Großübung im Landkreis Biberach: Klinikum Ehingen versorgt kritische Patienten nach fiktivem Hubschrauberabsturz

Nach einem fiktiven Hubschrauberabsturz im Landkreis Biberach wurden insgesamt 14 Übungspatienten ins Klinikum Ehingen eingeliefert.
ADK GmbH für Gesundheit und Soziales- Großübung in Laupheim: fiktiver Bundeswehr-Hubschrauberabsturz mit rund 30 Verletzten.
- Klinikum Ehingen als regionales Traumazentrum probte Abläufe ab Anfrage um 10.56 Uhr.
- 14 Übungspatienten versorgt – vier lebensbedrohlich, vier schwer verletzt, zwei fiktiv operiert.
- Sichtung, Schockräume und Intensivkapazitäten getestet, spezialisierte Verlegungen simuliert.
- Regelbetrieb blieb gesichert, Analyse der Ergebnisse soll Strukturen weiter verbessern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Lage hatte es in sich: Auf dem Militärflugplatz Laupheim, so das Szenario einer Großübung am Samstag, ist ein Transporthubschrauber der Bundeswehr abgestürzt. Rund 30 Personen sind verletzt, darunter 14 Soldaten – neun von ihnen so schwer, dass sie in einer Klinik stationär versorgt werden müssen. Zahlreiche Rettungs- und Einsatzkräfte rücken aus, um diesen sogenannten Massenanfall von Verletzten (MANV) zu bewältigen. Als nächstgelegene Klinik wäre bei einem derartigen Ernstfall auch das Alb-Donau-Klinikum Ehingen gefordert. Deshalb war es am Samstag in die Übung eingebunden.
„Um 10.56 Uhr erhielt das Klinikum die Anfrage der Leitstelle Biberach nach verfügbaren Kapazitäten für schwer verletzte Patienten“, schreibt Daniela Rieker, die Pressesprecherin der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales, in einer Pressemitteilung zur Übung. Von dieser Anfrage ausgehend wurde durchgespielt, was im Fall der Fälle hausintern ablaufen würde – von der Sichtung aufwändig geschminkter Mimen im Schockraum bis hin zur Versorgung auf der Intensivstation.

Die Mimen waren aufwändig geschminkt worden, um ein möglichst realistisches Bild zu bieten.
ADK GmbH für Gesundheit und SozialesSichtung von Patienten als Schwerpunkt
„Der Krisenstab wurde umgehend gebildet. Mehrere Schockräume wurden eingerichtet und entsprechendes ärztliches und pflegerisches Personal aus der Bereitschaft sowie aus dem Dienstfrei fiktiv aktiviert“, berichtet Rieker. Auch die vorhandenen Behandlungs- und Versorgungskapazitäten der Intensivstationen in Ehingen und Blaubeuren, im OP und auf den Normalstationen wurden abgefragt.
Freilich: Eigens in die Klinik fahren musste, anders als bei einem realen Schadenereignis dieser Größenordnung, für die Übung niemand: „Ärzte wurden für möglichst realistische Abläufe lediglich angerufen und gefragt, wie lange sie in diesem Moment für die Fahrt in die Klinik benötigen würden.“ Die Alarmierung zusätzlicher Kräfte sei bewusst nicht Bestandteil des Übungsszenarios gewesen, erklärt Rieker: Diese Abläufe seien erst im vergangenen Jahr beim Zugunglück nahe Riedlingen unter realen Bedingungen erfolgreich auf die Probe gestellt worden.
Schwerpunkt der Übung nun war es, aufwändig geschminkte Mimen mit Blick auf die Schwere ihrer Verletzung zu sichten und unter möglichst realistischen Bedingungen zu entscheiden, wie diese behandelt werden müssen. Insgesamt versorgte das Klinikum Ehingen am Samstag 14 Übungspatienten – darunter vier lebensbedrohlich Verletzte und vier Schwerverletzte. Zwei Patienten wurden im Rahmen des Übungsszenarios fiktiv operiert und im Anschluss intensivmedizinisch betreut. Zwei weitere wurden nach einer Erstversorgung und Stabilisierung in Ehingen aufgrund ihrer Verletzungsmuster in Spezialkliniken verlegt.
Reguläre Versorgung bleibt gewährleistet
„Die Übung zeigte, wie wichtig klar definierte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten sind“, resümiert Rieker. Innerhalb kurzer Zeit hätten die vorgesehenen Strukturen aufgebaut und die Patientenversorgung organisiert werden können. Besonders positiv bewerteten die Verantwortlichen „die ruhige und strukturierte Arbeitsweise sowie die gute Abstimmung zwischen der Zentralen Notaufnahme und dem unterstützenden Krisenstab“.

Ein Team aus Ärzten und Pflegern kümmerte sich in mehreren Schockräumen um die Unfallopfer.
ADK GmbH für Gesundheit und Soziales„Ein Alarm- und Einsatzplan wird nie ‚fertig‘ sein. Wir haben Dinge gesehen, die wie erhofft gut liefen, Aspekte, die besser als erhofft liefen, aber natürlich auch Punkte, bei denen noch Optimierungspotential besteht. Daher analysieren wir die Übung in den kommenden Tagen und Wochen intern sehr genau. Die gewonnenen Erkenntnisse werden ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung der Notfall- und Krisenstrukturen ein“, erklärt Philipp Theurer, der Leiter Krankenhausalarm- und -einsatzplanung.
Die reguläre Notfallversorgung in Ehingen sei auch während der Übung zu jeder Zeit gewährleistet geblieben, betont Pressesprecherin Danieka Rieker: „Wäre ein echter Schockraumalarm gekommen, hätte dieser selbstverständlich Vorrang gehabt.“ Für die Übung stand ein gesondertes Team aus Ärzten und Pflegern bereit, um den Regelbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen.

