„Wir haben mit dieser Anlage bisher 4,5 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart“, sagte Michael Wysgalla, Energie- und Gebäudetechniker, am Bunker der Holzhackschnitzelheizung beim Johann-Vanotti-Gymnasium in Ehingen. Mit der Heizungswärme dieser 2008 gebauten Heizungsanlage werden das Gymnasium, der Kindergarten, die Sporthalle, das Rathaus, die Kaufmännische Schule und die Oberschaffnei beliefert. „Die Anlage ist an der Obergrenze, mehr geht nicht“, sagte Wysgalla zu Landrat Heiner Scheffold, dem CDU-Landtagsabgeordneten Manuel Hagel und Vertretern des Deutschen Pelletverbands.
Die Anlage produziert 19 Gigawattstunden Wärme, von denen  17 Gigawattstunden ins Netz gehen. Das angelieferte Holz kommt aus einem Umkreis von 30 Kilometern. Etwa alle zwei bis drei Tage kommt der Lkw und kippt rund 90 Schüttraummeter in den 270 Raummeter fassenden Bunker. „2,2 Schüttraummeter  entsprechen rund einem Kubikmeter frischem Holz“, sagte der Landrat.  Die Anlage gilt als vorbildlich auf dem Weg zur Einsparung von Kohlenstoffdioxid (CO2). „Wir haben mittlerweile sämtliche Schulen im Alb-Donau-Kreis auf regenerative Energie umgestellt“, sagte Heiner Scheffold. Solche Projekte sollen auch für private Hausbesitzer vorbildhaft sein.
„Die Nachfrage nach Pelletsheizungen und Solar ist da“, sagte dazu Schornsteinfegermeister Thomas Sontheimer. Allerdings ist bei Heizungserneuerungen stets das Geld der maßgebliche Entscheidungsfaktor. „Man muss sich das leisten können“, sagte Theresa Volk, die Projektleiterin der regionalen Energieagentur Ulm. Stadtbaumeister Andreas Erwerle rechnete dabei vor, mit welchen Zuschüssen Bauherren bei einer Heizungserneuerung kalkulieren können.
Bauherren fragen sich aber auch, ob genügend Holz für Hackschnitzel und Pellets nachwächst. „Früher haben die Waldbesitzer für ihr Gipfelholz und das Sägerestholz kein Geld bekommen“, sagte Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pelletverbands. Heute lässt sich das Holz verkaufen. Und es wachse im Wald mehr nach als entnommen werde.

Energiewende ist kompliziert

Wobei Baden-Württemberg mit einer Pelletsproduktion von jährlich 380.000 Tonnen gut 16 Prozent des deutschen Gesamtmarkts deckt und 90 Prozent der verbrauchten Pellets aus heimischen Werken stammt. „Wir brauchen auch in den nächsten Jahren keine ausländischen Pellets“, sagte Bentele, vielmehr werden 15 Prozent der in Deutschland produzierten Pellets exportiert.
Der Geschäftsführer bemängelte jedoch, dass im Land die Energiewende nicht recht vom Fleck komme. Man müsse sich fragen, warum die bisherigen Anreize nicht ausreichten. Der Preis für die CO2-Belastung müsse in den Energiepreis mit hineingerechnet werden. „Wir werfen das CO2 raus in die Luft wie auf eine große Abfalldeponie“, sagte der Physiker Helmut Schellinger. Manuel Hagel vertrat die Ansicht, dass mehr Auflagen nicht zu mehr Energieeinsparung führen würden. „Wir wollen innovationsstimulierend sein.“ Die öffentliche Hand sei beispielgebend.
In Allmendingen wurde bereits 2005 eine Pelletheizung in die bestehende Ölheizungsanlage eingebaut.  „Bei uns kommt nur alle zwei Monate der Pellet-Laster“, sagte Bürgermeister Florian Teichmann. Angeschlossen sind die Schule und die Festhalle. „Mit dem Baugebiet Allmendingen Süd werden wir über ein Wärmenetz nachdenken“ , sagte der Bürgermeister.

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Gigawattstunden Wärme wird mit den Holzpellets im JVG produziert, 17 Gigawattstunden davon gehen ins Netz. 4,5 Tonnen CO2 wurden so bislang eingespart.