Zeugen gesucht: Brandanschlag auf Gebäude in der Ehinger Hauptstraße

Die Spuren des mutmaßlichen Brandanschlags in der Ehinger Hauptstraße sind nicht zu übersehen: Die Scheibe ist geborsten und verrußt, auch die Fassade hat Schaden genommen.
Amrei OellermannDie geborstene, rußgeschwärzte Schaufensterscheibe mit den roten Markierungen in der Ehinger Hauptstraße zieht am Freitag manche Blicke auf sich. „Was ist denn hier passiert?“, wundert sich ein Passant. Die Antwort auf diese Frage kennt das Polizeipräsidium Ulm: Um 0.27 Uhr, so berichtet es der Polizeiführer vom Dienst auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE, habe ein Anwohner das Klirren von berstendem Glas gehört und das Polizeirevier Ehingen informiert. Zu dieser Zeit beobachteten Zeugen auch Feuer und Rauch. Die Flammen erloschen jedoch selbstständig.
Eine Streife war schnell vor Ort — und hielt in ihrem Einsatzbericht „starken Benzingeruch“ als ersten Eindruck fest. Auch konnten die Polizisten eine zerbrochene Flasche im Bereich der beschädigten Schaufensterscheibe feststellen. In Kombination mit dem Benzingeruch deutet vieles darum hin, dass unbekannte Täter einen sogenannten Molotow-Cocktail, einen Wurfbrandsatz, gegen die Fensterfront schleuderten. Die Polizei scheint zu einem ähnlichen Schluss gekommen zu sein: Die Kriminalpolizei ermittelt; „die Ermittler gehen derzeit von vorsätzlicher Brandstiftung aus“, heißt es in einer Pressemitteilung zum Sachverhalt.
Polizei sichert Spuren vor Ort
Die Teile der Flasche wurden gesichert und werden nun kriminaltechnisch untersucht. Die Beamten hoffen, dass sich darauf Fingerabdrücke oder DNA-Spuren finden lassen, die einen Hinweis auf den mutmaßlichen Brandstifter geben.
„Glücklicherweise hielt die Scheibe stand und es hatte nur außen gebrannt“, schreibt die Polizei weiter. Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr Ehingen konnte schnell wieder abrücken: Sie musste weder löschen noch das Fenster verschließen, da die Schaufensterscheibe weiterhin stabil genug war, um Unbefugte an einem Betreten des Gebäudes zu hindern.
Der entstandene Schaden an Schaufenster und Fassade ist bislang nicht zu beziffern. Verletzt wurde niemand. Klar ist aber, dass der mutmaßliche Brandanschlag durchaus dramatische Folgen hätte haben können: Über der Schaufensterscheibe ist eine Markise angebracht. Wäre sie durch das Feuer in Brand geraten, hätte es für Bewohner des Hauses eng werden können. Der Laden im Erdgeschoss steht seit längerem leer. Im Haus seien aber Personen gemeldet, bestätigt die Polizei.
Die Beamten suchen weitere Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können. Wer etwas beobachtet hat, soll sich unter (07391) 588-0 melden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Ulm dauern an.

