht hatte aber betont, dass die möglichen Tathintergründe – Antiziganismus und Fremdenfeindlichkeit – bei der Bewertung der Strafzumessung von Bedeutung seien.

Kein Platz für Ausgrenzung von Minderheiten

Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung von Minderheiten haben bei uns keinen Platz“, heißt es weiter in der Erklärung.  Repräsentanten von Stadt und Gemeinderatsfraktionen haben mit den Bürgern am „Spaziergang gegen Rechts“ am 17. und 24. Mai teilgenommen – „und ein starkes Zeichen für Toleranz und Vielfalt gesetzt“. Für den Gemeinderat haben Achim Gaus (Bürgermeister), Constantin Freiherr von Ulm-Erbach (CDU), August Weber (FWV), Maria-Magdalena Ochs (SPD) und Robert Zagst (Grüne) unterzeichnet.

Buntes Erbach/Dellmensingen als weltoffene Gemeinde

Monika Buchenscheit, Vorsitzende des Grünen Ortsverbands, hat ein Schreiben mit dem Titel „Buntes Erbach/Dellmensingen – wir bekennen Farbe“ auch im Namen des Kreisverbands an Daniel Strauß, den Vorsitzenden des Verbands Deutsche Sinti und Roma, übergeben. Dieser soll das Schreiben, das auch auf französisch beiliegt, an die Familie weitergeben. Die Grünen rufen dazu auf, mit bunten Girlanden in Vorgärten, Haustüren und Fenstern auf die weltoffene Gemeinde aufmerksam zu machen.